Das Eco-Stimmungsbild gibt einen Einblick in Unternehmen, die über Eco-Kanäle erreicht wurden und sich bereits mit NIS2 und Cybersicherheit befassen. Selbst in diesem Umfeld wird ein deutlicher Unterstützungsbedarf sichtbar. Über ein Drittel der bereits beim BSI registrierten Unternehmen bewertet den Registrierungsprozess als „sehr kompliziert“, 53 Prozent als „in Ordnung“.
Nachweise und Meldeprozesse verursachen den größten Druck
Der zusätzliche Aufwand für die Umsetzung von NIS2 ist spürbar: Rund 15 Prozent der Antwortenden schätzen ihn als sehr hoch ein, jeweils rund 38 Prozent als hoch oder mittel. Kein Unternehmen gab an, dass durch NIS2 kein zusätzlicher Aufwand entsteht.
Knapp 18 Prozent der teilnehmenden Unternehmen geben an, die NIS2-Anforderungen bereits vollständig umgesetzt zu haben. Rund 36 Prozent befinden sich planmäßig in der Umsetzung, weitere knapp 18 Prozent berichten von Verzögerungen. Als besonders herausfordernd bewerten die Unternehmen vor allem Nachweispflichten und Audits mit rund 26 Prozent der Nennungen, das Meldewesen mit rund 25 Prozent sowie Risikoanalyse und Risikomanagement mit rund 21 Prozent.
Registrierung ist nur der Auftakt
Eco-KRITIS-Experte Ulrich Plate sagt: „Dass selbst Unternehmen aus einem securitynahen Umfeld den Registrierungsprozess teils als sehr kompliziert bewerten, zeigt, wie wichtig praxistaugliche Orientierung ist“, sagt Ulrich Plate, Leiter der Kompetenzgruppe KRITIS bei Eco. „Mit der Registrierung ist die eigentliche Arbeit nicht abgeschlossen. Entscheidend ist jetzt, dass Unternehmen die regulatorischen Anforderungen in wirksame Prozesse übersetzen: klare Verantwortlichkeiten, belastbare Meldewege, dokumentierte Risiken und ein funktionierendes Lieferkettenmanagement. NIS2 darf nicht als reine Compliance-Aufgabe verstanden werden, sondern muss als Führungs-, Resilienz- und Risikomanagementthema im Unternehmensalltag ankommen.“
Unterstützungsangebote müssen an der Praxis ansetzen
Das BSI hatte im Juni eine Befragung zu Feedback und Bedarfen der Wirtschaft bei seinen NIS2-Unterstützungsangeboten gestartet, darunter Betroffenheitsprüfung, Geschäftsleitungsschulung und Infopakete. Aus Sicht von Eco ist dieser Ansatz richtig: Unterstützungsangebote sollten vor allem dort ansetzen, wo in der Praxis die größten Reibungspunkte entstehen – bei Nachweisen, Meldewegen, Anforderungen an Lieferketten, Betroffenheitsprüfung und der Verantwortung der Geschäftsleitung.
„Unternehmen brauchen keine abstrakten Pflichtenhefte, sondern klare Prioritäten und handhabbare Umsetzungshilfen“, so Plate. „Nur wenn NIS2 im Unternehmensalltag funktioniert, kann daraus ein echter Resilienzgewinn für Wirtschaft und Gesellschaft entstehen.“
Über das Eco-Stimmungsbild
Das Stimmungsbild basiert auf einer Kurzabfrage des Eco unter Unternehmen aus dem Eco-Umfeld mit Bezug zu IT-Sicherheit, digitaler Infrastruktur und NIS2. Die Befragung wurde über Eco Kanäle verbreitet; insgesamt gingen 38 qualifizierte Antworten ein.
Die Ergebnisse geben ein aktuelles Stimmungsbild aus der Praxis wieder und erheben keinen Anspruch auf Repräsentativität. Da die Beantwortung einzelner Fragen freiwillig war, variiert die Zahl der Antworten je nach Frage. Prozentwerte beziehen sich jeweils auf die Unternehmen, die die betreffende Frage beantwortet haben.