Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist und bleibt die Europäische Union (EU) der wichtigste Herkunftsmarkt: 26 Prozent von ihnen importierten im Jahr 2024 Waren aus der EU, dagegen nur 5,3 Prozent aus EU-Drittstaaten. Beim Export sind KMU hingegen globaler aufgestellt: 6,9 Prozent der KMU-Exporteure lieferten 2024 Waren in die EU, 3,3 Prozent von ihnen exportierten in Staaten außerhalb der EU.
Die Anzahl der importierenden Unternehmen mit Sitz in Deutschland ist im Jahr 2024 im Vergleich zu 2023 (851.000 Unternehmen) gestiegen: Rund 873.000 Unternehmen führten Rohstoffe und Waren ein. Mit 98,3 Prozent bildeten die KMUs das Gros der Importeure. Ihre Anzahl stieg auf fast 859.000 (+2,6 Prozent gegenüber 2023). Insgesamt importierte somit jedes vierte KMU Waren aus dem Ausland. Die Anzahl der importierenden Großunternehmen erhöhte sich zwar ebenfalls, jedoch weniger stark. Insgesamt führten große Unternehmen Waren im Wert von 792 Milliarden Euro ein. Damit war der Gesamtwert der von den Großunternehmen importierten Waren mehr als doppelt so hoch wie der der KMU.
Diametral entgegengesetzt zum Import entwickelte sich der Trend bei den Warenausfuhren: Exportierten in 2023 noch rund 267.000 Unternehmen mit Sitz in Deutschland Waren, waren es in 2024 nur noch 263.000 Unternehmen (-1,4 Prozent). Mit 255.000 Exportunternehmen stellen die KMU zwar weiterhin die überwiegende Mehrheit der Exporteure, der Wert der von ihnen ausgeführten Waren sank jedoch auf 268 Milliarden Euro (-3,2 Prozent). Bei den Großunternehmen lag der Rückgang bei -1,7 Prozent. Insgesamt liegt der Exportbetrag, der auf die KMU entfällt, nun unter 20 Prozent.
EU bleibt wichtigster Markt
Die wichtigste Herkunftsregion beziehungsweise der bedeutendste Absatzmarkt für die KMU ist weiterhin die Europäische Union (EU): 26 Prozent von ihnen importierten Waren aus der EU, dagegen nur 5,3 Prozent aus EU-Drittstaaten. Der Warenwert für die aus der EU importierten Güter lag bei 215 Milliarden Euro – für die Waren aus Nicht-EU-Staaten bei 94 Milliarden Euro. Beim Export sind die KMU hingegen globaler aufgestellt: 6,9 Prozent der kleinen und mittleren Exporteure lieferten in 2024 Waren in die EU, 3,3 Prozent von ihnen in Staaten außerhalb der EU. Insgesamt entfallen jedoch rund 62 Prozent des Gesamtwerts der Waren, die von KMU exportiert wurden, auf den EU-Binnenmarkt.
Die kleinen und mittleren Unternehmen profitieren in besonderem Maße von der Größe des EU-Binnenmarkts und den weitgehend harmonisierten Regelungen. „Zudem bietet der Markt überwiegend Rechtssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen, was angesichts der wachsenden globalen Risiken einen hohen Wert für den Mittelstand insgesamt darstellt“, so IfM-Wissenschaftler Peter Kranzusch. Basierend auf der Statistik „Trade by Enterprise Characteristics“ (TEC-Statistik) von Eurostat werten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IfM Bonn jährlich Daten zu den Im- und Exporte von Unternehmen mit Sitz in Deutschland hinsichtlich ihrer Unternehmensgröße und der jeweiligen Märkte aus.