Gesellige Abende und ausgelassene Feste könnten bald noch teurer werden: Gerste und Malz verteuerten sich um 104 und 87 Prozent, der Benzinpreis um 138 Prozent. Das könnte sich langfristig auf den Bierpreis auswirken.

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Produktionskosten enorm gestiegen Braut sich ein heftiger Preisdruck auf dem Biermarkt zusammen?

05.09.2022

Große Sorge vor der Trinkflation: Auch die Bierindustrie leidet unter den steigenden Produktionskosten. Höhere Preise für den Verbraucher sind zu erwarten. Doch wie ernst ist die Lage wirklich und was bedeutet das für das anstehende Oktoberfest?

Der erstmals veröffentlichte Bier-Index der Social-Investing-Plattform Etoro zeigt: Die Rohstoffkosten für die Bierproduktion, inklusive Verpackung und Transport, sind in den letzten zwei Jahren um 62 Prozent in die Höhe geschossen.

Die Preissteigerung übertrifft damit den 11,6-prozentigen Anstieg des deutschen Verbraucherpreisindexes (VPI) im gleichen Zeitraum dramatisch. Das legt nahe, dass auf Biertrinker in den kommenden Monaten Mehrkosten zukommen könnten, da die Brauereien nach Möglichkeiten suchen, ihre Steigerungen auszugleichen.

Ukrainekrieg treibt Bierpreise in die Höhe

Der Etoro-Bier-Index (einfach gewichteter Index) basiert auf den aktuellen Spotpreisen eines Rohstoff-Korbs mit sechs Bestandteilen: Dazu gehören Weizen, Gerste, Reis, Malz, Aluminium (für Dosen) und Benzin (für Transport und Landwirtschaft). Seit dem 20. August 2022 ist der Bier-Index um 62 Prozent gestiegen, wobei der Ukraine-Krieg ein wesentlicher Preistreiber ist.

Ben Laidler, Global Market Analyst bei Etoro betont: „Der durchschnittliche Preis für deutsches Lager- und Weizenbier hat in den letzten zwei Jahren um 9 Prozent zugelegt und liegt damit drei Prozentpunkte hinter der allgemeinen Verbraucher-Inflation. Unser Bier-Index signalisiert jedoch, dass sich hier ein Preisdruck zusammenbraut und kräftige Erhöhungen bevorstehen könnten.“

„Das könnte ein unglückliches Timing sein, da in zwei Wochen das Oktoberfest und im November die Fußball-Weltmeisterschaft starten. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass hierzulande der Fiskus der größte Nutznießer von Preissteigerungen sein wird, wie es in vielen anderen Ländern des Kontinents der Fall ist. Deutschland hat mit nur 0,03 Euro pro 330-ml-Flasche die niedrigste Biersteuer in Europa. Das ist weniger als ein Zehntel des Niveaus von Großbritannien, wo die Steuer ein Drittel der Kosten für ein Pint Bier ausmacht.“

Benzin, Gerste und Malz haben sich am meisten verteuert

Benzin, das für den Transport der Bierzutaten und des fertigen Produkts benötigt wird, verzeichnete den größten Preisanstieg im Bierkorb: Die Kosten dafür stiegen um 138 Prozent. Diese Zunahme ist vor allem auf den Krieg in der Ukraine und die eingeschränkte Lieferung von Rohöl aus Russland zurückzuführen.

Auch die Preise für Gerste und Malz sind in die Höhe geschnellt und haben sich im gleichen Zeitraum um 104 beziehungsweise 87 Prozent erhöht. Die Preissteigerungen sind größtenteils auf kriegsbedingte Einflüsse zurückzuführen. Immerhin stammen bis zu 30 Prozent der weltweiten Gerstenexporte aus Russland und der Ukraine.

Reis ist der einzige Rohstoff im Bier-Index, dessen Preis in den vergangenen zwei Jahren gesunken ist und zwar um 1 Prozent. Das Getreide wird zusammen mit Gerstenmalz als Zusatzstoff verwendet, um das Bier aufzuhellen. Der stabile Preis ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass das Angebot seit 2007 regelmäßig die Nachfrage übersteigt, was zu großen Lagerbeständen geführt hat.

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  • Die Social-Investing-Plattform Etoro hat einen Bier-Index entwickelt, der sechs wichtige Preisfaktoren für die Bierherstellung und den Transport berücksichtigt

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