Mehr Transparenz, weniger Energieverbrauch

Langfristige Partnerschaft für nachhaltige Energieeffizienz

Ganzheitliches Monitoring: ITW überwacht nicht nur den Strom für die Maschinen, sondern auch Prozessfaktoren wie Kühlleistung und Druckluft pro Kubikmeter.

Bild: econ
08.07.2026

Wer Energieverbräuche in der Produktion nur punktuell misst, erkennt einzelne Lasttreiber, aber kaum ihre Wechselwirkungen. Erst die durchgängige Erfassung von Verbrauchs-, Prozess- und Umgebungsdaten schafft die Basis, um Effizienzpotenziale systematisch zu heben, Kennzahlen belastbar zu vergleichen und Störungen frühzeitig sichtbar zu machen. Gerade in energieintensiven Fertigungsumgebungen wird diese Transparenz zum entscheidenden Hebel für Wirtschaftlichkeit und Klimaziele.

ITW Motion, Teil der international agierenden ITW-Gruppe, entwickelt und produziert im fränkischen Röttingen hochpräzise Dämpfungselemente. Sie sorgen dafür, dass beispielsweise das Handschuhfach des Autos oder die Tür der Spülmaschine sanft und elegant öffnen und schließen. Im Spritzgießverfahren entstehen jährlich rund 90 Millionen derartiger Dämpfer – bei hohen Anforderungen an Qualität und Energieeffizienz.

Um die Energieeffizienz zu erhöhen, wurden anfangs mit einem portablen Strommessgerät punktuelle Messungen durchgeführt. Damit konnte ITW die größten Energieverbraucher identifizieren, aber kein durchgängiges Bild gewinnen. „Verläufe, Abhängigkeiten von der Temperatur oder der Produktionsauslastung waren damit nicht darstellbar“, erinnert sich Sebastian Decker, EHS-Manager bei ITW Motion Europe. Gleichzeitig stiegen die Anforderungen für die ISO-50001-Zertifizierung, sodass sich ITW zur Einführung eines Energiemanagementsystems entschloss.

Gesucht: ein langfristiger, strategischer Partner

Beim Auswahlprozesses stand neben den Funktionalitäten der Lösung die Zukunftssicherheit des Anbieters im Fokus: „Es war uns wichtig, einen langfristigen strategischen Partner zu finden, von dem wir auch nach Jahren noch Service und Support bekommen – also ein Unternehmen, das stabil am Markt steht“, erläutert Decker. Als Energiemanagement-Spezialist mit langjähriger, breiter Marktpräsenz und Teil von MVV Energie, einem der führenden Energieunternehmen Deutschlands, konnte Econ solutions die Auswahl für sich entscheiden. Denn auch die Lösungen von Econ überzeugten, insbesondere durch:

  • vielfältige Schnittstellen und Anbindungsmöglichkeiten, auch für Geräte anderer Hersteller,

  • eine unbegrenzte Skalierbarkeit im Backend,

  • die einfache, schnelle Installation und gute Erweiterbarkeit der Messinfrastruktur.

Gewachsen: schrittweiser Ausbau

ITW startete mit rund zehn Energie- und Leistungsmessgeräten Econ sens für die signifikanten Energieverbraucher, drei Datenloggern und der Energiemanagement-Software econ4, die aus den Messdaten zahlreiche Auswertungen und Berichte generiert. Mithilfe eines Installateurs und der Betreuung durch Econ solutions stand das System nach wenigen Wochen. Seitdem wurde es sukzessive weiter ausgebaut und umfasst heute alle Spritzgießmaschinen und Kompressoren in der Produktion sowie die Gebäudeinfrastruktur. Außerdem hat ITW andere Messsysteme eingebunden, um neben Strom auch Wasser, Heizöl, Wärmeenergiemengen, Raum- und Puffertemperaturen sowie Luftfeuchtigkeit in das econ-System spielen und auswerten zu können.

Gewonnen: Transparenz und Kennziffern

Damit hat ITW Transparenz bis auf Maschinen- und Produktebene gewonnen. „Mit wenigen Klicks sehen wir in der econ-Software, wie effizient eine Anlage wirklich läuft“, so Decker. Neben dem Stromverbrauch spielt dabei die Kühlleistung eine große Rolle. Die Kühlung ist prozessrelevant und – weil sie nachgelagert über Wasser erzeugt werden muss – kostenintensiv. Alle Daten zusammen ergeben ein ganzheitliches Bild der Anlage. „So haben wir aussagekräftige Informationen für ein Benchmarking, zum Beispiel bei Beschaffungsüberlegungen.“ Stromverbräuche werden pro Kilogramm Rohmaterial ausgewertet und auf Maschinen- oder Teileebene heruntergebrochen. Weil ein großer Anteil des Stromverbrauchs auf die Drucklufterzeugung entfällt, ermittelt ITW auch den Stromverbrauch pro Kubikmeter Druckluft. „Nach dem Austausch einer Spritzgießmaschine oder eines Kompressors zeigt sich der Effizienzgewinn direkt in den Kennzahlen. Das ist immer eine tolle Bestätigung“, so Decker.

Die in econ4 erzeugten Kennzahlen fließen zudem in die Dokumentation für die ISO-50001-Rezertifizierung. Zudem hat Decker Reports zusammengestellt, die monatlich automatisch generiert und an das Controlling gesendet werden – für die Kostenstellenrechnung und eine verursachungsgerechte Zuordnung von Energiekosten zu Produkten und Produktgruppen.

