Vollautomatisierte Produktion von Wasserstoffperoxid Schluss mit manuellem Abfüllprozess

Evonik hat die Abfüllleistung um 30 Prozent steigern können.

Bild: iStock, Smederevac
19.09.2023

In Weißenstein werden jährlich 50.000 t Wasserstoffperoxid und andere Peroxidprodukte von Evonik produziert. Aufgrund des Marktwachstums und der Notwendigkeit der Arbeitssicherheit entschied sich das Unternehmen für eine hochautomatisierte Abfüllanlage. Mit dieser Erneuerung konnte Evonik die Abfüllleistung um 30 Prozent steigern und gleichzeitig die Produktivität sowie das Reklamationsmanagement verbessern.

Am Evonik-Standort im österreichischen Weißenstein produzieren rund 100 Mitarbeiter jährlich 50.000 t Wasserstoffperoxid (H2O2), das vor allem als Bleichmittel, Desinfektionsmittel sowie in der Medizin und der Biologie Verwendung findet. Damit ist Weißenstein das Tor zu den Wasserstoffperoxid-Märkten in Österreich und Osteuropa. Neben H2O2 werden im Evonik-Werk auch Peressigsäure und Polyoxycarbonsäuren hergestellt.

Die Ausgangslage

Am Standort war seit den 1980er-Jahren eine mechanische Anlage im Einsatz. „Diese halbautomatische Abfüllanlage entsprach sowohl vom Automatisierungsgrad als auch der Arbeitssicherheit nicht mehr dem Stand der Technik“, sagt Arnold Sommeregger, Werksingenieur bei Evonik in Weißenstein. „Wir waren im Zugzwang.“

Die Anforderung

Aufgrund des Marktwachstums im Bereich der Peroxide und eines neues Business Cases musste die Abfüllleistung signifikant gesteigert werden. Gleichzeitig sollte die neue Anlage den aktuellen Auflagen für die Mitarbeitersicherheit entsprechen. Um beides zu bewerkstelligen, wurde eine neue Anlage mit einem hohen Automatisierungsgrad gesucht. „Sie sollte automatisiert sein von der Gebindeaufgabe über die Abfüllung, bis zur Etikettierung, Palettierung und Wicklung“, so Arnold Sommeregger.

Die Lösung: eine hoch automatisierte Anlage

„Greif-Velox war der einzige Anbieter, der uns nicht nur die Abfüllmaschine, sondern ein aufeinander abgestimmtes Komplettsystem angeboten hat, mit einem Ansprechpartner für das Gesamtsystem. Deshalb haben wir uns für die A-Dos-K entschieden.“ Die Anlage vereint höchstmögliche Leistung und Mitarbeitersicherheit bei der Abfüllung der Produkte. Bis zu 240 Kanister pro Stunde mit Produkten von niedriger bis mittlerer Viskosität kann sie vollautomatisch innerhalb eines siebenstufigen Sicherheitssystems abfüllen. Dazu zählen:

  • das automatische Anbringen, Erfassen und Überprüfen der Etiketten(daten),

  • Überprüfung der Gebinde anhand ihres Tara-Gewichts,

  • eichgenaue Befüllung und Spundlochabsaugung direkt an der Emissionsquelle,

  • automatisches Abschalten bei Überfüllung und Leckagen,

  • sicherer automatischer Verschließprozess mit der Dokumentation des Drehmoments und der Einschraubtiefe,

  • automatische Palettierung und Ladungssicherung ohne Beschädigung der Kanister und

  • automatisierte Reinigung der Anlage für Produktwechsel.

