Dr. Ralf Hasler, Lacon Digitalisiertes Industriehandwerk – Besinnung!

Dr. Ralf Hasler ist CEO der Unternehmensgruppe Lacon. Er transformierte den EMS-Auftragsfertiger in einen modernen ODM-Industriedienstleister mit europäischem Footprint. Er setzt sich für die Tugenden des Mittelstandes in der digitalen Revolution ein. Hasler ist Mitglied in der Entrepreneurs’ Organization und Mitglied im Industrie- und Innovationsausschuss sowohl in der IHK München / Oberbayern als auch in der DIHK in Berlin.

Bild: Lacon
10.11.2021

Ich bin leidenschaftlicher und überzeugter europäischer Mittelstands-Unternehmer. Als größte Herausforderung sehe ich das fehlende Wohlwollen und den nicht vorhandenen Zusammenhalt für die Gesellschaften, in denen wir leben. Verweigerungshaltung einerseits (zum Beispiel Impfgegner und Coronaleugner) und gleichzeitig breitbandige Forderung nach staatlicher Unterstützungsleistung andererseits. Geringer Leistungswille und fehlende Solidarität für ein Gemeinwesen, sei es Staat, sei es Unternehmen, bestimmen die öffentliche Diskussion und lassen Deutschland in seiner globalen Wettbewerbsfähigkeit immer weiter abrutschen. Ich lade Sie auf wenige Zeilen ein, wie ich mir eine grundsolide Zusammenarbeit in Europa vorstelle, am Beispiel meiner Leidenschaft für nachhaltige Elektronikentwicklung und - produktion.

Ja, häufig sind die Stückkosten in Fernost geringer, aber nicht erst die aktuelle Situation mit der Sprengung von Lieferketten und dem Totalausfall von Produktionsstraßen, weil für 1,39 Euro Teile fehlen, sollten aufmerken lassen und klarmachen, wie wichtig es ist, in dem Kontinent, auf dem wir leben, kurze Wege, eigene Produktionen und ganz besonders die menschlichen Kompetenzen zu halten, die Europa stark gemacht haben – und damit eine ganze Gesellschaftsform zu erhalten.

Der europäische Markt hat hohe Bedarfe an kleinteiligen Elektroniken: Hardware Start-Ups, Nachentwicklung von obsoleten Baugruppen, Steuerungen für Sondermaschinen, Industrial IoT – überall wird kundenspezifische Elektronikhardware in kleinen und mittleren Stückzahlen benötigt, selbstverständlich schnell – flexibel – günstig und auch noch auf viele disruptive Technologien ausgerichtet. Deutsche EMS/ODM Unternehmen wie die Lacon garantieren den gesamten Wertschöpfungsprozess, und das ist keine Kleinigkeit:

Hohe Fachkompetenz, versierter Umgang mit kleinteiliger Elektronik- und Mechanikproduktion, KI-gestütztes Artikeldatenmanagement, EDI-Anbindung der Kunden, digitalisierte Dokumentation und lückenlose Traceability, natürlich Risikoanalyse, Umweltprüfungen und Nachhaltigkeit, Regularien aller Art zum Davonlaufen und das Ganze logistisch einwandfrei abgebildet bis zur Haustür der Kunden.

Wir befinden uns jetzt schon im Innersten einer digitalen Revolution, die nicht weniger, sondern mehr aufeinander bezogene, intelligente Prozesse verlangt, um nicht bei der kleinsten Störung in sich zusammenzufallen. Deshalb arbeiten wir zu 90 Prozent mit Geschäftspartnern aus Europa, rekrutieren Personal von Hamburg bis Galati am schwarzen Meer und zahlen ordentliche Gehälter. Auch unsere Digitalisierung kommt mit KI-Produkten und Expertise aus München und Umgebung.

Boomende Märkte für Ladeinfrastruktur, Stromspeicher, Batteriemanagement, Urban Farming, Smart Waste sowie Industrial IoT transformieren unsere Gesellschaften und ziehen tiefgreifende Veränderungen in unserer Art zu leben nach sich. Das wird aber nur dann gelingen, wenn die Unternehmen mit ihrem Personal vor Ort hier in Europa auch an diesen Prozessen aktiv teilhaben können und nicht global optimiert und staatlich überreguliert in die Armut gesteuert werden.

In anderen Worten rufe ich alle Entrepreneure, Visionäre und Kompetenzträger dazu auf, miteinander, also unseren eigenen Fachkräften, den eigenen Produktions- und Entwicklungskapazitäten und nicht zuletzt den eigenen wirtschaftsethischen Überzeugungen dafür zu sorgen, dass die Digitalisierung unserer Gesellschaften auch tatsächlich für alle mehr Wohlstand
bedeutet und nicht weniger.

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