Damit die energiehungrige Industrie in Deutschland KWK besser nutzen kann, erforscht Galvanoflex neue KWK-Strategien.

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KWK-Projekt für die Industrie KWK industriell besser nutzen

26.06.2017

Das Projekt Galvanoflex erforscht, wie KWK-Anlagen gesteuert und netzdienlich betrieben werden können.

KWK-Anlagen leisten mit ihrem hohen Wirkungsgrad und der gleichzeitigen Produktion von Strom und Wärme bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Doch gerade die simultane Energieproduktion ist manchmal problematisch, weil nicht immer beide Energien zeitgleich benötigt werden.

In der Regel werden KWK-Anlagen wärmegeführt betrieben, unabhängig von der elektrischen Notwendigkeit in der Produktion oder einem Stromüberschuss im Netz – geeigneter wäre eine unabhängige Produktion von Strom und Wärme.

Entkopplung von Strom- und Wärmeproduktion

Das Projekt Galvanoflex soll die zukünftige Rolle der KWK definieren. Die Technologie soll als komplementäre und damit flexible und an der Residuallast orientierten Ergänzung zur volatilen Stromerzeugung in Solar- und Windkraftanlagen in industriellen Anwendungen implementiert werden.

Dabei wird das Institut für Energieeffizienz in der Produktion der Universität Stuttgart EEP gemeinsam mit dem REZ, dem Fraunhofer IPA und Partnern aus der Industrie Betriebsstrategien und Strukturen für eine optimierte Fahrweise von KWK-Anlagen entwickeln. Über die Einbindung von Speichertechnologien werden sie erproben, wie zukünftige Betriebsfahrpläne ausgestaltet werden sollten.

Auf Basis von zuvor erhobenen Produktionsdaten der Industriepartner erstellt das EEP in diesem Projekt eine Simulation und prüft im Anschluss, ob die vom REZ entwickelten Steueralgorithmen zutreffend sind. Zunächst wird die stromgeführte KWK in der Galvanikbranche – wegen des hohen Bedarfs an Wärme und Strom – erforscht.

Die Ergebnisse werden anschließend in der Druckgussbranche validiert. Dieser Schritt ist notwendig, um die Resultate später bei geänderten Rahmenbedingungen auf andere Branchen schneller übertragen zu können.

Energiesparpotenziale in der Industrie besser ausschöpfen

Darüber hinaus wird im Rahmen des Projekts eine sozialwissenschaftliche Begleitforschung zu den Umsetzungsmöglichkeiten durchgeführt. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die Energieeinsparpotenziale produzierender Unternehmen zwar zwischen 10 Prozent und über 50 Prozent liegen, aber trotz zahlreicher Förderprogramme und gesetzlicher Regelungen bislang nur unzureichend ausgeschöpft werden.

Ziel des Projekts ist es außerdem, die Energieeffizienz in Galvanikbetrieben zu bewerten und nicht gehobene Potenziale aufzudecken. Auf diese Weise soll die Deckungsrate des produzierten Eigenstroms erhöht werden.

Der Aufbau eines Reallabors – in dem die Erkenntnisse in einer Wissensplattform abgelegt und in einer Branchenplattform vorgestellt werden – soll den Transfer in alle Branchen ermöglichen.

Bildergalerie

  • Erhöhung der Versorgungssicherheit und der Eigenstromerzeugung durch eine optimierte Fahrweise von KWK-Anlagen und der Integration von Energiespeichern.

    Bild: Uni Stuttgart EEP/Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Baden-Württemberg

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