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Dezentral statt zentral Viele kleine Power-Erzeuger statt ein großer?

20.08.2018

Mit dezentraler Energieerzeugung und -versorgung soll Strom nicht mehr aus dem weit entfernten Wasser-, Wind-, Kohle- sowie Atom- oder Gaskraftwerke kommen, sondern direkt und nachhaltig vom heimischen Dach oder dem Unternehmensgelände. So die Idee. Aber wie profitabel ist dezentrale Energieversorgung – für Eigenheimbesitzer und für Unternehmen?

Die Energieversorgungslandschaft in Deutschland befindet sich spätestens seit der Energiewende im Umbruch. Immer mehr kleinere und dezentrale, vorwiegend regenerative Erzeuger, die in Verbrauchernähe verteilt sind, treten an die Stelle der Großanlagen. Die Energie wird dort erzeugt, wo sie benötigt wird. Zum Beispiel versorgt die Photovoltaikanlage auf dem Dach das Haus mit Energie. Diese Haushalte sind oft Erzeuger und Verbraucher in einem, sogenannte Prosumer. Die Einspeisung der volatilen erneuerbaren Energien und der zunehmende Strombedarf stellen die Stromnetze jedoch vor eine große Herausforderung. Um eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sicherzustellen, ist ein massiver Netzausbau erforderlich, der allerdings seit Jahren stockt. Die dezentrale Erzeugung von Strom bietet auf Verteiler­ebene Entlastung für das Stromnetz.

Warum ist die zentrale Energieversorgung nicht mehr zeitgemäß?

Wer sich von einem zentralen Energieerzeuger versorgen lässt, ist sich gewiss: Für die zentrale Stromversorgung wird keine Neuinstallation von Geräten benötigt und damit auch keine Anfangsinvestition. Die Versorgung für den Kunden bleibt unabhängig vom Wetter und ist damit weitestgehend sichergestellt. Und auch Wartung sowie Abrechnung laufen weiter wie gewohnt, sodass sich für den Verbraucher nichts ändert.

Die Vorteile des zentralen Energieversorgers bergen zugleich aber auch den größten Nachteil: die Abhängigkeit vom Versorger. Erhöht der Versorger die Energiepreise, kann der Verbraucher nur den Versorger wechseln. Dort bekommt er vielleicht Energie zu einem besseren Preis, muss aber den zweiten Nachteil in Kauf nehmen: Auch bei einem günstigen Stromanbieter bleiben die Energiekosten auf lange Sicht höher als bei einem Mix aus Selbstversorgung, Einspeisung und Reststrom vom Erzeuger. Außerdem werden die Energiekosten in den nächsten Jahren weiter steigen – ein Wechsel des Versorgers wird den Effekt also nur abmindern.

Neben dem verhältnismäßig hohen Preis schadet die zentrale Energieversorgung in vielen Fällen der Umwelt – der größte Teil des Stroms aus dem öffentlichen Netz stammt aus fossilen Energiequellen, die durch CO2-Ausstoß die Umwelt belasten. Erfreuliche Ausnahme: Einige Anbieter liefern Ökostrom, der aus Öko-Anlagen stammt.

Dezentrale E-Erzeugung schafft Unabhängigkeit

Der größte Vorteil der dezentralen Energieversorgung: mehr Unabhängigkeit für Prosumer. Eigenstromerzeuger sind den Preiserhöhungen im Strommarkt weit weniger ausgesetzt als Verbraucher, die nur vom zentralen Energieversorger Strom beziehen. Im Idealfall wird der selbsterzeugte Solarstrom direkt im Haushalt oder Unternehmen verbraucht. Auch unabhängig von Preissteigerungen lohnt sich die Investition: Besitzer von eigenen Energiequellen sparen auf lange Sicht Geld durch Strom, den sie selbst produzieren und verbrauchen. Die Anfangsinvestition kann sich je nach Anlage und Gegebenheiten schon nach weniger als zehn Jahren amortisiert haben und der Besitzer erwirtschaftet von da an Gewinne. Insbesondere die sinkenden Preise für Komponenten reduzieren die Hemmschwelle und verstärken die Nachfrage nach autonomer Energieversorgung.

Allerdings: Im Normalfall deckt dezentral produzierter Strom lediglich einen Teil des Verbrauchs, der Restbedarf muss mit Strom aus dem öffentlichen Netz gedeckt werden. Mit einem ergänzenden Batteriespeicher kann bis zu 80 Prozent des selbsterzeugten Stroms auch selbst im Haushalt verbraucht werden. Aufgrund der naturgegebenen Wetterschwankungen ist komplette Autarkie für Privathaushalte jedoch nur schwer realisierbar. Außerdem führen diese dazu, dass die Erträge für Besitzer von großen Photovoltaikanlagen unberechenbar werden.

Und ganz so bequem wie Strom vom zentralen Kraftwerk ist die eigene Energieerzeugung oftmals nicht. Denn während der Laufzeit der Anlage kümmert sich nicht der Stromversorger um eventuelle Anlagenausfälle. Die Verantwortung liegt allein beim Eigenheimbesitzer.

Dennoch ist nicht zu vergessen, dass die dezentrale Energieversorgung einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leistet, da erneuerbare Energiequellen wesentlicher Treiber dieser Versorgungsart sind. Photovoltaikanlagen, Windräder, Biogasanlagen und auch Wärmepumpen belasten die Umwelt weit weniger als etwa Strom aus einem Braunkohle- oder Atomkraftwerk. Und durch Stromerzeugung und -verbrauch am gleichen Ort werden Netzeinspeisung sowie Energieverluste vermieden, die durch den Energietransport entstehen würden.

