Das Team Sonnenwagen bei einer Pause während der Probefahrt im südaustralischen Nuriootpa. Im Frontbereich des Solarautos schützt eine Crashbox aus dem Polyurethan-Hartschaumsystem Baysafe den Fahrer bei einem möglichen Aufprall.

Bild: Team Sonnenwagen

Energieabsorbierender Schaum Unfallschutz für Sonnenrennwagen

07.10.2019

Am 13. Oktober fällt in Australien der Startschuss für die Bridgestone World Solar Challenge 2019. Rennwagen, die ausschließlich Sonnenenergie als Treibstoff nutzen, fahren hier auf 3.000 km um die Wette. Dabei kommt es neben Aerodynamik auch auf die Sicherheit an.

An der Bridgestone World Solar Challenge 2019 in Darwin, Australien, nimmt auch das Team Sonnenwagen der RWTH Aachen University und der FH Aachen teil. Erstmals mischt es hierbei in der Challenger-Klasse mit. Über 3.000 km durch das australische Outback verläuft hier die Rennstrecke.

Um bei dem Solarrennen gut abzuschneiden, muss der Sonnenwagen aus leistungsfähigen Werkstoffen bestehen, die ihn so leicht und aerodynamisch wie möglich machen. Doch der Bolide soll nicht nur schnell, sondern auch möglichst sicher sein. Das Entwicklerteam nutze deshalb für seine Konstruktion unter anderem das energieabsorbierende Polyurethan-Schaumsystem Baysafe von Covestro. Es kommt in der Crashbox an der Front des Solarautos zum Einsatz und soll – falls nötig – Aufprallenergien sicher abfangen.

Guter Schutz auch bei Frontalzusammenstoß

Die Teilnehmer des Solarrennens müssen stets auf Hindernisse und Unfälle vorbereitet sein. „Tatsächlich muss jedes Team, das an dem Rennen teilnehmen möchte, ein Sicherheitskonzept vorlegen, das belegt, wie gut der Fahrer des Solarautos bei einem Unfall geschützt ist“, sagt Claudio Pauler, Marketing Manager Automotive bei Covestro. Baysafe bildete einen guten Kompromiss zwischen geringem Gewicht und Aufprallsicherheit. Die mit dem Werkstoff ausgeschäumte Crashbox soll nach Angaben von Covestro sogar Aufprallbeschleunigungen bis zu 5 g sicher abfangen können.

„Die Baysafe-Crashbox bietet dem Fahrer unter den Bedingungen des Wettbewerbs selbst bei einem Frontalzusammenstoß einen guten Schutz“, versichert Pauler. Das bestätigt auch Yusuf Can Arslan, Leiter der Arbeitsgruppe Struktur des Sonnenwagen-Entwicklerteams: „Wir haben Baysafe gewählt, weil es die leichteste Option mit der höchsten Energieabsorption und den besten Sicherheitseigenschaften ist.“

Werkstoff ebenfalls für Automobilbranche interessant

Baysafe soll nicht nur eine Lösung für die Crashbox des Solar-Boliden aus Aachen darstellen, sondern auch in der klassischen Automobilfertigung einsetzbar sein. Der Werkstoff schützt Fahrzeuge, Passagiere und Fußgänger unabhängig von der Aufprallrichtung und verfügt laut Hersteller im Langzeiteinsatz über eine sehr gute Dimensionsstabilität.

Dabei lässt sich das Schaumsystem kostensparend verarbeiten: Montageelemente können einfach eingeschäumt, Träger schnell angeschäumt werden. Baysafe soll zudem das Quietschen und Klappern von Bauteilen verhindern.

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