Wie gut war Deutschland im vergangenen Jahr mit Strom versorgt?

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Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik Wie gut ist die deutsche Stromversorgung?

01.10.2020

Netzbetreiber engagieren sich rund um die Uhr für ein zuverlässiges deutsches Stromnetz. Ob sich dieser Aufwand bezahlt macht, zeigt die aktuelle Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik.

Dass sich der hohe Aufwand im Netzbetrieb lohnt und erfolgreich ist, belegt die neue Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik 2019 des VDE-Forums Netztechnik/Netzbetrieb (FNN): Über ganz Deutschland gerechnet musste ein Stromkunde im Jahr 2019 nur zwölf Minuten ohne Strom auskommen (2018: 13,3 Minuten). Damit war jeder Haushalt zu über 99,997 Prozent versorgt. Von einem Stromausfall betroffen zu sein, war vergleichsweise gering: Drei von vier Kunden haben im gesamten Jahr 2019 keine Unterbrechung erfahren.

Besonders wichtig für Industrie und Gewerbe: Im Jahr 2019 haben die Ereignisse, die zu Spannungseinbrüchen führten, nicht zugenommen. Zu solchen Störungen zählen etwa Kurzschlüsse. Zum Hintergrund: Die eingesetzten Geräte und Anlagen reagieren teilweise sensibel auf kleinste Spannungsschwankungen, da immer mehr empfindliche Bauteile und Steuerungen bei den Stromempfängern eingesetzt werden.

Großer Aufwand für Netzbetreiber

Netzbetreiber leisten einen enormen Aufwand, um die Netze in den zulässigen Grenzen von Frequenz, Spannung und Leitungsbelastung zu betreiben. Die Anforderungen dabei steigen durch den Umbau auf erneuerbare Energien und unter anderem dem dadurch notwendigen Stromtransport über weite Strecke. Da der Netzausbau nicht so schnell möglich ist, entstehen vermehrt Engpässe im Netzbetrieb, die die Netzbetreiber beheben müssen.

Heike Kerber, Geschäftsführerin des VDE FNN, sagt: „Ziel ist eine gleichbleibend hohe Zuverlässigkeit der Stromversorgung. Bisher kann sich diese sehen lassen. Allerdings dürfen wir uns darauf nicht ausruhen. Deshalb leisten Netzbetreiber großen Aufwand, um dieses Gut aufrechtzuerhalten.“

Beispielsweise nutzen Betreiber die Möglichkeiten im Betrieb, etwa die höhere Auslastung von Freileitungen bei entsprechenden Wetterbedingungen. 2018 konnten Netzbetreiber durch Engpässe rund 3,5 Prozent des Jahres-Brutto­stromverbrauchs nicht wie geplant einspeisen lassen. Die Entschädigungen, die Netzbetreiber an die Anlagenbetreiber zahlten, lagen 2018 im hohen dreistelligen Millionenbereich.

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  • Ein deutscher Stromkunde war 2019 durchschnittlich nur zwölf Minuten ohne Strom. Um diese hohe Versorgungszuverlässigkeit sicherzustellen, müssen Netzbetreiber mit enormem Aufwand netzstabilisierende Maßnahmen ergreifen.

    Bild: VDE

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