Mehr Bestellungen und Kartonknappheit: DHL will beidem mit neuer KI-Software begegnen.

Bild: Deutsche Post DHL

Künstliche Intelligenz im Versandhandel Gegen halb leere Kartons: DHL nutzt KI zur besseren Befüllung

21.04.2022

Der Versand soll kostengünstiger und CO2-ärmer werden: DHL bedient sich ab sofort Künstlicher Intelligenz, um das Füllvolumen seiner Sendungen besser auszunutzen. Auf diese Weise spart der Konzern überflüssigen Transportraum und reduziert Lkw auf der Straße. Auch auf die Versandkosten wirkt sich die KI-Lösung positiv aus.

DHL Supply Chain, der Spezialist für Kontraktlogistik bei Deutsche Post DHL, bietet seinen Geschäftskunden ab sofort neue On-Demand-Verpackungslösungen an. Durch die KI-Software OptiCarton lässt sich das Füllvolumen vorhandener, vorkonfigurierter Kartons optimieren und Packsets besser auszunutzen. Teilweise schlägt die Software sogar vor, Bestellungen auf mehrere Sendungen aufzuteilen, wenn dies wirtschaftlicher ist und den CO2-Fußabdruck verringert.

Mit der Lösung reagiert DHL einerseits auf den Engpass bei Verpackungsmaterial und Kartonagen; andererseits zeigen erste Pilotversuche weitere Vorteile auf. So sparen Kunden laut dem Unternehmen durchschnittlich 15 Prozent, teilweise sogar bis zu 35 Prozent Versandkosten ein. Besonders interessant ist OptiCarton deshalb für Geschäftskunden mit großen Versandvolumen, wie E-Seller und Online-Shops.

„Auch wenn eine solche Lösung zunächst relativ einfach erscheinen mag, ist die Bereitstellung von Packanweisungen für einzelne E-Commerce-Sendungen in Echtzeit tatsächlich recht komplex“, sagt Dietmar Steins, Executive Vice President Global Solutions Design bei DHL Supply Chain. „Wir sind stolz, eine voll automatisierte Softwarelösung anbieten zu können, die unseren Kunden dabei hilft, die Auslastung vorhandener Packsets mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu optimieren.“

Weniger Leerraum in Sendungen

Je nach Produkt, Volumen und Größe schlage die Software nicht nur die optimale Größe der Umverpackung vor, sondern biete auch individuelle, visuelle Hilfestellung zur optimalen Nutzung des Platzes im Karton, wie Steins erklärt. Die Darstellung sei sehr intuitiv und erinnere an das bekannte Computerspiel Tetris. „Es ist zwar im Grunde nur eine einfache Software, bringt unseren Kunden in der Praxis aber erhebliche Einsparungen.“

Nach ersten Berechnungen kann ein optimal vorkonfigurierter und gut genutzter Satz Kartons bis zu 50 Prozent Leerraum in Sendungen einsparen. Dadurch verringert sich die Zahl der Lkw-Ladungen, und Geschäftskunden sparen nicht nur Kosten für übergroße Kartons und Füllmaterial, sondern auch für den Versand, da unnötige Transporte entfallen.

Darüber hinaus kann die Lösung Empfehlungen dazu geben, ob und wie eine Bestellung aufgeteilt werden sollte, um die Versandkonfiguration zu optimieren. Das macht OptiCarton auch endverbraucherfreundlich.

Günstige und trotzdem sichere Verpackungen

„Angesichts der steigenden Zahl von E-Commerce- und Einzelsendungen ist offensichtlich, dass On-Demand-Verpackungen in Verbindung mit der optimierten Auslastung von Verpackungsmaterialien und Transportkapazitäten unglaubliche Chancen bieten: Sie führen zu Kosteneinsparungen, reduzieren die CO2-Emissionen und verbessern die Kundenerfahrung“, sagt Markus Voss, CIO & COO bei DHL Supply Chain. „Die größte Herausforderung für unsere Kunden liegt darin, einerseits Versand- und Verpackungskosten im Griff zu behalten und dabei gleichzeitig mögliche Transportschäden zu reduzieren. Den Transport und die Kapazitäten derart zu optimieren, dabei kann OptiCarton unseren Kunden helfen.“

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  • Nach Berechnungen des Konzerns lässt sich mit der OptiCarton-Lösung bis zu 50 Prozent Leerraum in Sendungen einsparen.

    Bild: Deutsche Post DHL

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