Smart Meter Gateways helfen bei Mieterstromprojekt.

Bild: Thüga, Juergen Scheere
2 Bewertungen

Inbetriebnahme Erstes Smart-Meter Mieterstromprojekt

17.09.2019

Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck nehmen das bundesweit erste Mieterstromprojekt in Betrieb, das über zertifizierte Smart-Meter-Gateways erfasst und berechnet wird.

In Hermsdorf, Thüringen, haben die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck in einer kernsanierten Wohnanlage für barrierefreies Wohnen eine Photovoltaikanlage mit 50 kWp installiert. Bei dem Mieterstromprojekt verbrauchen die Bewohner den erzeugten Strom selbst. Nur wenn die Anlage nicht genügend Energie liefert, wird Strom aus dem Netz bezogen. Für die energiewirtschaftlich korrekte Abbildung der Vor-Ort-Versorgung der Kunden haben die Stadtwerke Jena Netze 33 moderne Messeinrichtungen verbaut, welche über sieben zertifizierte Smart-Meter-Gateways fernausgelesen werden. Die viertelstündlichen Daten werden im Mieterstrom-Rechenkern der TSG verarbeitet und ins Abrechnungssystem des Lieferanten zurückgespielt. Damit kann die automatische und transparente Abrechnung für jeden einzelnen Kunden gewährleistet werden.

Sichere Lieferkette bis zur Installation

Spezialisten der TSG haben die Gateways für die Datenkommunikation der Zähler automatisiert über eine Schnittstelle zwischen Abrechnungs- und GWA-System in Betrieb genommen. Franz Schulte, Geschäftsführer der TSG sagt: „Wir freuen uns, dass wir bereits jetzt unseren Kunden Mehrwertlösungen im Regelbetrieb inklusive der sicheren Lieferkette anbieten können. Das ist bereits unsere dritte Installation von zertifizierten Gateways.“ Damit die Lieferkette der Gateways bis zur Installation sicher ist, besitzt TSG eine spezielle Transportbox. Nur geschultes Personal kann diese mittels spezieller elektronischer Sicherheitsschlüssel öffnen.

„Das Besondere an dem Projekt ist für uns, dass wir sowohl die Installation und die Gateway-Administration (GWA) übernehmen, als auch die Mieterstromanlage gemeinsam mit den Stadtwerken umgesetzt haben“, ergänzt Schulte. Dazu arbeitet TSG sowohl mit dem grundzuständigen Messstellenbetreiber, Stadtwerke Jena Netze, als auch der Vertriebsgesellschaft, den Stadtwerken Energie Jena-Pößneck zusammen.

Automatische Abrechnung

Christopher Gieb von den Stadtwerken Energie Jena Pößneck erläutert: “Die neuen Smart-Meter-Gateways ermöglichen uns zukünftig eine Visualisierung im 15-Minuten-Takt“. Doch das sei nur willkommenes Beiwerk. „Wichtig ist, dass wir nun die technische Grundlage für einen automatischen Abrechnungsprozess installiert haben. Somit wird eine stichtagsgenaue Abrechnung möglich, ohne die Zähler vor Ort abzulesen.“ Das System der TSG übernimmt dabei alle Schritte vom Sammeln der Verbrauchsdaten jedes Zählers, der Berechnung des über das Netz zugelieferten Stroms und dem Herausrechnen der direkt vom Netz versorgten sogenannten Fremdversorgten. „Dadurch können wir im Mieterstrom ein attraktives Preismodell anbieten.“, ergänzt Gieb.

Die Smart-Meter-Gateway-Administration der TSG passt nicht nur zum Mieterstrom-Modell in Hermsdorf bei Jena: „Die Lösung ist flexibel”, betont Schulte. „Unsere Software für die GWA arbeitet mit jedem Abrechnungssystem auf dem Markt zusammen.“ Aus diesen werden automatisch die Stammdaten der Kunden exportiert und nach der Messung sowie gegebenenfalls Berechnung mit dem kompletten Verbrauchsdatensatz wieder in diese zurückübertragen. Der Vorteil der Smart Meter Gateways kommt so bei Mieterstromprojekten voll zum Tragen. „Unsere Kunden sparen sich dank der Smart Meter Anfahrten und Arbeitszeit zum Ablesen der Zähler“, erklärt Schulte. „Gleichzeitig ist die komplette Berechnung transparent und ermöglicht einen digitalen Prozess bis zur Abrechnung.“ Jeder Stromkunde kann sich zukünftig seinen Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen visualisieren lassen und sieht dann genau, wann wie viel Strom von der PV-Anlage geliefert wird.

Firmen zu diesem Artikel
Verwandte Artikel