Hybrides Versorgungssystem im Neubau

Wärmepumpe mit Rückenwind vom Dach

Pilotprojekt am Ammersee: Auf dem Schuldach in Herrsching liefern die neuen Kollektoren der TWL-Technologie regenerative Wärme und Strom.

Bild: TWL-Technologie GmbH
28.03.2026

Für ein hybridversorgtes Schulgebäude hat TWL neue PVT-Module mit Geothermie verknüpft. Die Anlage hat eine Leistung von 103 kWp und speist die Abwärme der PV-Anlage in eine Sole-Wärmepumpe mit 56 Erdsonden. Dadurch konnte der Sondenbedarf um 25 Prozent gesenkt werden.

Der Hersteller TWL-Technologie hat seine ersten PRISMA PVT-RBX-Module bei einem neu errichteten Gymnasium in Herrsching am Ammersee installiert. Die monokristallinen 450-W-Module nutzen die Abwärme der PV-Module über einen Roll-Bond-Absorber als Quellenergie für Sole-Wärmepumpen. Sie wurden vom Unternehmen gemeinsam mit dem Automobilzulieferer Mubea entwickelt. Am Ammersee versorgen sie jetzt zusammen mit 56 Erdsonden à 90 m Tiefe eine Wärmepumpe in der Heizsaison mit regenerativer Energie. Ab Mai regenerieren die Hybridkollektoren dann das Erdsondenfeld.

Von der Simulation zur Umsetzung

In der Simulation des Projekts durch das TGA-Planungsbüro PKi ergab sich ein Bedarf von 75 Erdsonden. Dies war jedoch aus Platzgründen und wegen der Gewässerschutzauflagen nicht möglich. Deshalb entschloss man sich, eine PVT-Anlage mit 228 Modulen auf dem Dach des Neubaus zu errichten, um die Wärmepumpe mit Energie zu versorgen und die Erdsonden zu regenerieren. Dadurch konnte das Erdsondenfeld um 25 Prozent auf 56 Sonden reduziert werden. Mit einer elektrischen Gesamtleistung von 103 kWp übernimmt die Anlage außerdem einen relevanten Anteil der Stromerzeugung für den Schulbetrieb.

„Weil die Hybridkollektoren die PV-Module kühlen, führt das natürlich auch zu einem höheren Stromertrag. Diese Kombination ist sehr vielversprechend, und ich freue mich auf die Ergebnisse“, sagt Florian Rottmayr, Geschäftsführer von Taranis Energie aus dem niederbayerischen Bad Abbach. Das Unternehmen hat das PVT-System montiert.

70/30-Heizkonzept: Wärmepumpe plus Spitzenlast-Gaskessel

Die 290-kW-Wärmepumpe liefert rund 70 Prozent der Jahres-Heizleistung. Die übrigen 30 Prozent werden von einem 290-kW-Spitzenlast-Gaskessel abgedeckt. Dieser übernimmt zusätzlich die Warmwasserversorgung des Schulgebäudes mit Kantine und Duschanlagen mit einer Vorlauftemperatur von bis zu 80 °C. Dadurch entsteht ein hybrides Versorgungssystem, das erneuerbare und fossile Energieerzeuger kombiniert. Über Verteiler- und Übergabepunkte wird die erzeugte Energie in die Heizkreise des Gebäudes eingebracht.

„Mit 228 installierten RBX-Modulen zählt unser Projekt in Herrsching zu den größeren öffentlichen PVT-Installationen im Schulbereich. Die Kombination aus 56 Erdsonden, einer Wärmepumpe und redundantem Gaskessel zeigt eine moderne Lösung mit einem hohen regenerativen Anteil für kommunale Neubauten auf. Für TWL-Technologie ist das Projekt ein technologischer Meilenstein, da der PRISMA PVT-RBX hier in einem großflächigen Verbundsystem eingesetzt wird“, sagt Christian Holst, Produktmanager PVT bei TWL-Technologie.

Bildergalerie

  • Insgesamt haben die Monteure 228 Photovoltaik-Thermie-Module von TWL-Technologie installiert.

    Insgesamt haben die Monteure 228 Photovoltaik-Thermie-Module von TWL-Technologie installiert.

    Bild: TWL-Technologie GmbH

Firmen zu diesem Artikel
Verwandte Artikel