Bevor Angreifer kostspieligen Schaden anrichten können, sollten Unternehmen verstärkt auf Auffälligkeiten achten.

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Netzwerksicherheit in der Prozessindustrie Anomalien erkennen, bevor sie Schaden anrichten

24.10.2018

Cyberangriffe, Ausfälle, Innentäter – diese Alarmwörter stammen nicht aus einem Agententhriller, sondern sind in der Industrie leider Realität. Der oberbayerische Chemieparkbetreiber Infraserv Gendorf und das Leipziger Technologieunternehmen Rhebo haben in diesem Rahmen eine Zusammenarbeit für die industrielle Netzwerksicherheit in Unternehmen der Chemie- und Prozessindustrie vereinbart.

Die Weiterentwicklung zum Internet der Dinge und zu Industrie 4.0 birgt große Chancen für produzierende Unternehmen – gleichzeitig ist jedoch erhöhte Vorsicht bei der Absicherung der digitalen Systeme gegenüber Cyberangriffen geboten. Als Anbieter für die Chemie- und Prozessindustrie bietet Infraserv Gendorf deshalb Sicherheitslösungen für die verschiedenen Ebenen und Aspekte der unternehmerischen IT-Infrastruktur.

Mit der Anomalieerkennung Rhebo Industrial Protector erweitert der Infrastruktur- und Security-Lösungsanbieter sein Angebot im Bereich der Industrial IT Solutions, um Cyberangriffe und technische Störungen in der Steuerungstechnik von Industriekunden frühzeitig erkennen und vermeiden zu können. Die Lösung gilt für die Experten als wichtiger, auf die speziellen Anforderungen industrieller Infrastrukturen zugeschnittener Baustein, um Prozessstabilität, Produktqualität und Gesamtanlagenverfügbarkeit in stark vernetzten Industrieumgebungen zu gewährleisten.

Anomalien rechtzeitig erkennen

„Die zunehmende Komplexität der Produktions-IT und der Digitalisierungsgrad entscheiden über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die digitalisierte Infrastruktur in Produktionsstätten gegen technische Störungen, Effizienzschwankungen und Cyberangriffe abgesichert ist“, betont Dr. Günter Bartnitzky, Leiter IT Services bei Infraserv Gendorf.

Industrie 4.0 lasse sich nicht ohne Cybersicherheit denken, gerade hier sei aber die Sensibilität bei den meisten Unternehmen noch nicht sonderlich ausgeprägt, so Bartnitzky. „Mit Rhebo Industrial Protector können wir unseren Kunden nun eine effektive Lösung anbieten, die versteckte Angriffe, Fehlfunktionen sowie Netzwerk- und Kommunikationsfehler innerhalb der Steuerungstechnik lückenlos meldet, ohne die Produktionsprozesse zu beeinträchtigen.“

Kostspielige Stillstände vermeiden

Klaus Mochalski, CEO von Rhebo, sieht ebenfalls großes Potenzial in der Partnerschaft zwischen seinem Unternehmen und Infraserv Gendorf: „Wir freuen uns, mit Infraserv Gendorf einen Partner gewonnen zu haben, der auf fast 80 Jahre Erfahrung in der Chemie- und Prozessindustrie zurückblickt. Insbesondere in der Prozessindustrie können ungeplante Stillstände durch Störungen im PLS (Prozessleitsystem) sehr kostspielig werden.“ ARC Advisory beispielsweise spreche in der Pharmaindustrie von 8.300 US-Dollar pro Minute an Kosten und Verlusten.

Umso wichtiger sei es für Unternehmen der Chemie- und Prozessindustrie, potenzielle Störungen im PLS zu erkennen, bevor sie Schaden anrichten, betont Mochalski. „Rhebo Industrial Protector unterstützt Unternehmen dabei, indem die industrielle Anomalieerkennung jegliche Kommunikation innerhalb der Steuerungstechnik fortlaufend analysiert, potenzielle Gefährdungen in Echtzeit meldet und alle Information bereitstellt, um umgehend eine forensische Analyse vorzunehmen“, erklärt der Geschäftsführer.

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