Dr. Myriam Jahn ist CEO von Q-loud. Sie hat Betriebswirtschaft und Elektrotechnik studiert und sieben Jahre lang in der Beratung gearbeitet. In den letzten 15 Jahren baute Jahn den Industrial-IoT-Bereich der IFM-Unternehmensgruppe auf und übernahm dabei Führungsaufgaben im Vertrieb und Marketing. Zuletzt war sie Vorstand Vertrieb bei Tisc.

Bild: Q-loud

Kommentar Internet der Dinge im Maschinenbau – das sind wir

12.09.2019

Die Fertigungsindustrie steht unter Druck. Um auch zukünftig erfolgreich zu sein, muss sie ins IoT – und zwar schnell. Denn schon heute belegen Studien eindrucksvoll, dass bis zu 70 Prozent des Wertes der produzierten Maschinen in absehbarer Zeit aus den von ihnen generierten Daten kommen wird - nicht aus der zugrundeliegenden Fertigungstechnologie, Mechanik oder Elektronik.

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Dr. Myriam Jahn war mit diesem Beitrag im A&D-Kompendium 2019/2020 als eine von 100 Machern der Automation vertreten.

Natürlich besteht längst Konsens darüber, dass Daten das Gold des 21. Jahrhunderts sind. Wie schnell das aber zunächst die Konsumgüter-Welt verändern würde, war kaum absehbar. Im Investitionsgüterbereich gingen bisher die Uhren langsamer. Das Problem: Der Austausch der teuren, nicht-IoT-fähigen Maschinen und Anlagen ist in der Fertigungsindustrie keine Option.

Was braucht die mittelständisch geprägte Industrie also? Sie benötigt einen Link zwischen OT, IT und der Telekommunikation, den sie für ein Retrofit und neue Maschinen nutzen kann. Denn auch die vielen, gesammelten Daten der Industrie sollten sicher in die Public oder Private Cloud transportiert und genutzt werden können.

Oder anders gesagt: Wir müssen das Know-how aus den drei Welten intelligent und sicher miteinander kombinieren. Die unterste Ebene der Automatisierung, die Sensoren und Aktoren, müssen „ungehemmt“, skalierbar und sicher mit der IT in der Cloud kommunizieren. Edge Computing mit der Gegenstelle in der Cloud ist die Lösung, wenn es richtig gemacht ist.

Unterschied durch Mittelstandstauglichkeit

Und genau das ist die Mission von Q-loud. Mit skalierfähiger Hard- und Software helfen wir – getreu unseres Mottos „we connect things“ – Industrieunternehmen, ihre Produkte und Geschäftsmodelle in das IoT zu bringen. Hierfür haben wir den Ansatz des Edge-Computings mit unserer Gateway-Technologie kombiniert. Folglich sprechen wir von einem IoT-Edge-Gateway. Was macht dieses Device? Es stellt nicht nur flexible Datenfilterung und -speicherung, sondern auch die erforderliche Vorselektion und Bearbeitung der Daten, auch mithilfe von KI direkt im Edge Gateway sicher.

Auf diese Weise kann nicht nur in der Cloud, sondern auch im Gateway gelernt und entschieden werden: Nur die notwendigen Daten werden an die gewünschte IoT-Plattform oder Cloud übergeben. Mit unserem IoT-Edge-Gateway und IoT-Hub sitzt das Fertigungsunternehmen, der Maschinenbauer oder der Automatisierer am längeren (Daten-)Hebel, um schnell, sicher und kalkulierbar von den Vorteilen neuer Geschäftsmodelle profitieren zu können.

Worin sich unser Angebot von der Fülle vorhandener Gateways und Plattformen unterscheidet? Mittelstandstauglichkeit! Denn Maschinenbau und Automatisierung sind fast ausnahmslos mittelständisch geprägt und haben ganz andere Anforderungen als die IT-Konzerne. Sie benötigen kundenspezifische Lösungen, die auf Standards beruhen, aber eben keine klassischen Standardlösungen, wie sie die IT-Riesen anbieten.

Damit die Datenhoheit bei den Unternehmen bleibt

Beispielsweise muss ein geeignetes Gateway nicht nur extrem leistungsfähig und flexibel sein und damit den Produktlebenszyklus einer Maschine überdauern. Es muss vor allem auch Plattformunabhängigkeit und Sicherheit bieten. Das geht nur End-to-End, zum Beispiel mit einer Permissioned Blockchain. Denn nur dann bleibt die Datenhoheit wirklich in den Händen der Unternehmen. Das ist ein Thema, das uns ganz besonders am Herzen liegt und wo bei Maschinendaten größte Vorsicht geboten ist.

Und: Sowohl die End-to-End-Security also auch die Algorithmik des Gateways bedürfen der Spiegelung in der Cloud beziehungsweise in der angeschlossenen Plattform. Anderenfalls haben wir nichts anderes als eine bessere Firewall. Und die wirkt bekanntlich nur one-way. Im Übrigen: Mit unserem Proof-of-Concept-Ansatz erhalten Kunden innerhalb von 100 Tagen und für ein festgelegtes Budget einen funktionierenden Prototyp mit Connectivity für ihren konkreten Anwendungsfall. Mehr Investitionssicherheit auf dem Weg ins Internet der Dinge geht nicht.

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