Innovative Services machen PV attraktiver

Die Nachteile der dezentralen Eigenstromversorgung eliminiert beegy als System- und Serviceanbieter von erneuerbaren Energielösungen für Eigenheimbesitzer mit einem sehr zukunftsfähigen Ansatz: Umfangreiche Serviceleistungen wie technisches Monitoring verbunden mit 20 Jahren Garantie auf alle Komponenten nehmen dem Kunden die Überwachung, eventuelle Reparaturen und damit auch das Ausfallrisiko der Photovoltaikanlage ab. Ein Webportal für den ständigen Überblick über die Energieflüsse im Haushalt sowie eine Stromflatrate für den Reststrombedarf komplettieren das Rundum-sorglos-Paket aus einer Hand. Mit eigener Stromerzeugung und -speicherung sowie digitalem Energiemanagement können auch Unternehmen ihre Energieversorgung optimieren: Sei es, um energieintensive Produktionsprozesse wirtschaftlicher zu gestalten oder um ihren Mitarbeitern das Laden ihrer Elektrofahrzeuge während der Arbeitszeit zu ermöglichen.

Nicht ohne intelligentes Energiemanagement

Eines ist jedoch klar: Damit dezentrale Energieversorgung das zentrale System vollständig ablösen kann, müssen alle Akteure des Strommarktes miteinander vernetzt werden. Ohne ein intelligentes Energie- und Lastmanagement, welches die Erzeugung, Speicherung und den Verbrauch zentral steuert, ist eine bedarfsorientierte, verbrauchsnahe Energieerzeugung kaum möglich. Dafür braucht es vor allem Daten. Neben den Verbrauchsdaten bedarf es vor allem Wetterdaten, um eine Erzeugungsprognose zu errechnen und die Energieflüsse im Haushalt oder Unternehmen entsprechend zu steuern.

Eine der größten Herausforderungen dabei ist die Verfügbarkeit der Energie. Wird Strom aus Wind- oder Solarenergie erzeugt, müssen leistungsfähige Stromspeicher leistungsschwache Zeiten ausgleichen, um Versorgungsengpässe zu vermeiden und das Stromnetz zu entlasten.

Elektromobilität forciert dezentrale Erzeugung

In jüngster Zeit ist die Elektromobilität ein zunehmender Treiber der dezentralen Energieerzeugung. Denn wirklich nachhaltig fahren Elektroautos nur mit erneuerbarer Energie. Insbesondere der Photovoltaikausbau spielt dabei eine bedeutende Rolle, um das Elektroauto direkt mit dem vor Ort produzierten Strom zu laden. Genau hier setzt beegys neuester Service an: eine intelligente Ladesteuerung für Elektroautos. Grundlage ist ein Energiemanagement-System, das die lokale Photovoltaikanlage und ggf. den Batteriespeicher mit einer steuerbaren Ladestation vernetzt. So ist es möglich, das Elektroauto bevorzugt mit dem Sonnenstrom vom eigenen Dach zu laden und dabei Kosten zu sparen gegenüber ungeregeltem Laden mit Netzbezug.

Doch nicht nur geeignete Ladestrategien entlasten das Stromnetz. Elektroautos ruhen im Schnitt etwa 23 Stunden am Tag und könnten als temporäre Batteriespeicher für überschüssigen Strom ideal zur Netzstabilisierung beitragen. Ein Partnerunternehmen von Beegy kann über die Implementierung eines White-Label-Onlinekonfigurators auf der eigenen Website seinen Kunden praktisch sofort und unter der eigenen Marke intelligente, markt­erprobte Energielösungen aus Solaranlagen, Batteriespeicher, Ladestationen und künftig Wärmepumpen in Kombination mit Servicepaketen anbieten. Dabei übernimmt beegy im Hintergrund die komplette Abwicklung sämtlicher Prozesse von der Angebotserstellung und Beratung, über Auftragsabwicklung, und Energielieferlogistik bis hin zur Abrechnung und After-Sales-Services. Das spart den Unternehmen die eigene langwierige Entwicklungsarbeit neuer Geschäftsfelder und zusätzliches Personal.

Durch den modularen Produktbaukasten bietet beegy so nicht nur klassischen Energieversorgern den Einstieg in neue Geschäftsfelder, sondern auch Komponentenherstellern oder anderen Branchen, bspw. die Automobil- oder Finanzindustrie. Mit der Etablierung der dezentralen Energieerzeugung und -verwertung ist somit bereits die Basis für den Ausbau der nachhaltigen Energiezukunft gelegt. Mit seinen White-Label-Lösungen für Unternehmen unterstützt beegy die Energiewende mit intelligenten und vor allem anwenderfreundlichen Komplettlösungen.

Bildergalerie

  • Ein Partnerunternehmen von Beegy kann über die Implementierung eines White-Label-Onlinekonfigurators auf der eigenen Website seinen Kunden praktisch sofort und unter der eigenen Marke intelligente, markterprobte Energielösungen aus Solaranlagen, Batteriespeicher, Ladestationen und künftig Wärmepumpen in Kombination mit Servicepaketen anbieten.

    Bild: Klaus Müller

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