Elektromobilität 2025 im Zahlencheck

Deutschland dreht auf: E-Auto-Markt gewinnt weltweit an Dynamik

Bis Ende 2025 wird der weltweite Bestand an Elektroautos bei 74,3 Millionen liegen. Davon sind rund 60 Prozent in China zugelassen, die USA kommen auf 7,1 Millionen und Deutschland auf 3,2 Millionen.

Bild: iStock, piranka
02.05.2026

Im Jahr 2025 wurden weltweit 21,4 Millionen Elektrofahrzeuge neu zugelassen, was einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon entfallen 14,2 Millionen auf China – die EU bleibt der zweitgrößte Markt hinter China. Nach zwei schwächeren Jahren holt auch Deutschland auf, 2025 stiegen die Neuzulassungen um 50 Prozent auf 856.500 Elektro-Pkw.

Das Marktwachstum für Elektrofahrzeuge hat im Jahr 2025 wieder Fahrt aufgenommen. Weltweit wurden 21,4 Millionen Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Das ist ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit über 14 Millionen Neuzulassungen dominiert China weiterhin den Markt für Elektro-Pkws vor den USA. Nach zwei schwächeren Jahren holt Deutschland wieder auf. Die Zahl der Neuzulassungen stieg um 50 Prozent auf 856.500 Elektro-Pkw. Damit sind nun 3.157.200 Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs. Diese Zahlen zur Elektromobilität hat das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ermittelt. Dabei wurden rein-batterieelektrische Pkw, Plug-in-Hybride sowie Fahrzeuge mit Range Extender berücksichtigt.

Zwei Drittel der E‑Neuzulassungen kommen aus einem Markt

Der weltweite Bestand an Elektroautos beläuft sich Ende 2025 auf 74,3 Millionen Fahrzeuge. Rund 60 Prozent beziehungsweise rund 44 Millionen davon sind in China zugelassen. Die USA liegen mit 7,1 Millionen Elektro-Pkw auf Platz zwei vor Deutschland mit 3,2 Millionen Fahrzeugen. Die größten Wachstumsraten im Bestand erzielten – mit Ausnahme des chinesischen Markts (+40 Prozent) – vor allem kleinere Märkte wie Spanien mit 50 Prozent (+232.200 Fahrzeuge) und Dänemark mit 42 Prozent (+206.600 Fahrzeuge).

Der globale Elektrofahrzeugmarkt wird dabei immer stärker von China beherrscht: Zwar ist in fast allen Märkten ein Wachstum zu verzeichnen, jedoch entfallen von 21,4 Millionen Neuzulassungen mittlerweile zwei Drittel beziehungsweise 14,2 Millionen Fahrzeuge auf China. Dort ist zudem fast jeder zweite neu zugelassene Pkw ein Elektrofahrzeug. Dabei dominieren chinesische Hersteller den Heimatmarkt, während Hersteller anderer Länder nur in sehr geringem Umfang vertreten sind.

In den USA nahmen die Neuzulassungen aufgrund im September 2025 ausgelaufener Steuergutschriften für den Kauf oder das Leasing von Elektrofahrzeugen hingegen etwas ab. Erfreulich ist die Entwicklung in Europa: Nach einer Stagnation im Vorjahr stiegen die Neuzulassungen im Jahr 2025 deutlich auf rund drei Millionen Elektrofahrzeuge an. Damit sichert sich die EU erneut den zweiten Rang im Fahrzeugmarkt hinter China. Diese beiden Märkte stellen zugleich die größten Wachstumstreiber für die Elektromobilität dar.

Nach zwei schwächeren Jahren hat die Dynamik auch in Deutschland wieder deutlich zugenommen. Der Markt für Neuzulassungen wuchs um 50 Prozent auf 856.500 Elektrofahrzeuge und erreichte damit erstmals seit 2022 wieder einen Rekordwert. Gründe hierfür sind unter anderem die im vergangenen Jahr gesunkenen Fahrzeugpreise – auch durch verstärkte Herstellerrabatte – und die breitere Auswahl an Fahrzeugen.

Im internationalen Vergleich gilt es nun, diese Entwicklung weiter zu beschleunigen. Denn bislang ist nur rund jeder dritte neu zugelassene Pkw elektrisch angetrieben. In den nordeuropäischen Ländern sieht das ganz anders aus: In Dänemark und Schweden sind zwei Drittel aller Neufahrzeuge Elektro-Pkw und in Norwegen wurde sogar eine Quote von über 97 Prozent erreicht. In Norwegen ist zudem bereits jeder dritte Pkw im Fahrzeugbestand elektrisch, in Deutschland beträgt der Anteil von Elektro-Pkw an den Gesamt-Pkw hingegen nur etwas über sechs Prozent.

