Thomas Kuhndörfer, Vertrieb Landis+Gyr Deutschland.

Bild: Landis+Gyr

Interview zum Smart-Meter-Rollout „Rollout ist Motor der Digitalisierung“

26.06.2020

Er ist endlich da: der Smart-Meter-Rollout. Aber was gilt es zu beachten? Wie kann er vollführt werden? Thomas Kuhndörfer, Vertrieb Landis+Gyr Deutschland, steht Rede und Antwort.

31. Januar 2020: Endlich fiel der Startschuss zum lang ersehnten Smart-Meter-Rollout. Für Landis+Gyr heißt das volle Auftragsbücher, richtig?

Perspektivisch gewiss, und natürlich führen wir seither bereits vielversprechende Gespräche. Dennoch bleibt festzuhalten: Die Markterklärung ist ein positives Signal, mit ihr allein sind aber längst nicht alle Fragen geklärt. Was ist die beste Rollout-Strategie, wie lässt sich der Business Case rechnen? Da sind wir auch als Technologie- und Finanzierungspartner gefragt, um wirtschaftlich, technisch und logistisch tragfähige Konzepte zu entwickeln.

Wie sehen Sie den Rollout?

Er ist der Motor der Digitalisierung der Energiewirtschaft, und der darf nicht ins Stocken geraten, denn: Ohne flächendeckende Sensorik keine digitalen Geschäftsmodelle, ohne digitale Geschäftsmodelle kein Business Case für den Rollout.

Wie kann Landis+Gyr Kunden helfen den Rollout zu vollführen?

Neben den technischen und logistischen Herausforderungen, die wir gemeinsam mit unseren Kunden bewältigen, stehen vor allem kleine und mittlere Stadtwerke vor hohen finanziellen Hürden. Mit Infrastructure as a Service bieten wir ihnen eine nutzenabhängiges Finanzierungsmodell, das die Verlagerung der Anfangsinvestitionen in die laufenden Betriebskosten ermöglicht. Dadurch rechnet sich der Rollout auch innerhalb der Preisobergrenze bereits vom ersten Zähler an.

Haben Sie bereits eine Erfolgsstory? Und was wurde implementiert?

Für uns markierte die diesjährige E-World den Marktstart hierzulande. Wir sind in konkreten Gesprächen über Pilotprojekte und Testphasen. Ich bin sicher, dass wir in Deutschland schon bald dieselben Erfolgsgeschichten schreiben werden wie bereits in vielen anderen Ländern.

Welche Produkte liefern Sie genau?

Wir sind kein Smart-Meter-Hersteller im landläufigen Sinn, sondern verfügen über ein komplettes Portfolio von der Mess- und Kommunikationstechnik über Softwarelösungen bis hin zu Finanzierungskonzepten und Dienstleistungen, wie Gateway-Administration und CLS-Management. Damit können wir unsere Kunden bei einem Rollout von A bis Z unterstützen.

Wie wird es weiter gehen mit dem Rollout? Aufgrund der 10-Prozent-Regel müssen in drei Jahren 400.000 Smart-Meter-Gateways verbaut werden. Danach bleiben weitere fünf Jahre, um die vollen 100 Prozent zu erreichen. Ist das realistisch?

Entscheidend ist, möglichst bald die ersten Leuchtturmprojekte im Markt zu sehen, um die nötige Dynamik in Gang zu setzen. Die Ressourcen müssen umsichtig und gleichmäßig über den jetzt noch realistischen Zeitkorridor verteilt werden, speziell die Installationskapazitäten sind begrenzt. Deswegen versuchen wir, mit Angeboten wie Infrastructure as a Service und modularen Leistungspaketen alle Unternehmen in die Lage zu versetzen, zeitnah und auf möglichst großer Skala ihre Projekte anzugehen.

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