Mit der RFID-Technik hat Bayer nun einen viel transparenteren Einblick in seine Logistikprozesse. Dadurch kann das Unternehmen beispielsweise bei Lieferproblemen schnell eingreifen.

Bild: Murata

Pharma-Distribution Bayer optimiert Lieferkette mit RFID-Technologie

22.09.2020

Das RFID-Tracking hält Einzug in die Prozesse des Life-Science-Giganten Bayer: Der italienische Ableger des Konzerns nutzt die Technologie nun, um seine Distributionsprozesse in Echtzeit zu überwachen. In der pharmazeutischen Lieferkette ist das die erste umfangreiche Anwendung von RFID.

Mithilfe von Murata ID Solutions hat die italienische Bayer-Niederlassung RFID in ihre Prozesse integriert. Das Unternehmen erhält damit einen Echtzeit-Blick über seine Distributionsprozesse und verbessert die Produktsicherheit, das Asset Tracking sowie auch die Reaktion auf bisher unbekannte Bedrohungen. Nicht zuletzt soll natürlich auch der Dienst am Kunden optimiert werden.

„Integrität ist auf dem pharmazeutischen Sektor unverzichtbar, weshalb Bayer einen einheitlichen Grad an Transparenz sicherstellen wollte“, erklärt Francesco Fantoni Guerci, CEO von Murata ID Solutions. „Mit der RFID-Technik bot sich eine ideale Lösung für dieses Problem an, da sie eine kosteneffiziente und höchst präzise Verfolgung großer Mengen von Produkten und Gütern erlaubt.“

Durchgängige Transparenz statt sporadischer Berichte

Das RFID-System von Murata gliedert sich in vier Komponenten: Beratung, RFID-Labels, RFID-Leser und -Stationen sowie ID-Bridge-Middleware und -Dashboard zum Erfassen der RFID-Daten und deren Umsetzung in aussagefähige Informationen. Das Ende 2019 gestartete Projekt nahm im Frühjahr 2020 seinen vollen Betrieb auf.

Die Vorteile der neugewonnenen Transparenz zeigten sich unter anderem an folgendem Beispiel: In der Vergangenheit erhielt Bayer lediglich einmal täglich einen Bericht darüber, welche Lieferungen die Lager der Logistikdienstleister verlassen hatten und welche von den Kunden empfangen wurden. Diese Lieferungen ließen sich so weder in Echtzeit verfolgen, noch bestand Transparenz hinsichtlich ihres Laufwegs in den Transportzentralen und Außenstellen.

Mit der RFID-Technik kann Bayer nun proaktiver agieren. Jeder Produktkarton und jede zum Transport verwendete GreenPallet werden in den Lagern, Hubs und Außenstellen der Distributionspartner bis zu 15-mal per RFID gescannt. Auf diese Weise ist ein Echtzeit-Einblick in jeden Abschnitt der Lieferkette möglich.

Die Daten werden dabei auf dem ID-Bridge-Dashboard als aussagefähige Informationen dargestellt. Abgesehen von der Möglichkeit, bei Problemen schnell reagieren zu können, lassen sie sich ebenfalls nutzen, um die Leistungsfähigkeit zu überwachen, KPIs zu verfolgen und die Beantwortung von Kundenanfragen zu dirigieren.

Lieferkette gegen Corona abgesichert

Die Logistik- und Transportpartner von Bayer hatten sich aufgrund der Ergebnisse einer anfänglichen Machbarkeitsstudie bereit erklärt, in das System zu investieren. Dazu Michele Palumbo, Head of Supply Chain Management Italy: „Als Murata eine RFID-basierte Lösung vorschlug, griffen wir diese auf und verstanden sie als natürliche Fortsetzung unserer laufenden Digitalisierungsinitiativen. Nachdem wir den Mehrwert erleben konnten, den die RFID-Technik während der jüngsten Pandemie für unsere Abläufe brachte, haben wir nunmehr die Gewissheit, dass unsere Lieferkette über die nötige Resilienz und Flexibilität verfügt, um Risiken infolge unvorhergesehener Ereignisse abfangen zu können.“

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