Die Unsicherheit über die Entwicklung der Weltwirtschaft wächst, doch weibliche Führungskräfte bleiben hinsichtlich der Zukunft ihres eigenen Unternehmens optimistisch – das zeigt der Global Female Leaders Outlook 2026 von KPMG. Während 72 Prozent der Befragten eine positive Entwicklung ihres Unternehmens erwarten, sinkt die Zuversicht für die eigene Branche auf 62 Prozent, für das eigene Land auf 41 Prozent und für die globale Wirtschaft auf 29 Prozent. Als größte Herausforderungen nennen die Befragten geopolitische Instabilität, makroökonomische Unsicherheit und globale wirtschaftliche Spannungen.
Weibliche Führungskräfte reagieren auf ein zunehmend herausforderndes Umfeld, indem sie den Fokus auf die Faktoren verstärken, die sie selbst beeinflussen können. Dazu zählen Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität sowie die langfristige Leistungsfähigkeit ihrer Organisationen. „Weibliche Führungskräfte haben einen differenzierten Blick auf die Zukunft. Sie vertrauen nicht auf bessere Rahmenbedingungen, sondern auf die eigene Organisation und deren Fähigkeit, sich erfolgreich weiterzuentwickeln. Leistungsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und konsequente Umsetzung werden damit zu zentralen Erfolgsfaktoren“, sagt Angelika Huber-Straßer, Regionalvorständin Süd der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Leistung und Produktivität rücken in den Mittelpunkt
Die Studie zeigt zugleich, dass beruflichem Erfolg neu definiert wird. 54 Prozent der weiblichen Führungskräfte nennen harte Arbeit als einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren und gewichten diesen Faktor inzwischen höher als Führungskompetenz oder strategisches Denken.
Parallel dazu setzen Unternehmen verstärkt auf Produktivitätssteigerungen. 64 Prozent der Befragten priorisieren Investitionen in neue Technologien und Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig erwarten 69 Prozent steigende Erträge in den kommenden drei Jahren, aber nur 38 Prozent einen Personalaufbau. Wachstum soll damit zunehmend durch Leistungsfähigkeit, Effizienz und technologische Unterstützung erreicht werden.
Besonders sichtbar werden die positiven Effekte von KI bereits heute in administrativen Tätigkeiten, der Informationsverarbeitung und der Erstellung von Inhalten. Technologie wird damit zunehmend der Treiber für Produktivität und Wertschöpfung. „Erfolg wird heute stärker über Leistung, Produktivität und die Fähigkeit zur Umsetzung definiert. Technologie spielt dabei eine entscheidende Rolle. Nicht als Selbstzweck, sondern als Instrument, um Organisationen leistungsfähiger und widerstandsfähiger zu machen“, sagt Angelika Huber-Straßer.
Women’s Health wird zu einem Zukunftsthema für Unternehmen
Ein besonderer Schwerpunkt des diesjährigen Global Female Leaders Outlook liegt auf dem Thema Women’s Health. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauengesundheit zunehmend als Faktor für nachhaltige Leistungsfähigkeit und langfristige Karriereentwicklung verstanden wird. 97 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Unternehmen Verantwortung für dieses Thema übernehmen sollten. 70 Prozent berichten von Auswirkungen auf ihre tägliche Arbeit, 63 Prozent auf Karriereentscheidungen und berufliche Weichenstellungen.
Die Studie macht zugleich deutlich, dass Unternehmen in diesem Bereich ein erhebliches Potenzial sehen. Organisationen, die Women’s Health aktiv unterstützen, schaffen bessere Voraussetzungen, um Talente langfristig zu binden, Erfahrung im Unternehmen zu halten und Leistung über unterschiedliche Lebensphasen hinweg zu ermöglichen. Dabei geht es nicht nur um einzelne Maßnahmen, sondern um ein modernes Verständnis von Arbeit und Leistung. Flexible Arbeitsmodelle, verständnisvolle Führung, gezielte Unterstützungsangebote und eine offene Unternehmenskultur können dazu beitragen, die Potenziale von Mitarbeiterinnen besser zu nutzen und Karrierewege langfristig zu stärken.
„Women’s Health ist kein Nischenthema, sondern eine Chance für Unternehmen. Wer die Leistungsfähigkeit und Erfahrung von Mitarbeiterinnen über unterschiedliche Lebensphasen hinweg gezielt unterstützt, stärkt nicht nur die individuelle Karriereentwicklung, sondern auch die Zukunftsfähigkeit der eigenen Organisation“, sagt Huber-Straßer. Trotz aller Herausforderungen bleibt aus Sicht vieler Befragter klar: Zukunftsfähige Unternehmen benötigen sowohl technologische Innovationen als auch Rahmenbedingungen, die langfristige Leistungsfähigkeit, Zugang zu Talenten und nachhaltiges Wachstum fördern.