Der gesamte Füll- und Verschließprozess findet zudem im Containment statt, was dazu führt, dass Mitarbeiter nicht in Berührung mit den abzufüllenden Produkten kommen können. Weder können Substanzen aus dem Produktionsprozess entweichen noch wird das Produkt durch Fremdstoffe in der Umwelt verunreinigt. Dank mehrfacher eingebauter Sicherheitskontrollen werden sowohl die Arbeitssicherheit als auch die Ladungs- und Transportsicherheit beim Handling der Gefahrstoffe bestmöglich erfüllt. „Sicherheitstechnisch ist die Anlage jetzt ‚State of the Art‘ und erfüllt problemlos alle gewerberechtlichen Auflagen“, sagt Arnold Sommeregger.

Darüber hinaus konnte das gesamte System an das bestehende Leitsystem bei Evonik Weißenstein angeschlossen werden, um einen reibungslosen bidirektionalen Datenaustausch zu gewährleisten. Nichts muss mehr zeitintensiv händisch eingegeben werden; alle Daten wie zum Beispiel zum Verschlussprozess oder zum Gewicht werden aufgezeichnet, gespeichert und weiterverarbeitet. „Kein anderer Hersteller hatte das Gesamtpaket so flexibel realisieren können wie Greif-Velox“, sagt Sommeregger. „Jetzt haben wir einen durchgängig digitalisierten Prozess.“

Das Ergebnis

Durch die neue Anlage konnte Evonik Weißenstein seine Abfüllleistung um 30 Prozent steigern: Inzwischen können 200 30-Liter-Kanister pro Stunde automatisch abgefüllt werden. Durch die Automatisierung des Abfüllprozesses, der Palettierung und Wicklung wird eine Verbesserung der Produktivität erreicht. Da die Prozessdaten aufgezeichnet und gespeichert werden, vereinfacht sich auch das Reklamationsmanagement – insbesondere aufgrund der Daten zu Drehmoment und Einschraubtiefe beim Verschlussprozess. „So haben wir Daten in der Hinterhand, die belegen: Wir haben alles getan, um die Kanister korrekt verschlossen auf die Straße zu bringen“, sagt Sommeregger.

Auch die anschließende Nachbetreuung hat Evonik überzeugt. Bei Problemen oder Nachjustierungen können sich die Experten von Greif-Velox per Remote-Steuerung auf das System schalten, um gemeinsam mit den Experten vor Ort den Fall zu analysieren und entsprechend zu handeln.

Bildergalerie

  • Bis zu 240 Kanister pro Stunde kann die neue Anlage vollautomatisch abfüllen.

    Bis zu 240 Kanister pro Stunde kann die neue Anlage vollautomatisch abfüllen.

    Bild: Greif Velox

  • Der gesamte Füll- und Verschließprozess findet im Containment statt, sodass Mitarbeiter nicht in Berührung mit den abzufüllenden Produkten kommen können.

    Der gesamte Füll- und Verschließprozess findet im Containment statt, sodass Mitarbeiter nicht in Berührung mit den abzufüllenden Produkten kommen können.

    Bild: Greif Velox

  • Dank mehrfacher eingebauter Sicherheitskontrollen werden sowohl die Arbeitssicherheit als auch die Ladungs- und Transportsicherheit beim Handling der Gefahrstoffe bestmöglich erfüllt.

    Dank mehrfacher eingebauter Sicherheitskontrollen werden sowohl die Arbeitssicherheit als auch die Ladungs- und Transportsicherheit beim Handling der Gefahrstoffe bestmöglich erfüllt.

    Bild: Greif Velox

  • Am Evonik-Standort im österreichischen Weißenstein produzieren rund 100 Mitarbeiter jährlich 50.000 t Wasserstoffperoxid (H2O2), das vor allem als Bleichmittel, Desinfektionsmittel sowie in der Medizin und der Biologie Verwendung findet.

    Am Evonik-Standort im österreichischen Weißenstein produzieren rund 100 Mitarbeiter jährlich 50.000 t Wasserstoffperoxid (H2O2), das vor allem als Bleichmittel, Desinfektionsmittel sowie in der Medizin und der Biologie Verwendung findet.

    Bild: Greif Velox

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