Diese Reformen werden den Kurs bestimmen

2026 als Schlüsseljahr für Energiepolitik

Der BEE sieht das Jahr 2026 als entscheidenden Zeitpunkt für den Ausbau der Netze, die Weiterentwicklung der Marktregeln und die Wärmewende.

Bild: ChatGPT, publish-industry
05.01.2026

Das Jahr 2026 soll laut dem BEE ein Schlüsseljahr für die Energiewende werden, denn mit der EEG-Novelle und dem Gebäudemodernisierungsgesetz sollen der Ausbau, die Flexibilität und die Planungssicherheit gestärkt werden.

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) sieht Deutschland an einem entscheidenden Punkt angelangt. Im Jahr 2026 werden zentrale Weichen für die Wachstumstreiber erneuerbare Energien und Digitalisierung gestellt. „Mit der EEG-Novelle und dem Gebäudemodernisierungsgesetz stehen im kommenden Jahr zwei zentrale Gesetzesvorhaben an, mit denen die Weichen für die Zukunft der Energiewende gestellt werden. Erneuerbare Energien haben 2025 mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt und ihren Anteil am Strommix weiter gesteigert. Die Erneuerbaren geben den Takt im Energiesystem vor. Der Rechtsrahmen muss dieser Entwicklung nun gerecht werden“, betont BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.

Zentrale Reform: EEG‑Novelle für Ausbau und Flexibilität

Die geplante EEG-Novelle muss daher einen stabilen Ausbau der erneuerbaren Energien sicherstellen und einen neuen Marktrahmen definieren. Erforderlich ist eine Erneuerung des Strommarktdesigns, die Flexibilität belohnt und die zeitbasierte Förderung weiterentwickelt. Erste Schritte dazu wurden bereits unternommen. Der Koalitionsvertrag gibt wichtige Hinweise, wie hier eine marktorientierte Weitergestaltung aussehen kann. Wichtig ist, die vorhandene Netzinfrastruktur besser zu nutzen. Dafür ist ein schneller und unbürokratischer Netzanschluss für Erzeuger, Speicher und flexible Verbraucher entscheidend. Gleichzeitig gilt es, Flexibilitäten zu fördern, deren Bedeutung der Monitoringbericht zur Energiewende des BMWi unterstrichen hat. „Wirtschaftliches Wachstum braucht Verlässlichkeit - deshalb muss die EEG Novelle schnell kommen und den weiteren Ausbau der Erneuerbaren mit Fokus auf Systemdienlichkeit und Kosteneffizienz sicherstellen“, so Heinen-Esser weiter.

Als zweites Leitgesetz wird das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) erwartet, das das bestehende Gebäudeenergiegesetz ersetzen soll. Damit würden privaten Haushalten, Unternehmen und Kommunen verlässliche Regeln für Investitionen in Wärmepumpen, Geothermie, Solarthermie und Wärmenetze gegeben. Heinen-Esser warnt jedoch davor, die Debatte wieder auf fossile Energien zu lenken: „Die Kosten für fossile Energien steigen. Sie schaffen zugleich neue Abhängigkeiten. Im vergangenen Jahr wurden in mehr als zwei Dritteln der Neubauten Wärmepumpen eingebaut. Die Wärmeplanung in den Kommunen zeigt ebenfalls die Abkehr von fossilen Strukturen. Dies unterstreicht: Die Wärmewende ist auf Kurs. Die Politik darf hier nicht ausbremsen.“

Fokus auf Speicher und steuerbare Erneuerbare

Bei der Kraftwerksstrategie fordert der BEE Technologieoffenheit und Dezentralität ein. Anstatt auf teure fossile Reservekraftwerke zu setzen, sollte die Bundesregierung die großen Potenziale von Speichern und bereits vorhandenen steuerbaren erneuerbaren Energien nutzen. Diese können schon im laufenden Jahrzehnt einen erheblichen Beitrag leisten – ohne zusätzliche CO2-Emissionen und ohne neue Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern. „Erneuerbare Kraftwerkskapazitäten stehen bereit und können auch kurzfristig skalieren. Als heimische Energieträger bieten sie Unabhängigkeit und Resilienz und helfen, unnötige Investitionen in fossile Strukturen zu vermeiden“, so Heinen-Esser.

„2026 wird ein Schlüsseljahr. Die technischen Lösungen für eine sichere Energieversorgung sind vorhanden, der Handlungsbedarf ist klar. Entscheidend ist nun, dass die Bundesregierung den Mut hat, die Rahmenbedingungen so auszurichten, dass Erneuerbare ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend zur ersten Wahl in allen Bereichen der Energieversorgung werden“, bekräftigt Heinen-Esser.

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