Damit Käfer, Pilze oder Ratten in der Landwirtschaft nicht zur Plage werden, hat sich ein Druckluftunternehmen eine Art der Schädlingsbekämpfung ganz ohne Chemikalien einfallen lassen.

Bild: Pixabay, moreharmony

Keine Lebensgrundlage für Schädlinge Ungeziefer mit Druckluft vom Getreide fernhalten

04.12.2018

Große Mengen Getreide gehen auf dem Weg zum Verbraucher verloren. Besonders in ärmeren Weltregionen treten die größten Verluste schon kurz nach der Ernte auf. Um in Silos gelagertes Getreide besser vor Schädlingen zu schützen, hat ein Druckluftunternehmen eine einfache, aber wirksame Methode entwickelt, die zudem ohne chemische Mittel auskommt.

Kornkäfer, parasitische Pilze, Mäuse und Ratten: Ein großer Teil des weltweit gelagerten Getreides fällt Schädlingen und sogenannten Atmungsverlusten zum Opfer. Die entscheidende Rolle spielt dabei der Sauerstoff. Wo er fehlt, minimieren sich die Lagerverluste.

Auf diesem einfachen Prinzip basiert die umweltfreundliche Containerlösung BLUEprotect von Boge Kompressoren. Sie leitet ein Gasgemisch aus nahezu reinem Stickstoff mit maximal einem Prozent Restsauerstoff in die Getreidesilos. Dort verdrängt der Stickstoff den Sauerstoff und entzieht damit aeroben, also auf Sauerstoff angewiesenen Schädlingen und Pilzen die Lebensgrundlage. Gleichzeitig soll sich der Effekt von Atmungsverlusten minimieren, was wiederum das Risiko für Schwelbrände sinkt.

Wenn Chemie nicht erlaubt ist

In der Nähe des Silos erzeugt ein Kompressor Druckluft. Sie gelangt über einen Trockner und einen Kombifilter zu einem Membranfilter, der den Stickstoff (N2) vom Sauerstoff (O2) trennt und ins Silo leitet. Stickstoff ist als Hauptbestandteil unserer Atemluft jederzeit unbegrenzt verfügbar und für den Kontakt mit Lebensmitteln völlig unbedenklich.

Nach der Nutzung absorbiert die Umgebungsluft den Stickstoff wieder. Das soll BLUEprotect überall dort zur attraktiven Methode der Schädlingsbekämpfung machen, wo der Einsatz chemischer Mittel nicht erlaubt oder erwünscht ist. Dazu gehört etwa die ökologische Landwirtschaft oder die Lieferkette für Brauereien. Denn Mälzereien beispielsweise müssen darauf achten, in der Gerste keine chemischen Rückstände zu hinterlassen, die später mit dem Malz beim Brauen ins Bier gelangen würden.

Dichtigkeit ist ein Muss

Alle Anlagenkomponenten werden in einem Container arrangiert. Auf diese Weise soll sich BLUEprotect räumlich flexibel, ohne besondere Vorkenntnisse und für unterschiedliche Silotypen einsetzen lassen. Um zunächst den Stickstoffbedarf zu ermitteln, analysiert Boge gemeinsam mit dem Kunden die Ausgangslage. Elementare Voraussetzung ist ein ausreichend dichtes Silo. Deshalb stellt Boge einen Mietcontainer zur Verfügung, mit dem in wenigen Tagen ein Testlauf durchgeführt werden kann, der die Dichtigkeit des Silos ermittelt.

Bildergalerie

  • Ohne Sauerstoff haben Schädlinge, die in Silos gelagertes Getreide gefährden, keine Lebensgrundlage.

    Bild: Boge

  • Alle Komponenten sind in einem Container zusammengestellt. BLUEprotect lässt sich dadurch für unterschiedliche Silotypen einsetzen.

    Bild: Boge

Firmen zu diesem Artikel
Verwandte Artikel