Führungskräfte im KI-Zeitalter: Vom Entscheiden zur kritischen Prüfung

Wer KI nicht skaliert, verliert bis 2030 den Anschluss

Bis 2030 wird KI als Treiber für Automatisierung, neue Entscheidungsprozesse und veränderte Führungsrollen dienen – bei gleichzeitig wachsender Bedeutung menschlicher Kompetenzen.

Bild: iStock, BlackJack3D
27.03.2026

KI verändert nicht nur Prozesse, sondern auch Rollen. Laut der Studie „Digital Excellence Outlook 2026“ erwarten vier von fünf Befragten spezielle KI-Beauftragte wie Chief AI Officers oder Agent Workforce Leads. 79 Prozent erwarten Wettbewerbsverluste ohne KI in Kernprozessen bis 2030.

Wenn KI-Systeme künftig immer mehr Arbeitsaufgaben übernehmen, welche Rolle spielen die Menschen dann noch? Mit dieser Frage hat sich die Digitalberatung Valantic in ihrer aktuellen C-Level-Studie „Digital Excellence Outlook 2026“ gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institute (HRI) beschäftigt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Management aufgrund des Einflusses von KI tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitswelt erwartet, die sich bereits bald bemerkbar machen werden. Mitarbeiter müssen lernen, mit KI-Systemen zusammenzuarbeiten. Auch die Rolle der Führungskräfte muss neu definiert werden. Wie können Mensch und Maschine erfolgreich kooperieren?

KI verändert Arbeit und Führung bis 2030

Gemeinsam mit dem HRI befragte Valantic über 1.000 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aus Unternehmen der DACH-Region zu den Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt, Märkte und Unternehmen in den kommenden Jahren. Es herrscht weitgehend Einigkeit über die direkten Vorteile, die der Einsatz von KI für Unternehmen mit sich bringt: 79 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Unternehmen, die KI nicht konsequent in ihre Kernprozesse und Geschäftsmodelle integrieren, bis 2030 ihre Wettbewerbsfähigkeit einbüßen werden.

Laut der Studie wird KI die Produktivität, Effizienz und Leistung steigern – vorausgesetzt, sie wird intelligent, zielgerichtet und im Einklang mit den Unternehmenszielen eingesetzt. Doch wie wird sich die Rolle der menschlichen Mitarbeitenden in einer Arbeitswelt verändern, in der immer mehr Aufgaben und Verantwortlichkeiten an KI-Systeme übertragen werden und Teams mit autonomen KI-Agenten durchsetzt sind?

Schlüsselkompetenzen der Zukunft & veränderte Führungsrolle

Die Studie „Digital Excellence Outlook – AI at Scale“ zeigt, dass sich die Anforderungen an menschliche Kompetenzen in der Arbeitswelt bis 2030 grundlegend verändern werden. Analytische und operative Aufgaben werden zunehmend durch KI automatisiert, während 80 Prozent der befragten Entscheidungsträger Kreativität, Empathie und ethisches Urteilsvermögen als die wertvollsten Kompetenzen der Zukunft sehen. Diese menschlichen Fähigkeiten sind nicht nur entscheidend, um sich in einer zunehmend automatisierten Welt zu differenzieren, sondern sie sind auch zentrale Bausteine für Innovation und nachhaltigen Geschäftserfolg. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es für Unternehmen ist, die Relevanz dieser Kompetenzen zu erkennen, sie gezielt zu fördern und in den Arbeitsalltag zu integrieren.

82 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass KI bis 2030 einen erheblichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung in Unternehmen haben wird. In diesem Szenario wird sich die Rolle der Managerinnen und Manager stark verändern – weg von traditionellen Entscheidungsprozessen, hin zur kritischen Überprüfung intelligenter KI-Systeme.

Gleichzeitig wird die starke Abhängigkeit von KI als Herausforderung gesehen: 67 Prozent der Befragten warnen davor, dass wichtige menschliche Fähigkeiten wie Problemlösung, Innovation und unternehmerisches Denken durch die Automatisierung verloren gehen könnten. Dies könnte sich langfristig auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auswirken.

Verantwortung und neue Führungsrollen im Zeitalter der KI

Die Studie verdeutlicht, dass Unternehmen im Zuge der KI-Transformation nicht nur technologische, sondern auch soziale Verantwortung tragen. 75 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass fortschrittliche Unternehmen bis 2030 gezielte Programme zur Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit und der psychischen Gesundheit einführen werden, um den sinkenden Bedarf an menschlicher Denkfähigkeit auszugleichen. Darüber hinaus wird von Unternehmen erwartet, dass sie die Verantwortung für faire Datennutzung und die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden übernehmen.

Eine weitere wichtige Veränderung ist die Einführung neuer Führungsrollen. So sind beispielsweise vier von fünf Befragten davon überzeugt, dass Unternehmen in den kommenden Jahren spezielle KI-Beauftragte benötigen werden, etwa Chief AI Officers oder Agent Workforce Leads, um die wirtschaftlichen und ethischen Vorteile der KI strategisch zu managen.

Chancen und Herausforderungen einer KI-gesteuerten Arbeitswelt

„Unsere gemeinsame Studie mit dem HRI zeigt deutlich, dass Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt grundlegend verändern wird – nicht nur durch die Automatisierung von Routineaufgaben, sondern auch durch die Neugestaltung von Entscheidungsprozessen und Managementaufgaben“, erklärt Laurenz Kirchner, Geschäftsführer und Leiter des Bereichs Data & AI bei Valantic. „Die eigentliche Herausforderung besteht darin, den technologischen Fortschritt mit der gezielten Förderung menschlicher Kompetenzen wie Kreativität, Empathie und ethischem Denken zu verbinden. Nur Unternehmen, die die Verantwortung für die Auswirkungen von KI ernst nehmen, werden langfristig erfolgreich sein.“

Sind Sie bereit für eine völlig neue Arbeitswelt?

Die Studie verdeutlicht, dass KI die Arbeitswelt in den kommenden Jahren revolutionieren wird. Führungskräfte betrachten KI als treibende Kraft hinter der Automatisierung operativer Aufgaben und der Transformation von Geschäftsentscheidungen. Gleichzeitig fordern sie einen bewussten Umgang mit den Risiken, die eine Abhängigkeit von KI mit sich bringen kann.

Menschliche Fähigkeiten, wie Kreativität und Empathie, könnten sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil entwickeln. Unternehmen sind in der Verantwortung, das Gleichgewicht zwischen technologischem Fortschritt und der Förderung menschlicher Fähigkeiten zu wahren sowie sich strategisch an die ethischen und wirtschaftlichen Herausforderungen des KI-Zeitalters anzupassen.

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