Kosten sparen und Regularien erfüllen

Vom Warnsignal zur klaren Diagnose: Batterien besser verstehen

Von der Messung direkt zur Analyse – und dem automatisierten Digitalen Produktpass.

Bild: Ioncentric, KI-generiert mithilfe ChatGPT, 2026
26.08.2026

Ioncentric will mit elektrochemischer Diagnostik den Blick in Batterien verbessern. Die miniaturisierte Impedanzspektroskopie erkennt Zustandsveränderungen im laufenden Betrieb und liefert Daten für Qualität, Wartung und den digitalen Batteriepass.

Batterien und Energiesysteme stehen längst im Mittelpunkt verschiedenster Produkte und Infrastrukturen. Gleichzeitig fehlt häufig ein verlässlicher Einblick in ihren tatsächlichen Zustand: Zellen werden als einwandfrei weiterverarbeitet, obwohl sich Qualitätsabweichungen oder Ausfallrisiken bereits entwickeln. Erkannt werden diese Probleme oft erst, wenn Ausschuss, Garantie- oder Ausfallkosten entstehen. Klassische Diagnoseverfahren erweisen sich als zu ungenau, reagieren zu spät oder lassen sich nicht in industrielle Prozesse integrieren. Mit Blick auf den ab 2027 verpflichtenden digitalen Batteriepass verschärft sich die Situation zusätzlich: Gefordert sind dynamische, nachvollziehbare Daten über den gesamten Lebenszyklus.

Klassische Diagnoseverfahren ungenau

Batterieentwicklung, Kleinstbatterieprodukte, Elektromobilität, BESS-Speicher, Superkondensatoren: In all diesen Bereichen sind präzise Zustandsinformationen und Prüfmethoden für Performance, Produktion, Second-Life und Wartung entscheidend. Sie ermöglichen eine verlässliche Einschätzung von Qualität, Gesundheitszustand, Lebensdauer und etwaigen Defekten und sind damit eine wesentliche Voraussetzung für Sicherheit, Zuverlässigkeit und Effizienz. Da sich Leistung und Kapazität im Verlauf des Lebenszyklus einer Batterie verändern, reicht die herkömmliche Batterieüberwachung von Spannung, Strom und Temperatur allein nicht aus. Diese Daten sind für einen sicheren Betrieb unverzichtbar, zeigen jedoch immer nur eine Momentaufnahme. Der tatsächliche Zustand bleibt im Verborgenen. Die Folgen für die Industrie sind erheblich: unnötige Wartungen, ein vorzeitiger Austausch, Produktionsstillstände, Qualitätsverluste und ungenutzte Potenziale für Second-Life-Anwendungen. Hinzu kommt: Ab dem 18. Februar 2027 verpflichtet die EU-Batterieverordnung zur Einführung digitaler Produktpässe, die neben Herkunfts- und Materialdaten auch dynamische Informationen zur Nutzung und zum Zustand der Batterie enthalten müssen. Diese Anforderung beschäftigt viele Hersteller bereits; längst wissen aber nicht alle, wie sie sie erfüllen sollen.

Zustandsveränderungen sofort erkennen

Die miniaturisierte elektrochemische Impedanzspektroskopie (EIS), etwa von Ioncentric, misst elektrochemische Signaturen von Batterien. Dieses Verfahren ergänzt die üblichen Betriebsdaten so, dass der tatsächliche Batteriezustand sichtbar wird. Die Technologie kommt genau dort zum Einsatz, wo die Batterie produziert, getestet oder betrieben wird. Eine Betriebsunterbrechung ist hierbei nicht erforderlich. In der Cloud werden die erfassten Messdaten ausgewertet und in entscheidungsrelevante Informationen übersetzt. Die Nutzer erhalten so exakte Analysen zum Zustand. Steigt in einer Produktionslinie die Ausschussrate, obwohl Spannung, Strom und Temperatur der Batterien innerhalb der Spezifikationen liegen, kann die Suche nach den Gründen unnötig Zeit und damit Geld kosten. Die elektrochemische Diagnostik lässt eine schnelle Identifikation der Ursachen und zielgerichtetes Handeln zu. Zugleich kann das System automatisch einen digitalen Batteriepass inklusive der geforderten dynamischen Lebenszyklusinformationen erstellen.

Präzise und kostengünstig

Herkömmliche Verfahren zeigen, wie sich eine Batterie verhält. Die elektrochemische Diagnostik erklärt, warum sie sich so verhält. Während Labortests teuer und zeitaufwendig sind und zudem Stillstandszeiten verursachen, lässt sich eine miniaturisierte Impedanzspektroskopie kostengünstig im laufenden Betrieb umsetzen. Diagnosewege werden verkürzt, der Prüfaufwand reduziert. Kennen die Verantwortlichen den Zustand einer Batterie, können sie bessere Entscheidungen treffen und teure Fehler vermeiden. Anstatt Defekte erst nach der Produktion zu erkennen oder Batterien vorschnell auszutauschen, identifizieren Hersteller nun in wenigen Minuten die Ursache und handeln gezielt. Konnten sie in der Vergangenheit erst reagieren, wenn ein Problem auftrat, sind sie nun in der Lage, Alterung und Schäden frühzeitig zu erkennen, ihre Wartungsstrategien zu optimieren und vorausschauend zu planen, unnötige Batteriewechsel zu vermeiden, Produktionsausfälle und Qualitätsverluste zu reduzieren, geeignete Second-Life-Anwendungen zu identifizieren und digitale Batteriepässe mit aktuellen Zustandsdaten zu erstellen.

Fazit

Die elektrochemische Diagnostik ist ein kostengünstiger Weg, um den Zustand von Batterien sichtbar zu machen und regulatorischen Anforderungen wie der EU-Batterieverordnung zuverlässig nachzukommen. Das Verfahren schafft im industriellen Betrieb die geeignete Datengrundlage, um schnellere, präzisere und wirtschaftlichere Entscheidungen zu treffen.

Bildergalerie

  • Prof. Dr. Salvatore Sternkopf und Marcel Feldmann sind Mitgründer der Ioncentric GmbH.

    Prof. Dr. Salvatore Sternkopf und Marcel Feldmann sind Mitgründer der Ioncentric GmbH.

    Bild: Ioncentric GmbH

Firmen zu diesem Artikel
Verwandte Artikel