Aktuelle Nachrichten aus der Industrie wöchentlich von der Redaktion für Sie kostenfrei zusammengestellt.
Sie haben sich bereits unter der angegebenen E-Mail Adresse registriert.
Bei der Registrierung ist ein Fehler aufgetreten.
Sie müssen die AGBs bestätigen.
Registrierung erfolgreich.

Bild: Pixabay

Der deutschen Industrie droht ein Strukturwandel Sturmwarnung für die Energiewirtschaft?

07.05.2018

Trotz blendender Konjunktur droht deutschen Schlüsselbranchen wie der Energiewirtschaft ein gravierender Strukturwandel. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Roland-Berger-Studie.

Sponsored Content

Die deutsche Wirtschaft ist im Konjunkturhoch, die Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft. Doch sie sollten darüber nicht vergessen, dass sie mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert sind: Digitalisierung, Fachkräftemangel, nachlassende Innovationskraft sowie protektionistischen Tendenzen – in vielen Branchen ist ein Strukturwandel dringend nötig. Doch viele Unternehmen machen sich das nicht rechtzeitig bewusst oder sind darauf nicht ausreichend vorbereitet. Besonders betroffen sind die deutschen Vorzeigebranchen Automobil und Maschinenbau, so die neue Roland Berger-Studie „Sturmtief voraus! Wo Unternehmen trotz guter Konjunktur mit sektoralen Krisen rechnen müssen“.

„Die gute Konjunktur führt leicht zu Trägheit“, sagt Falco Weidemeyer, Senior Partner bei Roland Berger und Leiter des Bereichs Corporate Performance. „Dabei sollten Unternehmen in guten Zeiten ihre Geschäftsmodelle hinterfragen, Business-as-usual ist gerade jetzt gefährlich.“

Viele Industriebereiche vor erheblichem Strukturwandel

Davon sind auch die Studienteilnehmer überzeugt: Trotz guter Konjunktur glauben 88 Prozent der befragten Restrukturierungsexperten, dass ein branchenspezifischer Strukturwandel für Anpassungsbedarf sorgt. Dazu kommen der technologische Wandel (rund 86 Prozent) und der globale Wettbewerb (75 Prozent). Vor allem deutsche Vorzeigeindustrien wie Automobil (etwa 95 Prozent), Anlagenbau (etwa 87 Prozent) und Handel (etwa 84 Prozent) werden Veränderungen stark zu spüren bekommen.

Die Veränderungen bergen auch Wachstumschancen. Allerdings nur für Unternehmen, die Entwicklungen aktiv mitgestalten. Doch genau das gelinge vielen Unternehmen noch nicht. Die Gründe: Managementfehler (90 Prozent), neue Wettbewerber (etwa 78 Prozent) sowie disruptive Technologien (etwa 74 Prozent). Unternehmen müssen schneller auf unvorhergesehene Veränderungen reagieren können, nur so können sie zukunftsfähig bleiben.

Herausforderungen für die Energiebranche

In ihrer Studie haben die Experten von Roland Berger unter anderem die Energiebranche in Deutschland genauer analysiert. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Energiewirtschaft von sinkenden Margen und hoher Verschuldung geprägt ist. Die Energieversorger kämpfen seit Jahren mit sinkenden Gewinnmargen im Erzeugungsgeschäft. Waren es vor zehn Jahren noch über 20 Prozent (EBITDA), sind es heute nur noch 6 Prozent.

Dazu kommt eine hohe Verschuldung: Jedes fünfte Unternehmen ist bereits nicht mehr kreditwürdig. Zwar hat die Branche bereits reagiert, doch Trends wie eine zunehmend dezentralisierte Energieerzeugung, die Abkehr von fossilen Brennstoffen oder die Sektorenkopplung erfordern weitere Anpassung. Netzbetreiber sollten neue Geschäftsfelder erschließen, etwa Ladeinfrastrukturen, dezentrale Erzeugungstechniken und Mobilitätsplattformen.

Bildergalerie

  • Phänomene, die Anpassungen erfordern

    Bild: Roland Berger

  • Betroffene Branchen

    Bild: Roland Berger

  • Sinkende Margen bei Energieerzeugern

    Bild: Roland Berger

  • Ursachen für Herausforderungen betroffener Branchen

    Bild: Roland Berger

Firmen zu diesem Artikel
Verwandte Artikel