Elektroschlepper Audi Hungaria automatisiert Produktionsversorgung mit FTS

Ausgerüstet mit Navigationstechnik und Sicherheitskomponenten werden die Schlepper eingesetzt, um die Routinetransporte in der Motorenproduktion prozesssicher zu automatisieren.

Bild: Jungheinrich
27.08.2021

Jungheinrich automatisiert im ungarischen Györ die Materialversorgung der dortigen Motorenproduktion bei Audi. Dafür kommen sechs fahrerlose Schlepper vom Typ EZS 350a zum Einsatz. Auf ihrem 1.000 Meter langen Fahrweg steuern die automatisierten Routenzüge 57 Haltestellen an und ermöglichen so einen besonders effizienten und zuverlässigen Transport.

Audi Hungaria entwickelt und produziert im ungarischen Györ Antriebe für Audi und für weitere Marken des VW-Konzerns. Seit seiner Gründung im Jahr 1993 wurden in dem Werk bereits über 39 Millionen Motoren gefertigt. Jetzt hat der Automobilhersteller mithilfe des Hamburger Intralogistikspezialisten Jungheinrich die bislang manuell durchgeführte Materialversorgung seiner Motorenmontage automatisiert.

Automatisierte Schlepper bewegen Motor-Montageteile

Die Automatisierungslösung von Jungheinrich setzt dabei auf den Einsatz von sechs Fahrerlosen Transportfahrzeugen auf Basis des Jungheinrich-Elektroschleppers EZS 350. Ausgerüstet mit moderner Navigationstechnik und Sicherheitskomponenten werden die Schlepper eingesetzt, um die Routinetransporte in der Motorenproduktion zuverlässig und prozesssicher zu automatisieren.

Entlang eines 1.000 Meter langen Fahrwegs steuern die Routenzüge insgesamt 57 Haltestellen in verschiedenen Hallenbereichen fahrerlos an. 50 davon liegen entlang der Montagelinie. Der Einsatz der automatisierten Schlepper ist im Mischbetrieb mit manuellen Flurförderzeugen in drei Schichten an sieben Tagen in der Woche vorgesehen.

Je Tour kann ein EZS 350a bis zu 5.000 kg an unterschiedlichen Teilen für die Montage von Vierzylinder-Ottomotoren transportieren. Verschiedene Anhängervarianten kommen dafür zum Einsatz. An drei Bahnhöfen werden diese manuell mit Vollgut beladen. Danach fahren die Routenzüge selbstständig den Montagebereich ab und werden an den verschiedenen Haltestellen entladen. Auf ihrem Rückweg transportieren sie Leergut aus der Produktion zurück in den Logistikbereich.

Inbetriebnahme der Automatisierungslösung

„Audi Hungaria ist das größte Antriebswerk der Welt und der zentrale Antriebslieferant für viele Marken des Volkswagen Konzerns. Deshalb wird von uns immer der Einsatz modernster Technologien gefordert und wir arbeiten ständig an Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen. An unserem Standort fördern wir sowohl die ‚smarte‘ Produktion als auch die ‚smarte‘ Logistik. Dabei ist die Automatisierung unserer Logistikprozesse ein wichtiger Schritt, der durch mehr Effizienz zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit beiträgt“, sagt Robert Buttenhauser, Vorstand Produktion Antriebe der Audi Hungaria.

„Die Inbetriebnahme der Automatisierungslösung erfolgte bei laufendem Produktionsbetrieb. Das macht das Projekt komplex“, erklärt John Erkenbrecher, der als Projektleiter den technischen Vertrieb seitens Jungheinrich Logistiksysteme verantwortet. „Grundsätzlich wird die Integration als Stand-Alone-System mit spezieller Routenzug-App und grafischer Benutzeroberfläche zur Fahrplanverwaltung realisiert. Die Vergabe von Fahraufträgen erfolgt dabei über das Jungheinrich Logistik Interface, welches über die Einbindung von Hand-Scannern die Barcodes der Routenzug-Anhänger erfasst.“

Die Integration des Systems in die Audi Systemlandschaft erfolgt über die Audi Traffic Control Schnittstelle, über welche externe Peripherie wie Ampeln und Brandschutztore gesteuert werden.

Einfach in die bestehende IT- und Netzwerklandschaft einbinden

Bei der Entwicklung hat Jungheinrich das System so ausgelegt, dass sich der EZS 350a bei jedem Kunden einfach in die bestehende IT- und Netzwerklandschaft einbinden lässt. Für die Kommunikation mit den Fahrzeugen kann beispielsweise die bestehende WLAN-Struktur genutzt werden. Falls ein vorhandenes Host-System wie das Jungheinrich WMS oder ein anderes WMS/ERP-System genutzt werden soll, kann sich das Fahrerlose Transportsystem mittels Jungheinrich Logistik-Interface an dieses System anbinden.

Für die Navigation des EZS 350a sind generell keine Bodenarbeiten notwendig. Das Fahrzeug orientiert sich mittels Lasernavigation. Dafür werden Reflektoren an geeignete Objekte am Fahrweg – wie beispielsweise Regale, Säulen und Wände – angebracht oder natürliche Landmarken genutzt. So ist ein millimetergenaues Positionieren der Fahrzeuge auf den vorab definierten Bahnhöfen möglich.

Angetrieben wird der EZS 350a mit einem 24-V-Fahrmotor in Drehstromtechnik. Der Motor ist vollkommen wartungsfrei und besonders energieeffizient. Der EZS 350a ist mit moderner Lithium-Ionen-Technik erhältlich, was schnelle Ladezeiten, Wartungsfreiheit und eine lange Lebensdauer garantiert.

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