Konjunktur bremst, doch Innovationen legen zu

Wenn Innovation ausbleibt, leidet Produktivität und Transformation

Im Jahr 2024 beliefen sich die Innovationsausgaben auf 35,4 Milliarden Euro, wobei größere Unternehmen den Großteil ausmachten.

Bild: iStock, Natalya Kosarevich
07.03.2026

Trotz des schwierigen ökonomischen Umfelds steigt der Anteil innovativer mittelständischer Unternehmen leicht an. Wenn jedoch immer mehr Betriebe auf die regelmäßige Erneuerung von Prozessen und Angeboten verzichten, schwächt das ihre Produktivität und Transformationsfähigkeit.

Deutschlands Mittelstand zeigt sich wieder etwas innovationsfreudiger. Zwischen 2022 und 2024 haben 41 Prozent – oder 1,6 Millionen – der mittelständischen Unternehmen innerhalb der vorangegangenen drei Jahre mindestens eine Innovation umgesetzt. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als in den Jahren 2021 bis 2023. Die Ausgaben der Unternehmen für Innovationen lagen 2024 bei 35,4 Milliarden Euro. Das sind 1,8 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Auch preisbereinigt blieb ein Plus von knapp drei Prozent bestehen.

Innovationsschere im Mittelstand

Diese leicht positiven Entwicklungen können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Innovationsaktivität des deutschen Mittelstands seit Mitte der 2000er Jahre deutlich zurückgegangen ist. Zudem konzentriert sie sich auf immer weniger – vor allem größere – Unternehmen. So haben zuletzt 73 Prozent der großen Mittelständler mit mehr als 50 Beschäftigten eine Innovation hervorgebracht. Bei kleinen Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten waren es nur 37 Prozent. Die großen Unternehmen stehen auch für den Großteil der Innovationsausgaben.

Als Innovationsaktivitäten werden, vereinfacht ausgedrückt, Maßnahmen eines Unternehmens zur Erschaffung neuer oder zur Verbesserung seiner bestehenden Produkte, organisatorischen oder prozessualen Abläufe sowie Marketingverfahren bezeichnet. Eine Innovation muss sich deutlich von der zuvor im Unternehmen geübten Praxis oder von den bisherigen Angeboten unterscheiden.

Innovation bleibt zu schwach

„Dass wieder etwas mehr Unternehmen Innovationen tätigen, ist erfreulich. Es ist mit Blick auf das weiterhin schwierige konjunkturelle Umfeld auch bemerkenswert“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. „Angesichts der Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaft können wir mit der Innovationstätigkeit der Unternehmen aber nicht zufrieden sein. Diese war in der Vergangenheit schon einmal deutlich höher. Die Produktivitätsentwicklung und die Transformationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft werden nachhaltig geschwächt, wenn ein immer größerer Anteil von Unternehmen auf die regelmäßige Erneuerung ihrer Produktionsprozesse und Produktangebote verzichtet.“

Innovationen im Mittelstand entstehen im Regelfall nicht aus eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, sondern aus dem Arbeitsalltag heraus. So betrieben zwischen 2022 und 2024 lediglich drei Prozent der Mittelständler kontinuierlich eigene Forschung und Entwicklung, weitere sechs Prozent gelegentlich. „Es ist wichtig, dass wirtschaftspolitische Maßnahmen wie Förderprogramme so gestaltet werden, dass auch kleine Unternehmen ohne eigene Forschung und Entwicklung sie wahrnehmen können. Außerdem ist der Abbau bürokratischer Hemmnisse und die Linderung des Fachkräftemangels für mittelständische Unternehmen von zentraler Bedeutung“, sagt Dr. Dirk Schumacher.

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