Im neuen Kompetenzzentrum können unter anderem Meeresfrüchte haltbar gemacht werden.

Bild: Pixabay, Robert-Owen-Wahl

Neues Zentrum für Hochdruckbehandlung Thyssenkrupp investiert in sichere Lebensmittel

09.09.2019

Im niedersächsischen Quakenbrück will Thyssenkrupp das deutschlandweit größte Zentrum zur Hochdruckbehandlung von Lebensmitteln errichten. Ab 2021 sollen dann auf etwa 630 m2 täglich bis zu 26 t Lebensmittel schonend und sicher haltbar gemacht werden.

Anfang 2020 soll mit der Bau des Kompetenzzentrums im Business- und Innovationspark Quakenbrück beginnen. Die Investitionssumme liegt bei rund drei Millionen Euro. Dr. Bernd Althusmann, Wirtschaftsminister von Niedersachsen, und Christian Myland, Geschäftsführer des Thyssenkrupp-Tochterunternehmens Uhde High Pressure Technologies, haben das Projekt am 5. September 2019 vorgestellt.

Lebensmittel bei 6.000 bar behandeln

Immer mehr Verbraucher achten auf eine gesunde Ernährung mit natürlichen, frischen Produkten. Die Hochdruckpasteurisierung (auch High Pressure Pasteurization oder HPP) von Thyssenkrupp kann Lebensmittel haltbar machen, ohne Hitze oder chemische Zusatzstoffe einzusetzen. Dabei wird Hochdruck von bis zu 6.000 bar genutzt, um schädliche Organismen wie Keime, Pilze oder Hefen zu vernichten. Der Verfallsprozess der Lebensmittel wird dadurch deutlich verlangsamt und zum Teil sogar verhindert. Gleichzeitig bleiben laut Thyssenkrupp wertvolle Inhaltsstoffe erhalten.

Behandeln lassen sich im neuen Zentrum Lebensmittel wie Säfte, Pürees, Milchprodukte, Fleischwaren, Meeresfrüchte und weitere. Es entsteht in direkter Nähe zum Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL), mit dem Thyssenkrupp im Bereich Forschung und Entwicklung kooperiert. Schwerpunkte der Kooperation sollen unter anderem mikrobiologische Untersuchungen und die Entwicklung nachhaltiger und unbelasteter Lebensmittel auf Basis der HPP-Technologie sein.

„Gemeinsam mit Thyssenkrupp haben wir ideale Voraussetzungen, um die Erforschung und die praktische Anwendung der Hochdruckkonservierung direkt miteinander zu verzahnen“, sagt DIL-Institutsleiter Dr. Volker Heinz über die Zusammenarbeit. „Davon können Lebensmittelhersteller unmittelbar profitieren.“

Bildergalerie

  • Eine HPP-Anlage von Thyssenkrupp zur Pasteurisierung von Lebensmitteln.

    Bild: Thyssenkrupp

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