Auf der Suche nach dem autarke Energiesystem

Strom rund um die Uhr – ohne Netz

Solar Promotion GmbH

Bei der ees Island Challenge entwickeln Teams ein Konzept, mit dem der Weltraum-Container FLEXhab bei künftigen Mondmissionen völlig autark mit Strom versorgt werden kann.

Bild: Gemini, publish-industry
09.05.2026

Auf der ees Europe wird gezeigt, wie eine Stromversorgung ohne Netzanschluss funktioniert – sogar bis hin zum Mond. Im Rahmen der ees Island Challenge entwickeln Teams Konzepte für ein autarkes Energiesystem – zu sehen vom 23. bis 25. Juni 2026 im Rahmen von The smarter E Europe.

Strom auf dem Mond – das klingt wie aus einem Science-Fiction-Film. Doch schon bald könnte diese Vision Realität werden. Die erfolgreiche Artemis-Mission gilt als Beginn eines neuen Zeitalters, in dem eine Besiedelung des Mondes in künstlichen Habitaten möglich ist. Das Servicemodul der European Space Agency (ESA) sorgte mit vier Solaranlagen für die Stromversorgung und die Temperaturregelung im Raumschiff.

Lösungen für eine klimafreundliche Energieversorgung

Auf der ees Europe wurde eindrucksvoll demonstriert, dass eine Stromversorgung auf dem Mond möglich ist und moderne Energiespeichersysteme keine terrestrischen Grenzen kennen. Im Rahmen der ees Island Challenge wird der Mond zum Testfeld für die Energieversorgung von morgen sowie für Siedlungen auf dem Mond. Die Challenge ist ein Wettbewerb, der in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet. Ziel ist es, neue Lösungen für eine klimafreundliche Energieversorgung auf Inseln zu entwickeln.

Im vergangenen Jahr ging es um Ideen und Antworten für die Karibikinsel Curaçao. Die Challenge und die Präsentation der Ergebnisse sind eines der Höhepunkte der ees Europe, Europas größter und internationalster Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme. Die Fachmesse findet vom 23. bis 25. Juni in der Messe München im Rahmen der The smarter E Europe statt, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft. An den drei Messetagen werden insgesamt 2.800 Aussteller und mehr als 100.000 Besucher erwartet.

Der ees Innovation Hub in Halle B0 schlägt eine Brücke zwischen Fortschritt und Praxis. Dort bekommen junge Unternehmen und Neuheiten eine Bühne und kommen mit der Industrie und Wissenschaft zusammen. Auch jungen Experten und Start-ups bietet die ees Europe eine Plattform, um sie zu fördern und zu unterstützen. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass die Energiewende gelingt. In einem exklusiven Ausstellungsbereich der Start-up-Area präsentieren etwa 170 Start-ups ihre Ideen.

Wettbewerb zur Energieversorgung auf dem Mond

Die ees Island Challenge ist bereits Mitte März gestartet. Sie steht in direktem Zusammenhang mit der Artemis-Mission. Denn bereits im Jahr 2028 sollen wieder Menschen auf dem Mond landen. Zwei Jahre später plant die NASA den Bau einer Basis auf dem Mond. Die LUNA-Halle in Köln dient dabei quasi als Mond auf Erden. Sie ist eine weltweit einzigartige Trainingseinrichtung für künftige Missionen und ein gemeinsames Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der ESA. Direkt neben der Halle befindet sich das FLEXhab, eine Art Weltraum-Campingcontainer. Maximal vier Astronauten haben darin Platz. Während einer simulierten Mondmission leben und arbeiten sie dort. Was ihnen jedoch noch fehlt, ist ein leistungsfähiges und autarkes Energiesystem. Genau das soll während der EES Island Challenge entwickelt werden.

Am 12. März 2026 hat die ESA den teilnehmenden Teams die Aufgabenstellung übergeben. Sie sollen ein Konzept entwickeln, wie der FLEXhab bei künftigen Mondmissionen völlig autark mit Strom versorgt werden kann. Die Teams kommen vom Helmholtz-Institut Berlin/Universität Potsdam und der RWTH Aachen. Ihnen gehören Experten und Nachwuchskräfte aus den Bereichen Photovoltaik und Energiespeicherung an. „Der Mond ist etwas mehr als 380.000 km von der Erde entfernt. Derzeit werden intensive Anstrengungen unternommen, um die Oberfläche unseres nächsten planetarischen Nachbarn nachhaltig zu erforschen. Obwohl die Umgebungsbedingungen dort schwierig sind, gibt es viele Energieressourcen, die genutzt oder erschlossen werden können. Ich bin sehr gespannt darauf, welche Lösungen die Teams entwickeln werden“, sagt Aidan Cowley, Science Officer bei der ESA. In den kommenden Wochen werden die Teams daran arbeiten und ihre Ergebnisse im Juni auf der ees Europe vorstellen.

Die ees Island Challenge unterstreicht die Bedeutung von Insellösungen. Inseln und andere Orte ohne Netzanschluss – wie beispielsweise Bergdörfer – können zu Laboren für die Energiewende werden. Im kleinen Maßstab lassen sich Ideen erproben und Lösungen entwickeln, die sich dann auf größere Systeme übertragen lassen. „Auf Europas größter Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme, der ees Europe, demonstriert die internationale Speicherbranche höchste Innovationskraft und Aktualität. Bei der ees Island Challenge zeigen wir exemplarisch, dass es mit Speichern und intelligenten, dezentralen Energiesystemen überall möglich ist, Menschen rund um die Uhr mit erneuerbarem Strom zu versorgen“, sagt Sabine Kloos, Projektleiterin der ees Europe.

Angebote speziell für junge Leute

Das Study Program mit Fachvorträgen von anerkannten Experten sowie Rundgängen über die Messe richtet sich speziell an Studenten. Im ees Innovation Hub, der sich direkt am Eingang West befindet, werden Speicherinnovationen präsentiert: von neuen Batterietechnologien über fortschrittliche Speichersysteme bis hin zu Schwungradspeichern.

Ein wichtiger Treffpunkt in derselben Halle (B0) ist für Besucher und Aussteller die Innovation Hub Stage. An allen drei Messetagen gibt es ein abwechslungsreiches Programm zu Neuheiten aus Bereichen wie Batterietechnologien, KI in der Batterieforschung und -produktion, Recycling sowie Industry Pitches. Auch über die Ergebnisse der ees Island Challenge wird hier informiert. Content Creator, Influencer und Medienpartner finden im ees Innovation Hub auf der Connect&Create-Fläche beste Arbeitsbedingungen, um ihren Content zu produzieren. Für Handwerker, die sich über Innovationen in ihrem Fachbereich informieren möchten, gibt es Vorträge auf dem ees Forum. Außerdem finden am 22. und 23. Juni zeitgleich die The smarter E Conferences im benachbarten ICM München statt. Auf der Opening Night am 22. Juni wird der The smarter E AWARD auch in der Kategorie Energy Storage verliehen.

Das vielfältige Messeprogramm bietet eine Mischung aus Wissensvermittlung, Networking und Live-Action. Fachbesucher können sich über aktuelle Trends, den Einsatz von künstlicher Intelligenz oder selbstlernender Software informieren, sich mit Ausstellern austauschen und ihr Netzwerk erweitern. Die ees Europe sowie die Parallelveranstaltungen Intersolar Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe finden vom 23. bis 25. Juni 2026 im Rahmen von The smarter E Europe, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft, auf der Messe München statt.

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