Uwe Müller, Datacenter Sales Lead Germany bei Cisco, schreibt über die virtuelle Desktop-Infrastruktur als Lösung zur dezentralen Arbeitsumgebung.

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Ortsunabhängiges Arbeiten auch bei hoher Performance Virtuelle Desktop-Infrastruktur über Cloud und Datacenter

13.10.2020

Die vergangenen Monate stellten für einen Großteil der Arbeitnehmer und Arbeitgeber auch einen Praxistest dar, wie gut die bestehende IT-Infrastruktur für die standortunabhängige Arbeit geeignet ist. Die in der Politik schon davor laufende Diskussion, ob ein generelles Angebot von Homeoffice eingeführt werden solle, ist durch die unvorhergesehenen Ereignisse stärker in den Fokus gerückt, auch für die Zeit nach Corona.

Von Seiten der Arbeitnehmer stieg definitiv das Interesse, künftig von überall aus arbeiten zu können. Zahlen von Morgan Stanley Research zeigen, dass 82 Prozent der deutschen Angestellten gern mehr von Zuhause arbeiten würden

Bei der Art und Weise, wie Unternehmen eine dezentrale Arbeitsumgebung bereitstellen, gibt es aber Unterschiede zwischen Lösungen, die Betriebe aus Sicherheit- und Verfügbarkeitsgründen kurzfristig eingeführt haben und denen, die für eine langfristige Nutzung des mobilen Arbeitens konzipiert werden.

Virtuelle Desktop-Infrastruktur

Der aktuelle Trend geht dahin, eine virtuelle Desktop Infrastruktur (VDI) zu nutzen. Cisco verzeichnet im Durchschnitt 20-30 Prozent mehr Bedarf. Der Vorteil einer VDI liegt darin, dass diese auch Mitarbeitern ein ortunabhängiges Arbeiten ermöglicht, die beispielsweise von Orten ohne leistungsfähige Breitbandverbindung arbeiten wollen, aber für ihre Arbeit standardmäßig hohe Performance benötigen würden.

VDI ist sozusagen die performante und vollständige Verlagerung der gewohnten Arbeitsumgebung und hilft, die letzte Meile zu reduzieren. So kann die zentrale hohe Rechenpower mit der Nutzung aus der Distanz verbunden werden. Es müssen nicht massiv Daten versendet werden, es werden nur die „Ergebnisse“ übertragen. Verteilte VDI-Infrastrukturen zum nächstgelegenen Hotspot über Cloud-Lösungen bieten eine bessere Performance.

Ist bereits eine VDI-Umgebung in der Unternehmens-Infrastruktur eingeplant und integriert, dann kann die aktuelle Situation als Testballon dafür dienen, ob die gebaute Infrastruktur die nun anfallende Performance-Auslastung tragen kann.

In der Praxis zeigt sich dabei oft, dass noch Verbesserungsbedarf besteht. Dann steht die Entscheidung im Raum, ob eine eigene Lösung gebaut oder auf eine externe Lösung gesetzt wird, zum Beispiel Managed oder Public Cloud.

So lange dauert das Ausrollen einer VDI-Umgebung

In den meisten Fällen haben Unternehmen den Wunsch, eine eigene Lösung zu bauen oder bauen zu lassen. Natürlich müssen dafür die nötigen Ressourcen vorhanden sein, sowie ausreichend Zeit. Eine Konzeptionsphase kann hier nämlich von einem Monat bis einem Jahr umfassen.

Reicht hierfür die Zeit nicht oder soll die Zeit überbrückt werden, so kann es durchaus sinnvoll sein, auf ein vorkonfektioniertes Cisco-Angebot zurückzugreifen. Als Beispiel wurde hier ein Hyper Converged HCI VDI Bundle zusammengestellt: Für 500 Mitarbeiter über VMware oder Citrix fällt hier nur eine Ausrolldauer von sechs bis acht Wochen an, inklusive Lieferzeit und HyperFlex (Computer Storage Netz: 40 G intern Breite). Das ermöglicht eine kurzfristige Bereitstellung, wenn tatsächlich etwas von Null an aufgebaut werden soll.

Monitoring und Optimierung wird immer wichtiger

Eine eigene Lösung kann für ein Unternehmen aus mehreren Gründen keine Option darstellen: Sei es aus Zeitmangel, der Einfachheit der genutzten Applikation oder der fehlenden Ressourcen; sowohl technisch als auch mit Blick auf eigene Fachkräfte.

Dann kann eine VDI über einen Cloud-Service sinnvoll sein. Das ist vom Einzelfall abhängig. Als Faustregel lässt sich aber sagen: Je spezieller die Applikation oder die Daten, desto eher ist eine eigene Lösung die beste Wahl.

Wenn ein Unternehmen interessiert ist an der einfachen Installation und stetigen Überwachung voreingestellter Nutzungsparameter der VDI Umgebung, geben Tools wie beispielsweise die KI-gestützte Monitoring- und Software-Optimierungs-Lösung Intersight mit dem integrierten Workload Optimizer von Cisco Hilfe für einen dauerhaft performanten Betrieb in einer sich stetig verändernden Umgebung. Voreingestellte Service Level Agreements werden ständig überwacht und Abweichungen zu Gunsten des Nutzers automatisch in Anpassungen der Infrastruktur umgesetzt.

Darüber hinaus wird gemessen, ob beispielsweise bei einer VDI über die Public Cloud die gewünschten Service Level Agreements erfüllt werden und notwendige Änderungen automatisch vorgenommen.

Ob die IT nun selbst verwaltet oder ein Managed Service dafür genutzt wird: Eine maßgeschneiderte IT, wie zum Beispiel auch eine leistungsfähige VDI Umgebung, erlaubt durch intelligentes Monitoring und automatische Anpassungen die unterbrechungsfreie, ortsunabhängige Nutzung von verteilten Applikationen.

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