Thomas Maier, geboren 1964, studierte technisch orientierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Stuttgart und arbeitete lange Zeit für eine führende deutsche Unternehmensberatung, später auch selbstständig. Seit 2005 ist er geschäftsführender Gesellschafter bei Eisele und kümmert sich unter anderem um die strategische Entwicklung des Unternehmens.

Bild: Eisele

Kommentar Verbindungen müssen wachsen

04.10.2019

Wir haben ein einmaliges Qualitätsportfolio, aber der Markt wartet nicht auf uns. Deshalb wollten wir uns in Nischen der Anschlusstechnik als technisch und qualitativ führender Anbieter etablieren. So haben wir ein mittelständisches Familienunternehmen mit Innovation und Spezialisierung aus eigener Kraft in die internationale Expansion geführt.

Thomas Maier war mit diesem Beitrag im P&A-Kompendium 2019 als einer von 100 Machern der Prozessindustrie vertreten. Alle Beiträge des P&A-Kompendiums finden Sie in unserer Rubrik Menschen .

Wir stellen seit 80 Jahren hochqualitative Anschlusskomponenten aus Metall her. Unsere Kernkompetenz liegt in der Anschlusstechnik mit einem historisch gewachsenen Schwerpunkt bei der Pneumatik. In der Fertigung und Konstruktion dieser Bauteile haben wir eine einmalige Expertise. Viele patentierte und innovative Produkte und unser hervorragender Ruf in der Automobilbranche belegen das.

Vor rund zehn Jahren sahen wir uns dennoch vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Wir mussten unser eher traditionell und handwerklich ausgerichtetes Mittelstandsunternehmen für den internationalisierten Markt aufstellen und wollten strategisch und solide wachsen. Viele Pneumatikanschlüsse sind Massenprodukte, die von großen Anbietern quasi nebenbei als Zubehör angeboten werden. Das Qualitätsbewusstsein der Einkäufer tritt oft hinter der Preiserwartung zurück.

Konzentration auf Nischenmärkte

Da konnten und wollten wir nicht mithalten. Wir konzentrierten uns deshalb auf Schwerpunkte in Nischenmärkten und wollten eine Vorreiterrolle bei Zukunftsthemen einnehmen. Deshalb bauten wir zum Beispiel neben Korrosionsschutz, modularen, langlebigen Mehrfachkupplungen und Hygiene einen Know-how-Schwerpunkt bei geschlossenen Kühlwasserkreisläufen auf und erweiterten die Produktpalette gezielt um Schlüsselkomponenten für bestimmte Anwendungen. Mit diesen gehen wir jetzt gezielt Zukunftsthemen wie die Energiewende an.

Kühllösungen für die Energiebranche

Wegen ihrer hohen Qualität und Zuverlässigkeit sind unsere Anschlüsse schon heute fester Bestandteil in Windkraftanlagen, Ladestationen für die Elektromobilität sowie beim autonomen Fahren. Hochleistungsbatterien und Ladestationen, insbesondere die für flächendeckenden E-Mobility-Einsatz erforderlichen Schnellladestationen, müssen im Betrieb gekühlt werden und die physikalischen Anforderungen und die abzuführenden Wärmemengen sind erheblich.

Unsere kleinen, unscheinbaren Kühlwasseranschlüsse sind eine entscheidende Schnittstelle für den praktischen Einsatz erneuerbarer Energien. So schaffen wir Werte für die Zukunft und beteiligen uns mit unserem Spezialwissen an Lösungen für eine lebenswerte Welt. Bei Kühllösungen für Energieinfrastruktur wollen wir ein Keyplayer werden.

Fortschrittliche Verbindungen

Für eine international vernetzte Wirtschaft sind nicht nur menschliche Verbindungen wichtig. Auch die Technik muss kooperieren. Anschlusslösungen, die unterschiedliche Gewindeformen, Maßsysteme und Normen kompatibel machen, sind da nötiger denn je.

Deshalb haben wir unsere Anschlusslösungen so optimiert, dass sie für alle Auslandsmärkte mit den dortigen Maßen, Normanforderungen und Gewinden lokalisiert werden können. Wir sind vom lokalen Hersteller zum internationalen Experten für anwendungsgerechte Schnittstellenlösungen geworden. Das bedeutet, dass wir Modularität, Flexibilität, Nachhaltigkeit und Wiederverwendbarkeit immer mitdenken.

Erfolg ist Fortschritt – auf technischer, wirtschaftlicher und menschlicher Ebene. Und auf allen drei Ebenen schaffen wir heute neue Verbindungen.

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