Elektrofahrzeuge machen weniger abhängig von fossilen Energiepreisen

„Die Entwicklungen der Kraftstoffpreise in den letzten Wochen zeigen eindrücklich, dass Länder mit einem hohen Anteil an Elektrofahrzeugen resilienter aufgestellt sind als Länder mit geringen Anteilen. Besitzer von Elektroautos sind nicht von fossilen Kraftstoffen abhängig und dadurch besser gegen extreme Preissprünge geschützt, was soziale und wirtschaftliche Belastungen in Krisenzeiten begrenzen kann“, so Andreas Püttner, Projektleiter im Fachgebiet Systemanalyse des ZSW. „Ein beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien für Elektrofahrzeuge reduziert nicht nur die Abhängigkeiten von Preisschwankungen fossiler Energieträger, sondern stärkt zugleich den Klimaschutz im Verkehrssektor.“

Deutsche Hersteller: Position im internationalen Wettbewerb gehalten

Neben der dynamischen Marktentwicklung gibt es weitere positive Signale aus Deutschland: So schnitten die deutschen Hersteller auf internationaler Ebene in Bezug auf die kumulierten Verkaufszahlen vergleichsweise erfolgreich ab. VW, BMW und Mercedes finden sich alle drei in den globalen Top 10 der Hersteller von Elektrofahrzeugen. Die Volkswagen-Gruppe steht mit über 5,7 Millionen verkauften Elektrofahrzeugen weiterhin auf Platz 3, allerdings konnte der chinesische Branchenführer BYD seinen Abstand gegenüber dem zweitplatzierten Tesla (USA) weiter ausbauen. So verkaufte BYD bislang über 15 Millionen Elektro-Pkw weltweit, also etwa dreimal so viele wie VW. Neben dem Heimatmarkt nimmt das Unternehmen auch immer stärker internationale Märkte in den Blick, was die Wettbewerbssituation für die dort etablierten Hersteller verschärft. Hinzu kommt das Aufstreben vieler eher unbekannter Fahrzeughersteller aus China, wie Li Xiang oder Chery Automobile, auf den globalen Märkten.

Doch auch bei den weltweiten Neuzulassungen im Jahr 2025 konnten die deutschen Produzenten ihre Wettbewerbsposition behaupten. VW erreichte mit über 1,4 Millionen verkauften Elektrofahrzeugen erneut den vierten Rang – ein Wachstum von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. BMW verkaufte fast 650.000 Elektrofahrzeuge und liegt damit auf dem siebten Platz. Den ersten Platz belegt jedoch auch in dieser Kategorie BYD mit fast 4,5 Millionen verkauften Fahrzeugen. Das stärkste Wachstum in den Top Ten zeigte das chinesische Unternehmen Geely, zu dem auch Volvo gehört. Geely verdrängte mit über 1,8 Millionen Neuzulassungen Tesla auf Rang drei (1,7 Millionen).

CO2-Flottengrenzwert könnte deutsche Hersteller stärken

„Die deutschen Hersteller sollten ihre Erfolge nutzen und sich noch stärker in Richtung Elektromobilität positionieren“, so Andreas Püttner. „Angesichts eines global schrumpfenden Marktvolumens für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor können so Wertschöpfung und Wohlstand erhalten werden. Ein wichtiger Impuls zur Stärkung der Wachstumsdynamik in Deutschland und der EU könnte die Einführung von verbindlichen CO2-Flottengrenzwerten für Dienstwagen darstellen. Davon könnten insbesondere deutsche Hersteller profitieren, da Dienstwagen für diese ein besonders wichtiges Absatzsegment im Heimatmarkt darstellen.“

Laut dem Kraftfahrtbundesamt entfielen 2025 rund zwei Drittel aller Pkw-Neuzulassungen in Deutschland auf Dienstwagen. Eine stärkere Elektrifizierung des Dienstwagensegments würde daher auch den Gebrauchtwagenmarkt für Elektrofahrzeuge anschieben, argumentiert ZSW-Experte Andreas Püttner.

Chinesische Hersteller dominieren die Top Ten der E-Fahrzeugmodelle

Abschließend noch ein Blick auf die global verkauften einzelnen Fahrzeugmodelle: Das Ausmaß der Konkurrenz aus China wird auch hier deutlich. Zwar liegen Teslas Modelle Model Y und Model 3 bei den globalen kumulierten Neuzulassungen an der Spitze des Rankings. Auch VW ist mit dem ID.4 in den Top Ten vertreten. Die übrigen Fahrzeuge in den Top Ten stammen jedoch aus China. Im Jahr 2025 ist in den Top Ten der globalen Neuzulassungen gar kein europäisches Modell zu finden, acht der zehn Fahrzeugmodelle stammen von chinesischen Herstellern. Ein besonderer Erfolg gelang dabei Geely mit dem EX2, der mit 479.000 verkauften Fahrzeugen auf Anhieb den fünften Platz erreichte.

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