Kaum ein Nachhaltigkeitsthema beschäftigt Hersteller und Inverkehrbringer von Produkten derzeit mehr als der Product Carbon Footprint (PCF), auch CO2-Fußabdruck genannt. Gründe dafür sind nicht nur die Reduktion von Treibhausgasen, sondern auch die Senkung des Energieverbrauchs (CO2-Äquivalenzwert). Spätestens nach den geopolitischen Entwicklungen der letzten fünf Jahre haben Wirtschaft und Politik erkannt, dass ein Produktionsstandort Deutschland nur dann wirtschaftlich und damit zukunftsfähig ist, wenn die zur Herstellung der Produkte notwendigen Ressourcen abgesichert vorliegen. Der CO2-Fußabdruck wird somit zum entscheidenden Produktmerkmal.
CO2-Bilanzierung durch SCOPE-Betrachtung
Um die zur Berechnung eines CO2-Fußabdrucks notwendigen Daten zu erfassen und reale Emissionsdaten in der Lieferkette zu recherchieren, bietet das CO2-Modul der Kommunikationssoftware DataCross von Tec4U-Solutions umfangreiche Unterstützung für Anwender. Grundlage bilden die direkten Emissionen aus den unternehmenseigenen Quellen (Scope 1). Diese umfassen unter anderem die Emissionen, die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe in firmeneigenen Heizungs- oder Stromerzeugungsanlagen entstehen. Ebenso fließen die Emissionswerte aus dem Kraftstoffverbrauch der firmeneigenen Fahrzeugflotte in die Berechnung ein, da diese ebenfalls einen bedeutenden Anteil an den direkten Emissionen eines Unternehmens ausmachen.
Darüber hinaus werden die indirekten Treibhausgasemissionen erfasst, die durch verschiedene externe Faktoren entstehen (Scope 2). Zu diesen indirekten Quellen gehören beispielsweise der Strombezug sowie die Wärmeversorgung durch externe Anbieter. All diese Datenquellen sind notwendig, um ein vollständiges Bild der gesamten Treibhausgasemissionen zu erhalten und eine präzise CO2-Bilanz für das gesamte Unternehmen, den sogenannten Corporate Carbon Footprint (CCF), zu erstellen.
CO2 und Energie zusammen denken
Die Software ermittelt die relevanten Verbrauchsdaten anhand bereits vorhandener Informationen wie Rechnungen von Energieanbietern. Dadurch ist eine transparente und präzise Ermittlung der Verbrauchswerte ohne aufwendige manuelle Erfassung möglich.
Ein wichtiger Aspekt, der durch die Softwarelogik sichtbar wird und somit kontinuierlich verbessert werden kann, ist die Tatsache, dass hohe CO2-Emissionen häufig mit einem besonders energieintensiven Herstellungsprozess verbunden sind. Die Software liefert den Anwendern Daten, die ihnen helfen, ihre Energiekosten kontinuierlich zu verbessern – etwa durch den Einsatz effizienterer Maschinen oder Prozessinnovationen.
Um die erzielte Nachhaltigkeitssteigerung für alle Stakeholder auf einfache und transparente Weise kommunizieren zu können, bietet das Modul die Möglichkeit, produktbasierte CO2-Zertifikate zu erstellen. Diese Zertifikate stellen eine nachvollziehbare und belegbare Bestätigung der CO2-Reduktion dar und dienen auch als starkes kommunikatives Instrument.
Das größte Differenzierungspotenzial liegt in der Lieferkette
Für einen realistischen und umfassenden CO2-Wert von Produkten sind nicht nur die direkten Emissionen, sondern auch die Emissionen zu berücksichtigen, die in der vorgelagerten Lieferkette entstehen (Scope 3). Da sie häufig die größte Quelle der gesamten Treibhausgasemissionen eines Produktes darstellen und zeitgleich das meiste Einsparpotential bergen, müssen sie besonders genau betrachtet werden.
