Dr. Faiz Nahab, Jahrgang 1942, ist Geschäftsführer von Proton Motor. Er verfügt über mehr als 35 Jahre Führungserfahrung bei der Umstrukturierung und Expansion von Unternehmen. Das Hauptgeschäft seiner Unternehmen ist im Nahen Osten angesiedelt, wo er in Partnerschaft mit wichtigen internationalen Partnern wie MSD, Siemens, Carl Zeiss und anderen am Aufbau der Infrastruktur des Landes beteiligt ist. Er absolvierte eine akademische Grundausbildung in Elektronik in Southampton und promovierte an der Universität Kent.

Bild: Andreas Acktun
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Brennstoffzellen-Lösungen „Made in Germany“ „Trotz der staatlichen Einschränkungen erfolgreich fertigen“

22.09.2020

Von der der politisch vorgegebenen Wasserstoffstrategie profitieren nicht nur die Gaswirtschaft, sondern auch die Hersteller von Brennstoffzellen. Proton Motor hat hier die klare Strategie in Richtung Serienproduktion ausgegeben.

Dr. Faiz Nahab ist mit diesem Beitrag im Energy 4.0-Kompendium 2020 als einer von 100 Machern der Energiebranche vertreten. Alle Beiträge des Energy 4.0-Kompendiums finden Sie in unserer Rubrik Menschen.

Die Ziffern 36 und 37 des von der Bundesregierung Anfang Juni vorgelegten Konjunkturpakets „Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken“ hat man sich bei Proton Motor ganz genau durchgelesen. Schließlich sind dort die Eckpunkte für die Entwicklung einer Wasserstoff-Wirtschaft in Deutschland enthalten. Und auch die eine Woche später auf den Weg gebrachte „Nationale Wasserstoff-Strategie“ inklusive des Bekenntnisses zur weltweiten Wasserstoff-Vorreiterrolle Deutschlands hat man in Puchheim bei München sicher mit mehr als Wohlwollen registriert. Denn nicht nur die Gaswirtschaft profitiert vom Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur, sondern auch die Produzenten von Brennstoffzellen, die damit betrieben werden.

Erfolgreiche Fertigung trotz Einschränkungen

Als Hersteller von Brennstoffzellen-Stacks und Komplettsystemen blickt Proton Motor mittlerweile auf eine über 20-jähriger Entwicklungserfahrung in diesem Bereich zurück. Besonders stolz ist man auf das einer breiten Medien-Öffentlichkeit vorgestellte erste europäische netzgekoppelte Wasserstoff-Kraftwerk in Rostock-Laage. „Ein stationäres Brennstoffzellen-System in dieser Dimension gehört auch bei uns zu den Ausnahme-Großprojekten“, betont Dr. Faiz Nahab. Der Geschäftsführer von Proton Motor verweist zudem auf eine fristgerechte Auslieferung der Anlage. In Zeiten von Corona ist dies schon erwähnenswert. Laut Nahab habe man jedoch trotz der Mitte März 2020 erlassenen staatlichen Einschränkungen erfolgreich fertigen können.

Dies soll auch in Zukunft so weitergehen. Die Basis ist eine „klar definierte Entwicklungs-Roadmap“ für die 2020iger Dekade, in der auch der Übergang von der Fertigung mittlerer Stückzahlen hin zur Serienproduktion vorgegeben ist. Der promovierte Elektroniker sieht das deutsch-britische Unternehmen dafür gut aufgestellt. Laut Nahab hat man heute schon das mit 73 kW leistungsstärkste Wasserstoff-Brennstoffzellenmodul aus Graphit-Bipolarplatten – die Herzstücke der Stacks – im Angebot.

Hoffnung auf wirtschaftsfreundlichen Brexit

Neben stationären Anwendungen ist auch der Mobilitätssektor ein interessanter Einsatzbereich für diese Strom- und Wärmeerzeuger. Hier ist das Spektrum breit, in dem auch Proton Motor aktiv ist. Dieses reicht von Logistik- und Kommunalfahrzeugen über Rail-Anwendungen bis hin zum maritimen Bereich. Insbesondere bei E-Müllsammelfahrzeugen registriert man beim Hersteller der Fuel-Cell-Motoren für die kommenden Jahre eine stark zunehmende Nachfrage. Grundsätzlich hofft das Unternehmen mit einer börsennotierten Holding mit Sitz in Großbritannien natürlich auf einen wirtschaftsfreundlichen Brexit. Nahab verweist hier speziell auf eine Verflechtung mit dem europäischen Binnenmarkt respektive dem Zugang zu EU-Förderprogrammen.

Das Thema Performance ist für Nahab nicht nur ein technologisches Thema – die Erhöhung von Leistungsdichten innerhalb des Produkt-Portfolios ist für ihn eine selbstverständliche Maßnahme – sondern auch eines für die Mitarbeiterentwicklung. „Die Freude an High-Tech-Entwicklungen gepaart mit kollegialem Team-Verständnis sind unser im wahrsten Sinne des Wortes „Motor“ für bestmögliche Leistungsbereitschaft“, sagt der Rugby- und Fußball-Fan. Dies fördern soll ein Firmenbeteiligungs-Modell durch Mitarbeiteraktien, das derzeit eingeführt wird.

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