Geschafft: Effizienz erhöht, Klimaziel erreicht

Auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem System hat ITW am Standort Röttingen zahlreiche Effizienzmaßnahmen durchgeführt. Das Ergebnis: Der spezifische Energieverbrauch konnte in den vergangenen zwölf Jahren um rund 34 Prozent reduziert werden. Zudem hat das Werk die Klimaziele des ITW-Konzerns – eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 2021 bis 2030 um 50 Prozent – wahrscheinlich bereits 2025 erreicht. „Die letzten Schritte waren die Installation einer Wallbox-Infrastruktur und der Austausch der Ölheizung durch eine Wärmepumpe, die auch alle mit Econ erfasst werden. Wenn sich die bisherigen Auswertungen bestätigen, haben wir das Klimaziel für 2030 jetzt schon erreicht“, berichtet Decker. Um das zu belegen, erstellt er Produkt- und Standort-CO₂-Bilanzen nach dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol. Auch dabei unterstützt ihn das econ-System durch die Umrechnung der verbrauchten Energiemengen in CO2-Emissionen.

Die Maßnahmen zur Reduzierung des spezifischen Energieverbrauchs umfassten Prozessoptimierungen sowie zahlreiche Ersatzbeschaffungen, bei denen auf die Energieeffizienz der neuen Maschinen und Anlagen geachtet wurde. Aber auch das schnelle Erkennen von Störungen oder falschen Maschineneinstellungen hat dazu beigetragen, Energie einzusparen – zum Beispiel als ein defekter Schütz eines Heizsystems dazu geführt hat, dass das Wasser über die Zieltemperatur hinaus immer weiter erhitzt wurde. Dies hatte sich nicht auf den Fertigungsprozess ausgewirkt, weil die Kühlung das Wasser stetig wieder herunterkühlte. Die Folge: Heiz- und Kühlsystem hatten einen deutlich erhöhten Energieverbrauch, der sich in econ4 zeigte. „Sonst hätten wir das bestimmt lange nicht bemerkt“, ergänzt Decker.

Doch ITW nutzt das econ-System nicht nur für das Energiemanagement: „Eine konstante Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit in der Montagehalle sind extrem wichtig, weil sich Abweichungen auf das Produktverhalten und damit auf die Qualität auswirken. Deshalb überwachen wir die Werte in Econ und haben Schwellwerte eingerichtet. So erhalten wir sofort eine Benachrichtigung, wenn kritische Werte erreicht sind“, so Decker.

Weiterentwicklung und Schritt in die Cloud

Auch nach gut zehn Jahren ist die Weiterentwicklung des econ-Systems fester Bestandteil der Strategie. ITW ergänzt es aktuell um:

  • das Spitzen- und Ladelastmanagement Econ peak zur Vermeidung von Lastspitzen durch aktive Steuerung insbesondere der Wallboxen,

  • Live-Darstellungen mit Econ live, um wichtige Kennzahlen und Auswertungen auch remote schnell und einfach abrufen zu können.

„econ war damals vielleicht nicht die günstigste Lösung, aber wie sich in den letzten Jahren gezeigt hat, war es die richtige Entscheidung“, so Deckers Fazit.

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  • Präzise Datenerfassung an der Maschine: Die flexiblen econ-sens-Messgeräte waren der erste Schritt von ITW weg von punktuellen Messungen hin zu Verlaufsanalysen.

    Präzise Datenerfassung an der Maschine: Die flexiblen econ-sens-Messgeräte waren der erste Schritt von ITW weg von punktuellen Messungen hin zu Verlaufsanalysen.

    Bild: econ

  • Transparenz per Mausklick: In der Software econ4 werden Energieverbräuche auf Maschinen- und Teileebene heruntergebrochen und Kennzahlen für die ISO 50001 generiert.

    Transparenz per Mausklick: In der Software econ4 werden Energieverbräuche auf Maschinen- und Teileebene heruntergebrochen und Kennzahlen für die ISO 50001 generiert.

    Bild: econ

  • Sebastian Decker, EHS-Manager bei ITW Motion Europe, vor der Spritzgießproduktion in Röttingen.

    Sebastian Decker, EHS-Manager bei ITW Motion Europe, vor der Spritzgießproduktion in Röttingen.

    Bild: econ

  • Vermeidung teurer Lastspitzen: Mit dem Spitzen- und Ladelastmanagement econ peak steuert ITW nun aktiv Verbraucher wie die neue Wallbox-Infrastruktur.

    Vermeidung teurer Lastspitzen: Mit dem Spitzen- und Ladelastmanagement econ peak steuert ITW nun aktiv Verbraucher wie die neue Wallbox-Infrastruktur.

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  • Nachgerüstete Intelligenz: Die sukzessive Erweiterung der Messinfrastruktur ermöglicht ITW heute ein detailliertes Benchmarking aller Spritzgießanlagen.

    Nachgerüstete Intelligenz: Die sukzessive Erweiterung der Messinfrastruktur ermöglicht ITW heute ein detailliertes Benchmarking aller Spritzgießanlagen.

    Bild: econ

  • Meilenstein für das Klimaziel: Der Austausch der Ölheizung durch diese Wärmepumpe – voll integriert ins Monitoring – bringt ITW dem Ziel der 50-prozentigen CO2-Reduktion näher.

    Meilenstein für das Klimaziel: Der Austausch der Ölheizung durch diese Wärmepumpe – voll integriert ins Monitoring – bringt ITW dem Ziel der 50-prozentigen CO2-Reduktion näher.

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