Grünes Licht in der Produktion: Eine Forschungseinrichtung bietet Hilfestellung für fertigende Unternehmen.

Bild: Pixabay, Hans

Produzieren trotz Corona Unternehmen in der Pandemie betriebsfähig halten

06.05.2020

Produzierende Unternehmen müssen angesichts der Covid-19-Pandemie mit großen Umwälzungen rechnen. Mit seiner Initiative „Produzieren trotz Corona“ unterstützt ein Forschungsinstiut die fertigende Industrie dabei, sich schnell und effizient auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen.

In der Pandemie bewirken zahlreiche Faktoren, dass Firmen ihr bisheriges Portfolio nicht oder nur eingeschränkt bedienen können. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Produkten, die ein Unternehmen bisher vielleicht nicht gefertigt hat, bei geringer Anpassung der Produktionsabläufe aber eine interessante Ergänzung des Angebots darstellen können.

Hier setzt das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK mit seiner Initiative „Produzieren trotz Corona“ an. Damit will das Berliner Institut die fertigende Industrie dabei unterstützen, sich schnell und effizient auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen.

Insolvenz vermeiden

„Mit unserer langjährigen Expertise in der Produktionstechnik und Prozessorganisation sind wir dafür genau die richtigen Ansprechpartner“, sagt Institutsleiter Prof. Eckart Uhlmann. „Unsere Kompetenzen etwa in den Bereichen Wissensmanagement, Flexibilisierung von Prozessen und schnelle Einführung neuer Fertigungsoptionen haben großes Potenzial, den Betrieben zu helfen und Insolvenzen zu vermeiden.“

Das Institut setzt in diesem Kontext eine Reihe von Projektinitiativen auf, die Herausforderungen adressieren, mit denen die Unternehmen aktuell konfrontiert sind. In den nächsten Wochen sollen sie nacheinander auf der Institutswebsite vorgestellt werden. Interessierte Unternehmen sind eingeladen, mit dem Institut in Kontakt zu treten.

Interaktives Lagebild bringt Orientierung

Den Anfang macht ein interaktives Lagebild für Produktionsbetriebe. Es soll Einsatzkräften seit Langem Orientierung bieten: Externe Umfeldinformationen werden mit internen Fähigkeiten verknüpft, um schnell und zielorientiert Handlungsalternativen zu entwickeln und umzusetzen. So lässt sich beispielsweise bewerten, inwieweit neue Distributionswege zur Sicherstellung der mittelfristigen Liquidität beitragen, wenn Landesgrenzen geschlossen werden.

Auch für den plötzlichen Ausfall einer größeren Zahl von Zulieferern und Kunden oder eine kurzfristige Änderung von Regularien, etwa aus Hygienegründen, sollen sich schnell Lösungen finden lassen. Mit der Technologie erhalten alle Beteiligten ein gemeinsam verständliches Bild der aktuellen Geschäftslage, mit der Entscheiderin oder dem Entscheider im Mittelpunkt.

Bildergalerie

  • Mit dem interaktiven Lagebild des Fraunhofer IPK lassen sich zielorientierte Handlungsalternativen entwickeln und umsetzen.

    Bild: Ilona Glodde, Fraunhofer IPK

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