Rund 700 internationale Aussteller aus 29 Ländern präsentierten auf der diesjährigen E-world Produkte und Dienstleistungen rund um Energie-Erzeugung, Handel, Transport, Speicherung und Effizienz.

Bild: Messe Essen, Rainer Schimm

Abschlussbericht zur E-world 2017 Vernetzte Energiewelt von morgen

13.02.2017

Wie lassen sich erneuerbare Energien smart vernetzen? Welche Apps und Tools helfen dabei? Wie müssen Player der Energiebranche zusammenarbeiten, um voran zu kommen? Antworten auf diese und weitere Fragen erhielten Besucher auf der diesjährigen E-world.

Oliver Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen, formuliert ein sehr positives Fazit zur diesjährigen E-world: „Auf der E-world kommt der Markt zusammen – und das in hoher Qualität: 77 Prozent der Fachbesucher sind Entscheider, vorwiegend von Energieversorgungsunternehmen, Dienstleistern Industrieunternehmen und Stadtwerken, und direkt an Einkäufen und Beschaffungen in ihren Unternehmen beteiligt.“

Die Besucherstruktur spiegelt sich auch in der Zufriedenheit der Aussteller wider. 96 Prozent der Unternehmen gaben der Qualität der Besucher Bestnoten, 97 Prozent lobten das Ergebnis ihrer Messebeteiligung. Dr. Niels Ellwanger, Vorstand der ConEnergy, meint hierzu: „Die Beteiligung aller großen Aussteller, zahlreicher Newcomer und auch der Politik macht deutlich: Hier trifft sich die Branche und hier werden die Themen gesetzt. Bestimmend in diesem Jahr war die Digitalisierung mit ihren Chancen und Herausforderungen.“

Digitalisierung und Vernetzung im Fokus

Premiere feierte etwa eine E-Mobility-Kooperation zwischen Energiekonzern und Autovermietung. Sie umfasst ein Komplettpaket mit Elektrofahrzeug einschließlich Ladesäule, Wartungsservice und Ökostromtarif. Ein weiteres Thema auf der Messe stellte die Inspektion von Photovoltaik-Anlagen aus der Luft dar. Ein neuer Standard für die Kommunikation im intelligenten Stromnetz zwischen den Betreibern virtueller Kraftwerke und dezentralen technischen Einheiten, wie zum Beispiel Mikro-Blockheizkraftwerken, sorgte ebenfalls für reges Interesse. Smart Energy – die Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugung, Speichersystemen und Verbrauchern – war die bestimmende Thematik zahlreicher Aussteller. Allein in diesem Bereich präsentierten 150 Unternehmen ihre Ideen und Konzepte.

Zudem war die Messe ein wichtiger Platz für junge Unternehmen, um Kontakte in die Branche zu knüpfen. Auf der Gemeinschaftsfläche E-world-Innovation stellten über 60 junge Unternehmen und Start-ups ihre Produkte und Dienstleitungen vor. Darunter befanden sich beispielsweise ein selbstlernendes System zur Heizkörpersteuerung, ein dank modernster Biotechnologie komplett autarker Wohnwagen oder auch ein Smart-Meter-Universalstecker zur Echtzeit-Energieverbrauchs-Anzeige.

Gewinner des Energy App Awards

Besonders zukunftsweisende digitale Lösungen prämierte zum zweiten Mal der Energy App Award. Die App ichargesmart des niederländischen Start-ups Jedlix setzte sich in der Kategorie Customer Benefit durch. Hiermit können Nutzer von Elektrofahrzeugen einen Zeitpunkt angeben, wann der Akku des Fahrzeugs wieder aufgeladen sein soll. In der Kategorie Future Concept siegte der österreichische Energieversorger Kelag mit seiner GreenApp, die anzeigt, wie Verbraucher ihren Stromverbrauch reduzieren können. In der Jury Category überzeugte schließlich die Smarthome-Lösung Smappee. Das System macht den Energieverbrauch transparent; mit zusätzlichen Zwischensteckern können die verschiedenen Geräte im Haus zentral per App gesteuert werden.

Geballtes Fachwissen

Gut besucht war erneut das fachliche Rahmenprogramm der E-world. Experten aus Industrie, Politik und Wissenschaft informierten in 25 Konferenzen rund um internationale Marktentwicklungen, Vertrieb, Handel und Energierecht. Das Programm startete mit dem Führungstreffen Energie am Messevortrag, bei dem unter anderem Rainer Baake, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; Hildegard Müller, Vorstand Netz & Infrastruktur Innogy; sowie Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, sprachen.

Beim 21. Fachkongress „Zukunftsenergien“ der EnergieAgentur.NRW am ersten Messetag hob NRWs Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Bedeutung der Energiewende und des Klimaschutzes als Fortschrittsmotor für Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland hervor. Im Anschluss widmete sich die Veranstaltung Themen wie Chancen und Risiken eines Wärmenetzausbaus, den Zukunftsperspektiven für die Windenergienutzung oder Photovoltaik als Schlüsseltechnologie für die Energieerzeugung im urbanen Raum.

Nachwuchstalente fördern

An die zukünftige Generation der Energiebranche richtete sich das erste Start-up Speed-Dating. Die E-world und das Innovationsnetzwerk Energieloft gaben Firmengründern die Möglichkeit, ihr Konzept vor potenziellen Kapitalgebern, Investoren oder Kooperationspartnern zu präsentieren. Gut angenommen wurde ebenfalls das Karriereforum am letzten Messetag, das Studenten und Absolventen mit den Personalleitern aus der Energiewirtschaft zusammenbrachte.

So international wie noch nie

Beim Tag der Konsulate am ersten Messetag informierten sich rund 75 Botschafter, Generalkonsuln, Konsuln, Wirtschaftsattachés sowie Mitarbeiter von internationalen Vertretungen, Wirtschaftsförderungsgesellschaften und Außenhandelskammern darüber, wie die Energiewende auf internationaler Ebene gestaltet werden kann. Das Teilnehmerfeld war höchst international: Von Australien und China über Georgien, Jamaika, Japan und Kamerun bis hin zu Ruanda, Tansania und Ungarn lagen Anmeldungen vor. Auch Delegationen aus Serbien und Afghanistan statteten der Fachmesse einen Besuch ab.

E-world 2017 in Zahlen

Die E-world wird gemeinsam von der Messe Essen und ConEnergy veranstaltet. Sie verzeichnete 710 Aussteller aus 30 Nationen. Der Auslandsanteil der Aussteller betrug 20 Prozent. Die Hochrechnung des letzten Messetages mit einbezogen kamen rund 22.000 registrierte Fachbesucher. Der Auslandsanteil der Fachbesucher betrug 21 Prozent. Die umfangreichen Rahmenprogramme besuchten neben internationalen Teilnehmern unter anderem Ehrengäste, Pressevertreter, kommunale Vertreter und Sponsoren. Der Fachbesucheranteil lag bei 98,8 Prozent.

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