Die Auspackmaschine Skinner befreit fehlerhafte Produkte automatisiert von ihrer Verpackung und sammelt sie zum Recycling in einem separaten Behälter.

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Auspackmaschine für besseres Recycling Geld sparen, Lebensmittel retten

09.03.2020

Bruchware ist ein heikles Thema für die Lebensmittelindustrie. Nicht nur wirkt sie sich negativ auf den Umsatz aus, sie verursacht auch zusätzliche Recyclingkosten und schadet der Ökobilanz des Unternehmens. Eine neue Auspackmaschine soll dieses Problem nun lösen, indem sie fehlerhafte Produkte automatisiert entpackt.

Keine Verpackungsmaschine arbeitet fehlerfrei. Diese Erkenntnis quält vor allem die deutsche Lebensmittelindustrie. Bei jedem Fertigungsprozess entsteht ein gewisser Prozentsatz an Bruchware, der für den Verkauf ungeeignet ist – zum Beispiel, weil die Verpackung nicht luftdicht oder der Aufdruck fehlerhaft ist.

Zwar könnten die Materialien der Ausschussware für Reworks wiederverwendet werden, jedoch ist die Verwertung fehlerhafter Produkte ein zeitaufwendiger Prozess. Das liegt vor allem daran, dass die Verpackung wieder entfernt werden muss. Ein Vorgang, der bis jetzt nur händisch erledigt werden konnte. Auch die immer strengeren Nachhaltigkeitsauflagen für die Lebensmittelindustrie machen Bruchware zum wachsenden Problemfaktor.

Fehlendes Bindeglied zu automatisierten Reworkprozessen

Genau hier setzt die Firma Neckhaim Consulting mit ihrer Auspackmaschine Skinner an. „Durch unsere vertikale Lösung gelingt es, umweltschonend und profitabel Bruchware wiederzuverwerten“, erklärt Firmenchef Ernest Neckhaim.

Denn große Mengen an fehlerhaften Lebensmitteln werden global und in Deutschland jedes Jahr einfach samt ihrer Verpackung entsorgt. „Wir wollen uns stattdessen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft einsetzen, in der nichts mehr weggeworfen werden muss“, sagt Neckhaim. Der Skinner soll nun die Grundlage für die automatisierte Herstellung von Reworks liefern, indem er die Bruchware mechanisch aus ihrer Verpackung entfernt.

Ablauf des Entpackungsprozesses

Fehlerhafte Produkte, die aus dem Fertigungsprozess ausgeworfen wurden, können via Fließbandanbindung direkt in den Skinner eingegeben werden. Dort entfernt die Maschine die Verpackung über Walzen vom Produkt und saugt sie mit einer Vakuumpumpe ab. Die leeren Verpackungen werden in einem an der Maschine angebrachten Behälter gesammelt und lassen sich im Anschluss recyceln.

Der Skinner bringt die entpackte Bruchware dann so aus, dass sich via Fließband auch der Rest des Reworkprozesses automatisieren lässt. Im Weiteren können dann beispielsweise Detektoren die Lebensmittel zunächst auf Verpackungsreste überprüfen, bevor sie anschließend von Walzensystemen oder ähnlichen Apparaturen zerkleinert und wiederverwendet werden können.

Auf diese Weise automatisiert der Skinner den kompletten Wiederverwertungsprozess. Das ermöglicht es deutschen Lebensmittelunternehmen, einen bedeutenden Schritt Richtung Kreislaufwirtschaft zu gehen.

Erwiesene Wirtschaftlichkeit

Der wirtschaftliche Einsatzbereich des Skinners erstreckt sich über alle Produkte zwischen 2 und 250 g. Dabei kommt es laut Neckhaim Consulting nicht darauf an, was ausgepackt werden soll. Denn mit nur wenigen Feinjustierungen lassen sich die Apparaturen des Skinners auf Produkte unterschiedlicher Hersteller anpassen.

Die Maschine arbeitet derzeit mit einer Taktrate von unter vier Sekunden; pro Minute können somit über 15 fehlerhafte Produkte von ihrer Verpackung befreit und dem Herstellungskreislauf wieder zugeführt werden. Damit soll die Maschine eine wichtige Lücke in der Lebensmittelproduktion schließen.

Laut einer Studie, in der die Wirtschaftlichkeit des Skinners untersucht wurde, kann die Kapitalrentabilität innerhalb eines Jahres nach Anschaffung der Maschine erreicht werden. Beim österreichischen Süßwarenproduzenten Manner sollen es sogar nur vier Monate gewesen sein.

Bildergalerie

  • Der Skinner arbeitet aktuell mit einer Taktrate von unter vier Sekunden. Damit kann er 15 fehlerhafte Produkte pro Minute entpacken.

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  • Ernest Neckhaim, Geschäftsführer von Neckhaim Consulting: „Wir wollen uns für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft einsetzen, in der nichts mehr weggeworfen werden muss.“

    Bild: Neckhaim

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