Kunststoffverpackungen verzeichneten den größten Produktionszuwachs im vergangenen Jahr. Dabei müssen sie gerade bei Lebensmitteln wie diesen Tomaten hohen Anforderungen an die Haltbarkeit gerecht werden.

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Jahresbilanz verzeichnet steigende Umsätze Verpackungen müssen mehr leisten, als nur zu verpacken

27.07.2018

Der Verpackungsmarkt ist weiter gewachsen: Nach Angaben des Gemeinschaftsausschusses Deutscher Verpackungshersteller (GADV) wurden im Jahr 2017 rund 19 Millionen Tonnen Packmittel hergestellt. Dabei generierten die Kunststoffverpackungen den größten Anteil am Umsatz, mengenmäßig waren die Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe die größte Packmittelfraktion. Doch Verpackungen müssen längst nicht mehr nur den sicheren Transport des Packguts gewährleisten, sondern auch Anforderungen aus dem Umweltschutz und der Nachhaltigkeit bedienen.

Die gesamte Produktionsmenge von Verpackungen stieg 2017 um 1,1 Prozent auf 19 Millionen Tonnen; der Umsatz legte um 4,6 Prozent auf rund 33 Milliarden Euro zu. Wie in den Jahren zuvor hatten die Kunststoffverpackungen den umsatzmäßig größten Anteil von rund 44 Prozent am Gesamtumsatz, mengenmäßig lagen die Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe mit rund 47 Prozent auf dem ersten Platz der Packmittelfraktionen.

Aluminium trotz guter Konjunktur rückläufig

Bei der Produktion zeigt sich bei den Packmittelfraktionen ein geteiltes Bild: Den stärksten Zuwachs verzeichneten die Kunststoffverpackungen mit einem Plus von 2,1 Prozent, gefolgt von Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton (plus 2,0 Prozent) und Glasverpackungen (plus 1,7 Prozent). Rückläufig war dagegen die Produktion bei den Metallverpackungen aus Stahl mit minus 8,2 Prozent. Die Produktion von Verpackungen aus Aluminium ging aufgrund von Produktionsverlagerungen trotz allgemein guter Konjunktur um 2,8 Prozent zurück.

Einheitlich schwarze Zahlen

Der Umsatz fiel bei den Packmittelfraktionen dagegen einheitlich positiv aus: Den höchsten Zuwachs verzeichneten im Jahr 2017 die Metallverpackungen mit einem Plus von 7,8 Prozent, gefolgt von Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton (plus 5,6 Prozent), den Kunststoffverpackungen (plus 3,9 Prozent), Verpackungen aus Aluminium (plus 3,2 Prozent) und Glas (plus 2,4 Prozent).

Verpackungen müssen recyclingfähiger werden

Der GADV-Sprecher und Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Glasindustrie, Dr. Johann Overath, nennt die deutsche Verpackungsindustrie nicht nur eine „äußerst dynamische und kreative Branche mit konstanten Wachstumsraten", sondern schreibt ihr in der modernen Wirtschaft und Gesellschaft auch eine „geradezu systemtragende Rolle" zu. „Ohne leistungsfähige Verpackungen wäre eine sichere, zuverlässige und preiswerte Versorgung der Menschen mit allen denkbaren Gütern des täglichen Bedarfs nicht denkbar“, so Overath weiter.

Doch Verpackungen müssen heute weit mehr leisten, als das in ihnen verpackte Füllgut optimal zu schützen. Politik und Verbraucher formulieren klare Vorgaben an zukunftsfähige Verpackungen. So stellt das Verpackungsgesetz, das im nächsten Jahr in Kraft treten wird, hohe Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Und auch viele Endverbraucher legen Wert auf umweltfreundlichen und nachhaltigen Konsum.

Trends in Richtung Umweltbewusstsein

Die Funktionalität von Verpackungen spielt somit im Hinblick auf Wiederverschließbarkeit, flexible Füllgrößen und Portionierbarkeit zwar weiterhin eine wichtige Rolle, aber auch aktuelle Verbrauchertrends wie Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein, Regionalität, Nachhaltigkeit sowie das steigende Engagement gegen Lebensmittelverschwendung müssen von den Verpackungsherstellern bedient werden. „Verpackungen tragen maßgeblich dazu bei, Lebensmittelverschwendung zu verhindern, indem sie Lebensmittel haltbar und lagerfähig machen“, unterstreicht Overath.

Bildergalerie

  • Die Tabelle stellt die Produktions- und Umsatzentwicklungen von Packmitteln aus dem Jahr 2017 denen aus 2016 gegenüber.

    Bild: GADV

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