Martin Dibold, Geschäftsführer von Hy-Line Computer Components. Einstieg bei Hy-Line 2001 als Vertriebsingenieur, damals mit insgesamt 6 Mitarbeitern und circa 5 Millionen Euro Umsatz. Mittlerweile hat Hy-Line 31 Mitarbeiter, mit einem Umsatz über 30 Millionen Euro. Martin Dibold ist seit 2017 zusammen mit Guido Brüning geschäftsführender Gesellschafter, davor war er Prokurist.

Bild: Hy-Line

Kommentar Wir verkaufen keine Produkte

25.11.2019

Für den Erfolg des Unternehmens haben wir eine klare Vision: Hier werden wir in fünf Jahren stehen! Wir haben das beste Team, um unsere Kunden erfolgreicher zu machen. Welche Innovation hilft dem Kunden, Marktführer zu werden und zu bleiben? Welche Unterstützung bieten wir an, damit er schneller am Markt ist und mehr verkaufen kann?

Martin Dibold war mit diesem Beitrag im A&D-Kompendium 2019/2020 als einer von 100 Machern der Automation vertreten.

Die Wandlung vom Distributor zum Systemanbieter war eine logische Umsetzung unserer Kundenwünsche. Fahrt aufgenommen haben unsere Projekte mit der Umstellung von resistiven auf projiziert kapazitive Touchscreens. Diese Technologie stellt höhere Anforderungen sowohl an das Design als auch an die Konstruktion. Einfach zu glauben, wir entwickeln eine Strategie und dann kommen die Aufträge, funktioniert nicht. Ohne eine konkrete Vision können wir unsere Ziele nicht erreichen.

Als Vorleistung haben wir investiert und uns das Know-how hochmotivierter Spezialisten inklusive der technischen Hilfsmittel ins Haus geholt. Heute zeigt sich, dass diese Entscheidung gut war. Unsere Embedded Welt mit all den Neuerungen, Innovationen, ihren technischen Möglichkeiten vor allem mit Software, dreht sich immer schneller. Notwendiges Grundwissen wird immer umfangreicher.

Spezialwissen bis in die Tiefe

Ich erinnere mich gut an ein Gespräch: der neue Mitarbeiter kam frisch von der Uni und wäre bei einer Abendveranstaltung beinahe am Tisch eingeschlafen. Darauf angesprochen, meinte er nur lapidar: Ich bin den Tag über so eingespannt, dass 21 Uhr neuerdings meine normale Schlafensgehzeit ist. Als ich selbst nach zweijähriger Auszeit aus der Branche wieder zurückkam, verstand ich, wovon er sprach.

In dieser Branche braucht es Spezialwissen bis in die Tiefe, Generalisten werden es immer schwer haben. Nach diesem Prinzip arbeiten unsere erfolgreiche Kunden: sie konzentrieren sich auf ihr Kernwissen, oftmals auf die Applikations-Software. Wir unterstützen sie bei der Entwicklung und liefern funktionierende Baugruppen.

Vor gut 10 Jahren verkauften wir noch Produkte über den Markennamen des Herstellers. Heute sagt uns der Kunde, welche Funktion wichtig ist, und wir finden gemeinsam im Dialog die für ihn beste technische Lösung. China rückt dabei verstärkt in unser Blickfeld, auf der einen Seite als Konkurrent mit günstigen Endprodukten, auf der anderen Seite mit neuen Einkaufsmöglichkeiten. Der Begriff „good enough“ fällt dabei häufiger.

Kontinuität im Leben des Produkts

Deutsche Firmen sind bekannt für ihre ausgereiften Entwicklungen, die oft kompliziert und zu teuer sind. Endkunden sind nicht mehr bereit, einen hohen Preis zu zahlen, sondern sind mit den Mindestanforderungen zufrieden. Deshalb haben wir ein Netzwerk in Asien aufgebaut, um dort die geeigneten Lieferanten zu finden.

Was bringt der günstige Touchscreen, wenn er im nächsten Jahr nicht mehr lieferbar ist, der Hersteller die RoHs- und REACH-Bescheinigungen nicht hat, oder nach dem „goldenen Muster“ nur noch B-Ware liefert?

Mit unseren Mitarbeitern in der Konstruktion, der Projektleitung, dem Environment- und Compliance-Team und Qualitäts-Ingenieuren vor Ort in China stellen wir Kontinuität im Leben eines Produkts sicher. Das sind die Gründe für unseren Erfolg, der Kunde kann sich auf das Verkaufen seiner Produkte fokussieren, um den Rest kümmern wir uns gerne.

Das gelingt uns nur mit zufriedenen, hochmotivierten Mitarbeitern. Deswegen sind Mitarbeiter bei uns immer noch Chefsache. Ganz uneigennützig ist das nicht: Kommen die Kollegen gerne zur Arbeit, kommt dies dem Arbeitsklima zugute, und damit auch mir selbst. Neben dem Erfolg wollen wir auch Spaß an der Arbeit haben.

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