Die Robotik- und Automationsbranche in Deutschland befindet sich weiterhin in schwierigem Fahrwasser. Der Fachverband VDMA Robotik + Automation erwartet für das Jahr 2026 einen Umsatzrückgang von 5 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Hauptursachen hierfür sind die schwache Nachfrage aus zentralen Kundenbranchen, geopolitische Verwerfungen sowie weiterhin ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Zweites Jahr in Folge rückläufig
Bereits das Jahr 2025 war von deutlichen Belastungen geprägt: Der Branchenumsatz sank um sieben Prozent. Mit dem neuerlichen Rückgang setzt sich ein Trend fort, der strukturelle Schwächen zunehmend sichtbar macht und den Handlungsdruck auf Unternehmen und Politik weiter erhöht.
„Die Lage bleibt anspruchsvoll. Unsere Branche kämpft gleichzeitig mit schwacher Nachfrage, geopolitischer Unsicherheit und herausfordernden Standortbedingungen“, sagt Dr. Olaf Munkelt, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation. „Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit entschieden stärken – unsere Hebel sind dabei Kundenzentrierung, Innovation und Mut. Gleichzeitig müssen wir mehr Fahrt aufnehmen und in der Umsetzung schneller werden. Die Aufgabe der Politik ist es, die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln jetzt deutlich zu verbessern.“
Wettbewerbsfähigkeit als strategischer Schwerpunkt
Der Fachverband betont, dass die aktuelle Schwäche struktureller Natur ist und über zyklische Effekte hinausgeht. Die internationale Konkurrenz – insbesondere aus Asien – baut ihre Position weiter aus und gewinnt Marktanteile.
„Die langfristigen Wachstumstreiber – Digitalisierung, KI, smarte Produktion und Automatisierung – bleiben intakt“, betont Munkelt. „Wir müssen jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit deutsche und europäische Robotik und Automation wieder klar in Führung geht. Wir brauchen schnellen Bürokratieabbau und wettbewerbsfähige Kostenstrukturen, um auf einen Wachstumskurs zurückzukehren.“