Wann helfen die Produkte endlich der Wende?

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Umfrage Speicher Wann helfen Energiespeicher endlich bei der Energiewende?

26.06.2020

Die Welt der Speichertechnik dreht sich bereits seit Jahren. Höher, schneller, leistungsfähiger ist hier die Devise. Wir haben bei Experten nachgefragt wann die Produkte endlich der Wende helfen.

Die Antworten der Experten auf die Frage: „Wann helfen Energiespeicher endlich bei der Energiewende?“:

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  • Franz-Josef Feilmeier, Geschäftsführer von Fenecon: Bei der Energiewende gehen Speicher und Variabilität Hand in Hand: Flexible Verbräuche, die es im Privat- und Industriebereich zunehmend gibt, können im System wie Speicher wirken. Ein System aus Solar- und Windkraft braucht diese Flexibilität, um seine Kostenvorteile netzdienlich auszuspielen. Speicher helfen dann zum Beispiel, PV-Strom günstig in Dunkelflauten-Strom zu wandeln. Elektrochemische Speicher haben in diesem System vor allem eine Leistungsaufgabe, müssen also schnell hohe Leistungen in Bezug und Lieferung bereitstellen und damit ein System der preisoptimierten Flexibilitäten stützen. Diese Schnelligkeit und Leistung in Verbindung mit variablem Energiemanagement wird der große Durchbruch von Speichern sein.

    Bild: Fenecon

  • Raphael Eckert, General Manager Sales and Marketing Components von GS Yuasa Battery: Energiespeicher unterliegen im Lithium-Ionen-Bereich einer ständigen Weiterentwicklung. Speicherzellen haben sich hier von einer Zelle mit 11.000 Lade-/Entladezyklen bei einer Entladetiefe (DOD) 50 Prozent auf dieselbe Zyklenzahl bei DOD 100 Prozent weiterentwickelt und wichtige Funktionen wie die Gebrauchsdauer signifikant verbessert. So konnte der Kapazitätsverlust sowohl während des zyklischen als auch des Float-Charge-Gebrauchs um je 50 Prozent reduziert werden. Aktuell hat GS Yuasa durch intensive Forschungen eine neue Zelle für den Einsatz in Elektrofahrzeugen entwickelt, mit der sich eine dreimal höhere Energiedichte erreichen lässt. Mit solchen Entwicklungen wollen Batteriehersteller zum Gelingen der Energiewende beitragen.

    Bild: Yuasa

  • Markus Vetter, Director Marketing and Communication von Kostal Solar Electric: In meinen Augen helfen die Solarbranche und mit ihr seit Jahren auch die Speichersysteme bereits bei der Energiewende. In privaten Haushalten eingesetzte Speicher entlasten die Netze. Die dynamische 70-Prozent-Regel sorgt zudem für die Reduzierung von Leistungsspitzen und Systeme mit Prognosefunktionen verschieben, beispielsweise Ladezeiten in die Mittagszeit, um die Spitzen aufzufangen. In großem Maßstab sorgen Energiespeicher für die Stützung der Netzfrequenz beispielsweise durch kurzfristige Aufnahme oder Abgabe von Leistung. Wechselrichter erbringen dabei zusätzliche Netzdienstleistungen, die dann nicht nur am Tage, sondern auch in den Abend- und Nachtstunden bereit stehen. Einen positiven Effekt auf die Energiewende hätte es sicherlich, wenn Speicher von Seiten der Netzbetreiber aktiver eingebunden würden. An der zur Verfügung stehenden Technik fehlt es nicht, im Gegenteil.

    Bild: Kostal

  • Detlef Neuhaus, CEO von Solarwatt: Nutzt man eine Photovoltaik-Anlage mit passendem Energiespeicher und intelligentem Energiemanagement-System, lässt sich etwa 80 Prozent des selbst erzeugten Solarstroms auch tatsächlich in den eigenen vier Wänden verbrauchen. Das heißt, es muss nur noch ein geringer Anteil an Strom vom Netzanbieter dazugekauft werden. Das entlastet nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern natürlich auch das Netz. Was helfen würde, wäre mit Sicherheit ein klares Signal der Bundesregierung, dass die Eigenstromerzeugung per Photovoltaik-Anlage und Energiespeicher in Bezug auf die Energiewende ein wesentlicher Baustein ist. Das würde den Markt voranbringen – und hätte in jedem Fall einen positiven Einfluss auf das Klima.

    Bild: Solarwatt

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