Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hamburg Messe und Congress.

Bild: Hamburg Messe

Die WindEnergy Hamburg erweitert sich „Politik spielt eine große Rolle“

26.06.2020

Die Windenergiebranche ist nicht erst seit Corona in schwierigem Fahrwasser. Ein ausgewachsener Genehmigungsstau und umfangreiche Abstandsregelungen bremsen hierzulande die Weiterentwicklung aus. Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hamburg Messe und Congress, erläutert wie sich dies auf die Messe auswirkt, aber auch welche Rolle das Zukunftsthema Wasserstoff spielt.

Die Ausbauzahlen der Onshore-Windenergie hierzulande sind schon seit Längerem besorgniserregend. Wie bewerten Sie als Veranstalter der Weltleitmesse WindEnergy Hamburg die Situation?

Die niedrigen Ausbauzahlen im Mutterland der Windenergie sind das falsche Signal für die Branche und für die Energiewende-Ziele der Europäischen Union. Die Windbranche fordert schon länger die Unterstützung der Politik und sieht großen Handlungsbedarf. Als weltweit größte Business Plattform für die Windenergie sind wir nicht glücklich über diese Situation im eigenen Land, können als Veranstalter aber kaum Einfluss nehmen.

Welche Rolle werden dieses und weitere politische Themen trotzdem auf der WindEnergy Hamburg spielen?

Bei allen Messethemen spielt die Politik eine große Rolle, da weltweit Voraussetzungen von der Politik geschaffen werden müssen. Daher bieten wir am ersten Messetag mit unserem Co-Organisator WindEurope einen Political Summit mit Energiepolitikern aus der ganzen Welt an. Wir würden uns zudem darüber freuen, wenn der Bundesminister für Wirtschaft und Energie oder die Kanzlerin im Dezember auf der WindEnergy Hamburg mit Energieministern, Wirtschaftsführern und Wissenschaftlern aus aller Welt über die Chancen der Energiewende und wie diese mit Windenergie gelingt diskutieren würde. Es wäre für die Branche bedauerlich, wenn die Bundesregierung auf der Weltleitmesse der Windenergie im eigenen Land kein Signal setzen würde.

Das Thema Wasserstoff hat in jüngster Zeit einen starken Bedeutungsgewinn sowohl in der Politik als auch in der Energiebranche selbst erfahren. Wie spiegelt sich dies in der Messe wider?

In unserer neuen H2Insights-Area verbinden wir die Welt der Windstromproduktion mit der Welt für Umwandlung und Anwendung von Wasserstoff. Wir erwarten viele H2-Experten und -Pioniere und platzieren in direkter Nachbarschaft die Unternehmen, die Speicherlösungen anbieten. Welche Potenziale der Windstrom für die Produktion von Wasserstoff haben kann und wie dies die notwendige Energie- und Mobilitätswende vorantreiben kann, soll in der H2Insights-Area diskutiert werden. In unserer Storage-Tour werden wir rund 100 Aussteller präsentieren, die Speicherlösungen und auch speziell grüne Wasserstoff-Lösungen anbieten.

Wird die WindEnergy Hamburg gar auch zur Weltleitmesse für die Wasserstoffwirtschaft und P2X?

Wenn die Energiewende mit erneuerbaren Energien gelingen soll, werden diese Themen stärker in den Fokus rücken. Und sie sind auch jetzt schon im Angebot der Messe vertreten. Über die Wertschöpfungskette hinaus in die Wasserstofflösungen, in die Power-to-X-Lösungen bis hin zu Systemintegration haben wir die Nomenklatur erweitert. Die WindEnergy Hamburg als Wind-only-Messe möchte auch eine Energiewende-Diskussionsplattform sein. Das zeigen wir mit unserem neuen Motto „It‘s time to put climate first“.

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