Resilienz gegen Stromausfälle stärken

Wie können Unternehmen bei Blackouts handlungsfähig bleiben?

Technik allein reicht nicht aus, um im Notfall zu bestehen.

Bild: iStock, yudhistirama
20.01.2026

Elektronische Zugangskontrolle, IP-basierte Überwachung, vernetzte Brandmeldetechnik – bei Stromausfall kollabieren viele moderne Sicherheitssysteme – und Standard-Notstromaggregate decken oft nur Teillasten ab, können das Problem also nicht lösen. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen eine Strategie entwickeln, wie sie am besten auf einen längerfristigen Stromausfall reagieren: Intelligente Kombinationen aus digitaler Technik und mechanischen Backup-Lösungen beispielsweise können die notwendige Ausfallsicherheit für sensible Anlagenbereiche schaffen.

Stromausfälle zählen zu den gravierendsten, aber häufig unterschätzten Risiken für Unternehmen. Digitale Prozesse, automatisierte Anlagen und sicherheitskritische Systeme sind heute eng an eine stabile Energieversorgung geknüpft. Angesichts wachsender Gefahren durch Spionage, Sabotage oder auch Umweltkatastrophen müssen Unternehmen mehr denn je krisensicher aufgestellt sein. „Ein Blackout ist kein abstraktes Szenario mehr, sondern ein reales unternehmerisches Risiko, das Betriebe aktiv managen müssen“, erklärt Gandhi Gabriel, Sicherheitsexperte und Geschäftsführer der SSB – Sicherheit, Service, Beratung. „Wer während eines Stromausfalls die Unternehmensaktivitäten sichern will, sollte vorsorglich Maßnahmen ergreifen.“

Checkliste: Diese sechs Fragen sollten Unternehmen sich stellen

1. Sind die betrieblichen Abhängigkeiten von Strom klar analysiert?

Am Anfang steht eine fundierte Analyse aller stromabhängigen Prozesse, Anlagen und Systeme. Dazu zählen nicht nur Produktionsmaschinen und die IT-Infrastruktur, sondern auch elektronische Zutrittskontrollen, Überwachungstechnik und brandschutzrelevante Einrichtungen. Fällt die Energieversorgung aus, gerät das komplexe Sicherheitsgefüge sofort ins Stocken. „Viele Unternehmen wissen zwar, dass sie abhängig vom Strom sind, aber nicht, welche Prozesse es im Ernstfall zuerst zu sichern gilt“, warnt Gabriel. „Ohne diese Priorisierung lassen sich keine wirksamen Schutzmaßnahmen ableiten.“

2. Gibt es einen dokumentierten Blackout-Plan?

In einem Unternehmen sind die technische Leitung, die Betriebsingenieure und der Sicherheitsbeauftragte dafür verantwortlich, Blackout-Szenarien vorzubeugen und im Ernstfall zu managen. Nur mithilfe eines strukturierten Notfallplanes können im Ernstfall Abläufe, Zuständigkeiten und Entscheidungswege klar definiert werden. Dieser legt fest, welche Prozesse aufrechterhalten, kontrolliert heruntergefahren oder gesichert werden müssen. „Damit Notfallpläne wirksam sind, sollten sie immer auf die reale Betriebssituation zugeschnitten sein“, weiß der Sicherheitsexperte. „Nur so lassen sich bei einem Stromausfall sowohl der Geschäftsbetrieb als auch der Schutz der Mitarbeitenden sicherstellen.“

3. Sind autarke Energieversorgung und analoge Back-ups vorhanden?

Notstrom-Lösungen können entscheidend sein, um kritische Prozesse und Sicherheitsfunktionen temporär weiterzuführen. Dabei kommt es nicht nur auf das Vorhandensein, sondern auf die passende Auslegung an. „Ein Notstromaggregat hilft nur dann, wenn Leistung, Laufzeit und Anbindung mit den tatsächlichen Risiken stimmig sind“, erklärt Gabriel. Ergänzend gewinnen analoge und autarke Systeme an Bedeutung: Fällt die Elektrizität aus, können mechanische Zugangssysteme, papierbasierte Dokumentationen und hybride Sicherheitslösungen weiterhin greifen. „Wer im Blackout-Fall ausschließlich auf digitale Prozesse setzt, verliert schnell die Kontrolle“, weiß Gandhi Gabriel. „Analoge Back-ups sind kein Rückschritt, sondern ein zentraler Baustein der Unternehmensresilienz.“

4. Ist die interne und externe Kommunikation abgesichert?

Ein Stromausfall betrifft auch den Austausch, der im normalen Fall digital über Messenger-Dienste und Mitarbeiter-Apps stattfindet. Unternehmen sollten festlegen, wie Informationen intern und extern auch analog weitergegeben werden können. „Ohne funktionierenden Austausch entsteht im Ernstfall Unsicherheit und Stillstand“, erläutert Gabriel. „Alternative Kommunikationsmittel wie Funkgeräte oder mobile Hotspots sind deshalb unverzichtbar.“

5. Sind Mitarbeitende geschult und vorbereitet?

Technik allein reicht nicht aus, um im Notfall zu bestehen. Entscheidend ist die Handlungsfähigkeit der Belegschaft. Regelmäßige Schulungen und praxisnahe Übungen helfen, auch unter Stress sicher zu agieren. Dazu gehören nicht nur Evakuierungsübungen, sondern auch Trainings im Umgang mit manuellen Zugangssystemen, Notstromversorgungen oder analogen Kommunikationsmitteln. „Mitarbeitende müssen wissen, wie sie im Blackout-Fall konkret handeln sollen“, betont der Sicherheitsexperte. „Training schafft Routine und verhindert gefährliche Fehlentscheidungen.“

6. Wird die Blackout-Vorsorge regelmäßig geprüft?

Resilienz ist ein dynamischer Prozess. Wartungen, Übungen, Beinahe-Vorfälle und Veränderungen im Betrieb sollten systematisch ausgewertet werden. „Unternehmen verändern sich durch technische Neuerungen oder interne Regelungen ständig, ihre Presseinformation Notfallvorsorge muss Schritt halten“, erklärt Gandhi Gabriel. „Nur wer regelmäßig prüft und nachschärft, bleibt im Ernstfall handlungsfähig.“

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