Ziel der „Klimastraße“ ist es, den Parksuchverkehr und die Schadstoff-Emissionen zu verringern.

Bild: iStock, JaCZhou

Smart-City-Reallabor Klimastraße soll Schadstoff-Emissionen verringern

15.06.2020

In einem Reallabor wird derzeit eine intelligente Straße für Koblenz getestet. Die „Klimastraße“ wird mehrere Anwendungen verbinden: Parkraumüberwachung, Ladeinfrastruktur, Emissions- und weitere Sensorik. Im September sollen die ersten Anlagen in Betrieb gehen.

Mit der „Klimastraße” konnte sich die Energieversorgung Mittelrhein (evm) bei der Ausschreibung für das Reallabor durchsetzen. Das Thüga-Kompetenzcenter Innovation hatte Anfang 2020 Thüga-Partnerunternehmen aufgefordert, sich zu bewerben. Den Gewinner wählten die 39 Mitglieder der Innovationsplattform per Abstimmung. Ziel des Reallabors ist die Pilotierung von anwendungsübergreifenden Smart-City-Projekten unter realen Bedingungen vor Ort.

Wandel zur Smart-City

Energieversorgern und ihren Kommunen eröffnet ein solcher Probelauf wesentliche Erkenntnisse für den Wandel zur Smart City. Josef Rönz, Vorstandsvorsitzender der evm, fasst das Ziel zusammen: „Wir möchten Smart-City in Koblenz erlebbar machen und mit Nutzen für den Alltag der Bürgerinnen und Bürger verbinden.“

Dr. Matthias Cord, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Thüga, erklärt: „Es gibt ein berechtigt hohes Interesse der Partnerunternehmen, sich erfolgreiche Smart-City-Lösungen zunächst anzusehen, bevor sie ein Projekt so oder in ähnlicher Weise selbst umsetzen. Mit den Reallaboren gehen wir einen großen Schritt in Richtung Transparenz“.

Für alle Thüga-Partnerunternehmen und ihre Kommunen besteht die Möglichkeit, an den Erfahrungen mit den neuen Technologien teilzuhaben.

Weniger Parkplatzsucher und bessere Luft

Die geplante „Klimastraße“ im viel befahrenen oberen Teil der Löhrstraße, die sich in der Stadtmitte von Koblenz befindet, gliedert sich in zwei Projektbereiche. Hier wird das Projekt Smart Parking aufgesetzt, das auch aus Mitteln des Sofortprogramms Saubere Luft 2017- 2020 der Bundesregierung gefördert wird.

Dazu werden in einem Teil der Straße die Straßenlaternen mit Overhead-Sensoren ausgestattet. Zusammen mit LoRaWAN-Parksensoren im Boden, in einem weiteren Straßenabschnitt, übermitteln sie Autofahrern unter anderem per digitalen Anzeigetafeln an den Kreuzungen und über App die Summe freier Parkplätze in der Straße.

Ziel ist es, den Parksuchverkehr und Schadstoff-Emissionen zu verringern. Über LoRaWAN und andere Mess-Anwendungen kann die Luftqualität überprüft und die Zahl der Radfahrer und Fahrzeuge festgehalten werden.

In einem weiteren Projektschritt werden die Straßenlaternen zu einer schnellen Ladeinfrastruktur für E-Autos ausgebaut und eine Informations-Station für die Passanten der Klimastraße eingerichtet.

Der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner erklärt: „Gerade in der Innenstadt macht alleine der Parkplatzsuchverkehr einen nicht zu unterschätzenden Teil des gesamten Autoverkehrs aus. Hier intelligente Problemlösungen zu finden wird ein Pro für Autofahrer, Anwohner und Umwelt sein. Wir sind sehr gespannt auf das Reallabor.“

Umsetzungsstart für Juni geplant

Aktuell laufen die Planungen zwischen evm und der Stadt Koblenz. Beispielsweise müssen noch die genauen Standorte für die Sensoren und IoT-Schnittstellen abgestimmt werden. Im Juni soll dann der Aufbau des Reallabors beginnen. Der Testbetrieb für die verschiedenen Anwendungsfälle in der Klimastraße wird mindestens 18 Monate laufen.

Die Finanzierung setzt sich maßgeblich zusammen aus dem Mittelanteil der evm, aus Bundesfördermitteln für das Smart-Parking-Projekt und dem Förderanteil der Thüga Innovationsplattform. Die nötigen personellen und technischen Ressourcen stellen die evm, die Stadt Koblenz und die Thüga bereit.

Zur Umsetzung kommt außerdem ein Reallabor bei der Badenova in Freiburg. Hier rückt die stärkere digitale Verknüpfung der Smart City mit dem ländlichen Raum in den Fokus; eine Herausforderung, die viele weitere Kommunen der Thüga Innovationsplattform betrifft.

Bildergalerie

  • LoRaWan-Bodensensoren melden Autofahrern freie Parkplätze über digitale Anzeigentafeln und per App.

    Bild: Thüga, Sascha Ditscher

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