In der betrieblichen Praxis wird heute bei der Abschätzung der Treibhausgasemissionen der Lieferkette meistens auf standardisierte Datenbankwerte zurückgegriffen, die allgemeine Emissionsfaktoren liefern. Doch diese Methode hat zwei wesentliche Nachteile: Standardwerte basieren häufig auf allgemeinen Annahmen, was zu einer Fehleinschätzung der tatsächlichen Emissionswerte führt, was wiederum die Ergebnisse und damit die Strategien zur Emissionsminderung verzerrt. Und, durch die Verwendung derselben Datenbankwerte haben alle Unternehmen im Wesentlichen die gleichen Grundlagen für ihre Berechnungen, was es ihnen unmöglich macht, sich von anderen Marktteilnehmern abzuheben und echte Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Zudem mangelt es in den meisten Unternehmen an der erforderlichen Infrastruktur, den entsprechenden Verarbeitungs- und Kommunikationsprozessen sowie an den nötigen Ressourcen und Kapazitäten, um die für eine präzise Berechnung notwendigen Daten abzufragen, zu erfassen und anschließend zu bewerten. Diese Herausforderungen erschweren eine genaue und differenzierte Berechnung von PCFs und stehen einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie im Weg. Neben klassischen Scope 1 & 2-Emissionen legt das Modul daher einen besonderen Fokus auf die komplexen und schwierigen Scope 3 Kategorie 1-Emissionen.
Reale CO2-Daten aus der Lieferkette
Wie erläutert, ist die Erhebung realistischer Daten entscheidend für die Erstellung eines aussagekräftigen Product Carbon Footprints (PCF), da nur diese Daten den tatsächlichen CO2-Ausstoß entlang der vorgelagerten Lieferkette eines Produkts widerspiegeln. Mit dem CO2-Modul in DataCross hat Tec4U-Solutions ein wirtschaftliches und gleichzeitig effizientes Modul entwickelt, das es Anwendern ermöglicht, die CO2-Daten bei den Lieferanten genau zu erfassen und abzufragen. Um die angefragten realen CO2-Daten zuverlässig zu erhalten, ist es entscheidend, eine breite und nachhaltige Akzeptanz seitens der Lieferanten zu erreichen. Dies setzt voraus, dass die Lieferanten den Prozess aktiv unterstützen und sich engagiert an der Erhebung und Bereitstellung der notwendigen Informationen beteiligen. Um dies zu fördern, setzt Tec4U-Solutions auf die bewährten und über die Jahre kontinuierlich verbesserte Kommunikationsprozesse, die in DataCross etabliert wurden. Ein weiterer Vorteil ist, dass alle Lieferanten die Kernelemente der Software kostenlos nutzen können. So haben die angefragten Lieferanten die Möglichkeit, ihren eigenen CCF sowie den tatsächlichen PCF für die angefragten Produkte zu berechnen und somit zu einer präziseren und nachhaltigeren CO2-Bilanzierung beizutragen.
Systemgrenzen klar setzen: Von Ressourcenextraktion bis Werkstor
Hinsichtlich der Systemgrenzen für die CO2-Bilanzierung wurde der Cradle-to-Gate-Ansatz zugrunde gelegt. Dabei wird der Fokus auf den Zeitraum von der Ressourcenextraktion bis zum Verlassen des Werkstors des Herstellers gelegt. Dieser Ansatz bietet einige klare Vorteile. Insbesondere können die zugrunde liegenden Daten leichter und realitätsnäher ermittelt werden. Darüber hinaus werden die Einsparpotenziale, die sich direkt im Einflussbereich befinden, eindeutig aufgezeigt. Wenn das Modul bereits während des Entwicklungsprozesses eingesetzt wird, ist es möglich, für jede Produktneuentwicklung potenzielle Einsparungen zu erkennen und diese gezielt zu nutzen, wodurch sich der PCF signifikant verringert.