In Viöl und Bremen kann die sichere Wartung von WEA erlernt werden.

Bild: iStock, SanderStock

Anlagentechnik und Arbeitssicherheit Trainingscenter für Windenergieanlagen

29.01.2020

Schäden, Fehler oder Ausfälle von Windenergieanlagen zu beheben, ist kein leichtes Unterfangen. Umwelteinflüsse und erschwerte Bedingungen können hierbei zu Komplikationen führen. Wie diesen souverän begegnet wird, kann in einem Trainingscenter erlernt werden.

Um eine Windenergieanlage fachgerecht reparieren zu können, bedarf es einiger Schulungen. Hierfür gibt es Trainingscenter, wie das der Deutschen Windtechnik. Am Standort in Viöl finden Praxistrainings zur Wartung von Windenergieanlagen unter realen Bedingungen in originalen Maschinenhäusern verschiedener Hersteller statt.

Vielseitige Wissensvermittlung

Genau hierin liegt auch der Unterschied zu anderen Trainingscentern, denn diese trainieren meist nur mit Anlagen eines Herstellers. Hingegen stehen den Teilnehmern im Viöler Trainingscenter unterschiedliche, originale Testturbinen der Hersteller Vestas, NEG Micon, Siemens, Enercon und Senvion zu Trainingszwecken zur Verfügung. Am Boden installierte Maschinenhäuser bilden nahezu das gesamte Spektrum an Technik ab, das Servicetechniker bei ihrer täglichen Arbeit vorfinden. An dem Schulungsort können die Teilnehmer Troubleshootings durchführen sowie praxisrelevante Fragen der Elektrotechnik, Mechanik, Hydraulik, Steuerung und des Betriebs klären. Das Schulungskonzept umfasst sowohl die Grundlagenvermittlung als auch fachspezifische Trainings für Anlagentechnik und Arbeitssicherheit. Neben standardisierten Kursen werden aber auch individuelle Konzepte für Kunden entworfen.

Das Trainingsprogramm

Die Basistrainings erfolgen teilweise klassisch per Frontalunterricht und werden mit Exponaten aus der täglichen Praxis untermalt. In einem Praxisraum können Bauteile auseinandergeschraubt und genauer betrachtet werden. Zudem steht bis zu zwölf Teilnehmern ein interaktiver Schulungsraum mit PC-gestützten Experimentierplätzen zur Verfügung, hier werden insbesondere Grundlagen der Elektrotechnik vermittelt.

Das Herzstück des sogenannten „Training Center“ sind allerdings die fünf originalen Maschinenhäuser der Hersteller Vestas, NEG Micon, Siemens, Enercon und MD. Hier kann das gesamte praktische Technikspektrum von den Grundlagen bis zur umfangreichen Störungssuche abgebildet werden. Die Maschinenhäuser sind fast vollumfänglich in Betrieb, das heißt sämtliche Aggregate sind aktiv, so wie die Techniker sie im Feld vorfinden.

Zusätzliche Sicherheitstrainings

„Die Maschinenhäuser dienen auch als Praxiskulisse für Rettungstrainings. Nicht zuletzt bildet ein Turmgerüst für Höhensicherheitstrainings mit zahlreichen Aufstiegs- und Sicherheitssystemen – nebst vier in Betrieb befindlichen Befahranlagen – fast das gesamte Spektrum an Technik ab, das die Monteure täglich vorfinden“, ergänzt Jens Krippner, Senior Manager, Training Center Deutsche Windtechnik. Die Trainingseinrichtungen befinden sich indoor und sind beheizt, sodass wetterunabhängig trainiert werden kann.

„Sämtliche Servicetechniker werden nicht nur technisch, sondern über das gesetzlich geforderte Maß hinaus auch bezüglich Arbeitssicherheit unter Realbedingungen geschult. Dies hat spürbar zu einer Verringerung von Arbeitsunfällen geführt“, so Krippner weiter.

Kernkompetenzen in Viöl und Bremen

Während das Training Center in Viöl das Kompetenzzentrum für Anlagentechnik ist, liegt bei dem in Bremen der Fokus auf Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz. Denn mit der Arbeit in der Höhe, in beengten Räumen oder an Orten mit Brandgefahr sind auch hohe Sicherheitsrisiken verbunden. Hier werden Teilnehmern die wichtigsten Sicherheitsaspekte zum Retten aus Höhe und Tiefe, beengten Räumen sowie Brandschutz und Erste Hilfe praxisorientiert nähergebracht.

Wissenstransfer schaffen

In den Trainingscentern werden aber nicht nur Mitarbeiter der Deutschen Windtechnik weitergebildet, sondern auch Kunden können ihre Mitarbeiter hier von branchenerfahrenen Trainern schulen lassen. Neben standardisierten Kursen entwerfen diese auf Wunsch auch bedarfsspezifische, individuelle Konzepte. Die Schulungen werden durch beispielsweise Training on the Job, Begleitung im Feld, externe Experten und State-of-the-Art-Medien begleitet.

Teilnehmer erarbeiten ihre Lösungen selbst, mit der Unterstützung von Experten. Ziel ist es, das Wissen so langfristig zu verankern und für Erfolgserlebnisse zu sorgen. Die Entwicklung von Ideen und Lösungen sowie die abschließende Analyse sollen außerdem für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Teilnehmer sorgen. Krippner hebt hervor: „Im Gegensatz zum Hersteller ist die Deutsche Windtechnik keiner Technologie designverpflichtet. Diese Freiheit führt dazu, dass Probleme und Erkenntnisse offen und transparent angesprochen werden können.“ Mit der Weitergabe des Know-hows möchte die Deutsche Windtechnik die technische Transparenz im Markt und damit die Qualität fördern.

Bildergalerie

  • Die Teilnehmer üben an einer original Testturbine.

    Bild: Deutsche Windtechnk

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