NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH

Für die Förderung von Fischabfällen wie Fischgräten, -köpfe, -haut und -fleisch wurde nach einer neuen effizienten Lösung gesucht.

Bild: iStock, Kostiantyn Filichkin

Trichterpumpe mit Rohrleitungssystem Fischabfälle sauber fördern

16.10.2020

Für den Transport von Fischabfällen hat ein ecuadorianisches Unternehmen lange Schneckenförderer und Gabelstapler eingesetzt. Um den Prozess zu verbessern, sollte ein neues Transportsystem diese Aufgabe übernehmen. Die Verantwortlichen entschieden sich für eine Kombination aus Exzenterschneckenpumpen und Doppelwellenzerkleinerern.

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Das ecuadorianische Unternehmen stellt aus marinen Quellen gewonnene spezialisierte Proteine, Peptide und Nukleotide zur Anwendung in Human-, Tierfutter-, Heimtiernahrung und Düngemitteln her. Eines der Hauptprodukte des Betriebs ist Fischpeptidisolat (FPI), das unter anderem als Bestandteil in Rezepturen für die Geflügel- und Schweinefutterindustrie zum Einsatz kommt.

Ein wichtiger Arbeitsschritt im Rahmen des Herstellungsprozesses ist die Zerkleinerung von Fischabfällen und deren Förderung zur nächsten Verarbeitungsstation innerhalb des Werks. Bis vor Kurzem wurde der Weitertransport der Fischreste mittels Hubwagen und Boxen sowie über lange Schneckenförderer durchgeführt. Da dieses Vorgehen mit einem großen logistischen Aufwand verbunden war und sich als personalintensiv sowie unter der Geschichtspunkten der Sauberkeit nicht optimal erwies, entschied sich das Unternehmen, eine andere Lösung anzuschaffen.

Besonders produktschonende Förderung

Netzsch do Brazil, eine Tochtergesellschaft der Netzsch-Gruppe, ersetzte das bisherige Konzept des Fischtransports durch ein System, das auf Exzenterschneckenpumpen basiert. Aufgrund der Bauart und Wirkweise dieses Typus wird das Medium besonders produktschonend gefördert.

Die Pumpen bestehen aus zwei wesentlichen Komponenten: einem rotierenden Teil, dem Rotor, und einem feststehenden, dem Stator, in dem sich der Rotor oszillierend bewegt. Der Rotor ist als eine Art Rundgewindeschraube mit extrem großer Steigung, großer Gangtiefe und kleinem Kerndurchmesser ausgebildet. Der Stator verfügt über einen zusätzlichen Gewindegang und die doppelte Steigungslänge des Rotors.

Durch die exakte Geometriepaarung ergeben sich bei der Rotation Förderräume, die sich kontinuierlich von der Eintritts- zur Austrittsseite bewegen und in denen das Medium zum Pumpenauslass geschoben wird. Das Volumen dieser Kammern ist konstant, die Kammern selbst sind dabei in sich geschlossen.

Auf diese Weise wird eine volumen- und druckstabile Bewegung des Förderguts sichergestellt, unabhängig von Konsistenz oder Viskosität des Mediums. Auch treten kaum Scherkräfte oder Pulsation auf, die das Medium beeinflussen und die Förderung erschweren könnten. Diese Pumptechnik ermöglicht es, jeden Stoff zu fördern, der eine gewisse Restfeuchte hat.

5 t Fischabfälle pro Stunde

In der Ausführung als Nemo-BF-Trichterpumpe besitzen diese Pumpen zudem ein Gehäuse mit vergrößertem, rechteckigen Einlauftrichter und mit abnehmbarem, konisch angeformtem Stopfraum. Hinzu kommt eine Kuppelstange mit patentierter, lagepositionierter Transportschnecke, was insgesamt für eine optimale Produktzuführung in die Förderelemente sorgt. Aufgrund des Förderprinzips und dieser Konstruktion bietet die Trichterpumpe eine hohe Zuverlässigkeit und längere Standzeiten bei einem solchen Medium als andere Pumpentechnologien.

