Der Drucksensor PP20H eignet sich für Einsätze in der hygienekritischen Lebensmittelindustrie und verfügt neben einem IO-Link- auch über einen Analogausgang.

Bild: Baumer

Bereich Molkereierzeugnisse Drucksensor mit IO-Link gewinnt Innovationspreis

29.04.2020

Eine Jury aus Experten der Lebensmittelindustrie hat den Drucksensor PP20H mit dem Innovations Showcase Award ausgezeichnet. Mit seiner Silizium-Messzelle und IO-Link-Schnittstelle konnte sich der Sensor unter insgesamt 17 Finalisten durchsetzen.

Der Preis wurde auf der Process Expo in Chicago im Bereich Molkereierzeugnisse verliehen. Gründe für die Auszeichnung des PP20H-Drucksensors waren seine kondensatfeste Silizium-Messzelle, hohe Genauigkeit über den gesamten Temperaturbereich sowie die IO-Link-Schnittstelle.

„Der Trend geht zu IO-Link, und dem tragen wir mit dem PP20H Rechnung“, sagt Baschar Al Hammoud, Produktmanager für Drucksensoren bei Baumer. Neben der digitalen IO-Link-Schnittstelle hat der Sensor aber zusätzlich auch einen analogen Ausgang. Al Hammoud: „Mit dieser Kombination bietet der PP20H dem Anwender mehr Flexibilität als jeder andere Drucksensor.“

Kombination aus digitaler und analoger Schnittstelle

Bei der Inbetriebnahme des PP20H lassen sich auf diese Weise die Vorteile von IO-Link nutzen, während der Sensor den Prozess trotzdem über den 4…20-mA-Analogausgang steuern kann. Über IO-Link können auch weitere Prozessdaten ausgelesen werden, etwa der Druck der Messzelle oder die Temperaturen des Drucksensors und des Mikrochips in der Recheneinheit.

Daraus lassen sich interessante Schlüsse ziehen, beispielsweise, ob es in einem Behälter zu einem ungewöhnlichen Temperaturanstieg kommt, der auf einen Defekt oder eine falsche Dosierung der Zutaten im Tank hindeutet. Da hohe Temperaturen die Lebensdauer des Sensors oder anderer Komponenten in der Anlage mindern können, ist dies die Basis für eine vorausschauende Wartung.

Die IO-Link-Schnittstelle bringt weitere Vorteile mit sich, darunter eine schnelle Parametrierung im Betrieb und auch vor der Installation. Dazu lernt ein neuer Sensor via Master einfach die Parameter des alten Sensors und ist nach dem Einbau sofort betriebsbereit. Für Produktmanager Al Hammoud ist das nur der erste Schritt: „Wir planen weitere Funktionen auf der Basis von IO-Link.“

Hermetisch dicht und doch geöffnet

​​​​​In Sachen Robustheit weist der PP20H eine absolut dichte Messzelle auf, auch bei einer relativen Druckmessung. So wird verhindert, dass feuchtwarme Umgebungsluft eindringen kann und bei tiefen Prozesstemperaturen zu kondensieren droht. Das ist zum Beispiel in der Milch- oder Eiscreme-Verarbeitung der Fall.

Dennoch muss die Zelle gewissermaßen „offen“ gegenüber der Umgebung sein, weil der Sensor auch die Differenz zum Umgebungsdruck bestimmen kann. Der technische Kniff: Die Ingenieure platzierten hinten im Gehäuse einen barometrischen Drucksensor, der über eine Öffnung den Referenzdruck in der Umgebung misst. Dadurch kann die eigentliche Silizium-Messzelle vorne hermetisch geschlossen bleiben. Der Baumer-Sensor eignet sich damit sowohl für die CIP- und SIP-Reinigung als auch für schlagartig wechselnde Prozessmedientemperaturen.

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