Steckverbinder für die Roboter-Montage optimieren

Wegbereiter für die automatisierte Leitungssatzfertigung

Das BMWE-geförderte Projekt „Next2OEM“ zeigt Wege zur durchgängigen Automatisierung der Leitungssatzfertigung: Entscheidend sind automatisierungsgerechte Komponenten, klar definierte mechanische Schnittstellen und die enge Abstimmung von Prozess, Anlagentechnik und Partnern entlang der Wertschöpfungskette.

Bild: Audi AG; Roman3dArt, iStock
06.03.2026

Im Next2OEM-Projekt hat TE Connectivity bewiesen, dass der Steckverbinder der Schlüssel zur Automatisierung der Leitungssatzfertigung ist. Durch die gezielte Auslegung von Kontakten und Steckverbindern für die robotische Verarbeitung wird eine prozesssichere und stabile Montage im Fahrzeug möglich. Definierte mechanische Schnittstellen sind dabei entscheidend.

Die Automobilindustrie befindet sich in einem stetigen Wandel, angetrieben durch den Wunsch nach mehr Effizienz, Qualität und Flexibilität in der Produktion. Ein zentraler Aspekt dabei ist die Automatisierung von Fertigungsprozessen, die bisher stark von manueller Arbeit geprägt waren. Insbesondere die Herstellung und Montage von Leitungssätzen, den „Nervensystemen“ eines Fahrzeugs, stellt eine besondere Herausforderung dar. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderte Projekt „Next2OEM“ hat sich dieser Herausforderung angenommen und erfolgreich Wege für eine durchgängige Automatisierung von Bordnetzsystemen aufgezeigt. Als einer der Schlüsselakteure in diesem Projekt hat TE Connectivity, ein weltweit führender Anbieter von Verbindungstechnologien und Sensorik, seine umfassende Expertise eingebracht und maßgeblich zur Entwicklung automatisierungsgerechter Lösungen beigetragen.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Leitungssätze sind aufgrund ihrer biegeschlaffen und komplexen Natur traditionell schwer zu automatisieren. Im Rahmen von Next2OEM wurde jedoch bewiesen, dass durch innovative Konstruktions- und Prozessansätze auch diese Bauteile automatisiert gehandhabt und montiert werden können. Die zentrale Erkenntnis des Projekts ist, dass eine robuste Automatisierung nur durch eine ganzheitliche Betrachtung und die präzise Abstimmung von Komponenten, Prozessen und Anlagentechnik realisierbar ist. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den mechanischen Schnittstellen zu, die klar definiert sein müssen, um eine reibungslose Interaktion zwischen den einzelnen Automatisierungsmodulen zu gewährleisten.

TE Connectivity konzentrierte sich im Projekt auf die Entwicklung von automatisierungsgerechten Leitungssatzkomponenten. Dies umfasste die frühe Auslegung der Komponenten und ihrer mechanischen Schnittstellen, um eine stabile und wiederholgenaue Handhabung in automatisierten Prozessen sicherzustellen. In enger Zusammenarbeit mit der Audi AG, Konfektionären, Anlagenbauern, Robotik-Experten, einem Spezialisten für Produktdatenmanagement und einem Hersteller von Testequipment wurden die Anforderungen an Kontakte und Steckverbinder neu definiert. Der Fokus lag dabei auf der Prozessfähigkeit, der reproduzierbaren Qualität und der Stabilität in automatisierten Handhabungs- und Montageabläufen.

Kooperation als Schlüssel zum Erfolg

Die Komplexität der Leitungssatzherstellung und -montage erfordert eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das Next2OEM-Projekt ist ein herausragendes Beispiel für eine solche erfolgreiche Kooperation. Zehn Unternehmen haben ihre Expertise gebündelt, um die ambitionierten Ziele des Projekts zu erreichen. Diese branchenübergreifende Zusammenarbeit war ein entscheidender Erfolgsfaktor und eine wesentliche Voraussetzung für die Überführung der Projektergebnisse in die Praxis und die spätere Serienproduktion.

„Im Projekt Next2OEM haben wir unsere Verbindungstechnik konsequent aus Sicht der automatisierten Prozesskette weiterentwickelt – nicht nur im Hinblick auf die elektrische Performance, sondern mit klarem Fokus auf die industrielle robotische Verarbeitung“, erklärt Stefan Glaser, TE Director Product Management. „Das große Interesse aus dem Markt zeigt, dass automatisierungsgerechte Bordnetzkomponenten ein entscheidender Hebel für zukünftige Serienprozesse sind. Sie entwickeln sich damit zu einem strategischen Hebel für kommende Fahrzeugplattformen – und sind nun auch technisch realisierbar.“

Überführung in die Serie und zukünftige Entwicklungen

Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse und entwickelten Lösungen werden bei TE Connectivity nun gezielt in die Serienprozesse für kommende Fahrzeugplattformen überführt. Neue Produkte werden von Beginn an für eine automatische Verarbeitung ausgelegt. Gleichzeitig hat das Projekt aber auch gezeigt, dass insbesondere bei sehr komplexen Leitungssätzen weiterhin technische und prozessuale Herausforderungen bestehen. Für diese Anwendungsfälle müssen in den kommenden Jahren zusätzliche Automatisierungslösungen entwickelt werden. TE Connectivity wird daher auch über das Next2OEM-Projekt hinaus eng mit OEMs und Technologiepartnern zusammenarbeiten, um bestehende Lösungen weiterzuentwickeln und neue Ansätze für die automatisierte Leitungssatzfertigung zu erarbeiten.

Die Ergebnisse von Next2OEM markieren einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer vollständig automatisierten Fahrzeugproduktion. Sie zeigen, dass durch die intelligente Kombination von Komponenten-Know-how, Prozessverständnis und einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit auch komplexe Herausforderungen gemeistert werden können. Für Entwicklungsingenieure in der Automobilindustrie bedeutet dies, dass sie bei der Konzeption neuer Fahrzeugarchitekturen und Bordnetzsysteme von Anfang an die Anforderungen einer automatisierten Fertigung berücksichtigen müssen. Die im Projekt geschaffenen Grundlagen bieten hierfür eine wertvolle Basis und ebnen den Weg für die nächste Generation der Fahrzeugproduktion.

Bildergalerie

  • Definierte mechanische Schnittstellen an Steckverbindern und Kontakten sind die Voraussetzung für eine prozessstabile, robotische Handhabung in der automatisierten Leitungssatzmontage.

    Definierte mechanische Schnittstellen an Steckverbindern und Kontakten sind die Voraussetzung für eine prozessstabile, robotische Handhabung in der automatisierten Leitungssatzmontage.

    Bild: Audi AG

  • Die Geometrie der Steckverbinder gewährleistet eine wiederholgenaue Positionierung und eine prozesssichere Kontaktierung im Montageprozess.

    Die Geometrie der Steckverbinder gewährleistet eine wiederholgenaue Positionierung und eine prozesssichere Kontaktierung im Montageprozess.

    Bild: Audi AG

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