Die erste der beiden Trichterpumpen, die bei dem Unternehmen im Einsatz sind, wird mit 5 t Fischabfällen pro Stunde beziehungsweise mit 50 t pro Tag beschickt und fördert diese über eine etwa 230 m lange Rohrleitung zum nächsten Arbeitsschritt weiter. Die Leitung, die einen Durchmesser von 100 mm hat, ist so konzipiert, dass sie lediglich 45-Grad-Winkel aufweist und somit einen störungsfreien Fluss des Mediums ermöglicht.

Um die Förderung des zähflüssigen Mediums zu unterstützen, werden zusätzliche Luftimpulse mit einem Druck von 6 bar durch die Rohrleitung geschickt. Dies geschieht unmittelbar hinter der Pumpe.

Das zweite Aggregat fördert pro Tag 15 t Fischfeststoffe mit einer Feuchtigkeit von 40 Prozent. Dieses Medium wird über eine 30 m lange Rohrleitung der 230-m-Rohrleitung zugeführt, die in einen Sedimentationstank mündet. Mit dieser neuen Lösung wurde ein geschlossenes System geschaffen, das die Anforderung des Kunden von Sauberkeit optimal erfüllt. So konnte das vorherige, offene System, das mit Gabelstapler, Boxen und Schneckenförderer das Medium von der Produktion zum Sedimentationstank und Abtransport förderte, abgelöst werden.

Doppelwellenzerkleinerer und Pumpe

Da die Fischabfälle, wie Fischgräten, -köpfe, -haut und Fleisch, in verschiedenen Größen anfallen, wurden einer Trichterpumpe zwei Netzsch-Doppelwellenzerkleinerer vom Typ N.Mac vorgeschaltet. Diese dienen der Vorzerkleinerung.

Dabei werden die großen Bestandteile im Medium so weit zerkleinert, dass die Stücke problemlos in die Förderkammern der Exzenterschneckenpumpe, die sich zwischen Rotor und Stator bilden, aufgenommen und somit gepumpt werden können. Je nach Anwendung stehen unterschiedliche Messerausführungen zur Auswahl, sodass Durchsatzmengen bis zu 300 m3/h möglich sind.

Der Zerkleinerer ist auf äußerste Robustheit und Servicefreundlichkeit ausgelegt. Dazu werden unter anderem die Schneidmesser einteilig in Cartridge-Bauweise ausgeführt. Ebenso sind die Wellenabdichtungen, die die Lager schützen, als Cartridge aufgebaut.

Fazit

Mit der neuen Zerkleinerer-Pumpen-Lösung konnten bei dem ecuadorianischen Unternehmen nicht nur die Betriebs- und Wartungskosten reduziert werden, es wurden auch die Arbeitsbedingungen deutlich gegenüber dem vorherigen, offenen System verbessert.

Seit ihrer Inbetriebnahme vor über zwei Jahren ist diese Lösung von Netzsch nun störungsfrei im Einsatz und der Kunde restlos zufrieden.

Bildergalerie

  • Das neue Transportkonzept besteht aus einer Exzenterschneckenpumpe, zwei Doppelwellenzerkleinerern sowie einer Rohrleitung von etwa 230 m Länge.

    Bild: Netzsch

  • Die zwei Doppelwellenzerkleinerer dienen der Vorzerkleinerung der Fischabfälle, bei der große Bestandteile im Stoffgemisch zerkleinert und das Medium insgesamt fließfähiger wird. Dadurch kann es zuverlässig gepumpt werden.

    Bild: Netzsch

  • Um mehr Sauberkeit im Arbeitsprozess zu gewährleisten, die Logistik zu verbessern und gleichzeitig die Betriebskosten zu reduzieren, nutzt das ecuadorianische Unternehmen seit Anfang 2018 die Lösung von Netzsch.

    Bild: Netzsch

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