Lars Quiring, Jahrgang 1969, ist Gründer und Mitglied des Vorstands der GET AG. Der gebürtige Dortmunder studierte Informatik und Französistik/Philosophie und baute während seines Studiums unter anderem das Virtuelle Kaufhaus und die Firma Brainstorm auf. Quiring ist Mitglied im Clusterboard Energie & Umwelttechnik der Stadt Leipzig und Sprecher des Clusters Händler und Dienstleister. In Sachsen wurde er vom Wirtschaftsverband Die Familienunternehmen als Familienunternehmer des Jahres 2019 ausgezeichnet.

Bild: Roman Kreusch

Datengetriebene Geschäftsmodelle mit Sicherheit „Die Balance zwischen datengetriebenen Geschäftsmodellen und informatorischer Selbstbestimmung wahren“

18.09.2020

Energieversorger müssen sich neuen Geschäftsfeldern widmen und damit ihre Kernkompetenzen neu definieren, denn Player aus anderen Branchen steigen ins Energiegeschäft ein. Um Neu- oder Bestandskunden zu entwickeln, sind stets aktuelle Marktanalysen und Produktkalkulationen unverzichtbar.

Lars Quiring ist mit diesem Beitrag im Energy 4.0-Kompendium 2020 als einer von 50 Machern der Energiebranche vertreten. Alle Beiträge des Energy 4.0-Kompendiums finden Sie in unserer Rubrik Menschen.

Als einer der führenden Informationsdienstleister der Energiewirtschaft ist man auch dafür prädestiniert, in die Zukunft zu blicken. Und diese sieht für die Branche infolge der Corona-Pandemie nicht nur rosig aus. „Der Rückgang der Energienachfrage sowie sinkende Beschaffungspreise und Erlöse aus der Erzeugung werden Versorgungsunternehmen treffen“, prognostiziert der Gründer der Get, Lars Quiring. Als Folge geht er davon aus, dass gerade klassische Mehrspartenversorger überregionale Vertriebsaktivitäten auf den Prüfstand stellen und die Daseinsvorsorge vor Ort fokussieren werden. Das trifft sich gar nicht so schlecht mit einer weiteren Prognose. Denn neben einem Digitalisierungsschub zugunsten von Zukunftsthemen geht Quiring davon aus, dass in Folge der Corona-Krise regionale Vermarktungskonzepte Rückenwind bekommen werden.

Leistungsspektrum

Das IT-Unternehmen aus Leipzig wurde im 20. Jahr seines Bestehens kürzlich mit dem Award „TOP-Innovator 2020“ ausgezeichnet. Für Quiring ist die Mischung des Know-hows zwischen der Digitalisierung des energiewirtschaftlichen B2B-Geschäfts und der B2C-orientierten Portalwelt eine Basis des Geschäftserfolgs. Mit dem „Produkt-Flaggschiff“ Cockpit bietet das Unternehmen mit seinen mittlerweile rund 90 Mitarbeitern ein „effizientes Tool“ für EVU zur bundesweiten Marktanalyse, Produktkalkulation und Vertriebssteuerung, um Neu- oder Bestandskunden zu entwickeln. Zudem unterstützen die Leipziger auch die Energieversorger beim Aufbau eigener Portale, inklusive CRM, aus denen Beratung, Information sowie Verwaltung von Kunden, Vertriebs- und Marktpartnern digital möglich und effizient gelöst werden können.

Angesichts dieses Portfolios ist es fast schon logisch, dass man sich künftig verstärkt der Entwicklung von Portal-Frontendkomponenten widmen will. Dabei geht der Blick über den Atlantik. „Wir beobachten die Oberflächen-Technologien starker Plattformen wie Google oder Facebook und die damit zusammenhängenden Architekturen genau und loten die Vorteile des Test-driven-Development aus“, berichtet Quiring, der künftig auch mit Kunden außerhalb der Energiewirtschaft rechnet. Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz oder der Bereitstellung von Smart Services auf Plattformen stellt man sich zudem gemeinsam mit Partnern der Herausforderung einer datenschutzzentrierten Lösung. Der Vorstand formuliert die Ziele so: „Wir wollen die Balance zwischen datengetriebenen Geschäftsmodellen und dem Recht auf informatorische Selbstbestimmung des Einzelnen wahren.“

Das virtuelle Kaufhaus

Der studierte Informatiker und Philosoph ist auch beim Aufspüren von Trends und beruflichen Chancen für sich selbst erfolgreich. Besonders stolz ist er darauf, schon bevor die Vergleichsportale Verivox oder Check24 auf den Markt kamen, das Virtuelle Kaufhaus mitgegründet zu haben, das Vorläuferunternehmen von Get. Als Unternehmenslenker setzt er vor allem darauf, das bestehende Partnernetzwerk noch breiter aufzustellen und hochqualifizierte Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Bei Letzterem baut Quiring auf die hohe technische Kompetenz beim Einsatz moderner Technologien, die unter anderem aus der Reibung zwischen dem B2B- und dem B2C-Geschäft entstehe.

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