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Der russische Kampf-Androide Fedor kann beidhändig schießen. Solche Horror-Roboter animieren Experten für künstliche Intelligenz dazu, ein Verbot autonomer Kriegsführung zu fordern.

Bild: Screenshot: F.E.D.O.R

Massen-Petition gegen Krieg 4.0 Tesla-Chef und Robotik-Experten verlangen Killerroboter-Verbot

23.08.2017

Elon Musk macht sich für das absolute Verbot autonomer Waffensysteme stark. Damit ist der KI-Skeptiker nicht alleine: 116 Robotik- und KI-Experten haben mit Musk zusammen einen offenen Brief an die UN unterzeichnet.

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Künstliche Intelligenz ist für die Industrie ein Hoffnungsträger - aber auch fürs Millitär. In Russland hat erst im April ein Roboter auf zwei Beinen Schießübungen absolviert - mit beiden Händen gleichzeitig. Er sei laut seinen Schöpfern nur zu Forschungszwecken gedacht. Doch solche Bilder machen nicht nur der Öffentlichkeit Angst, sondern auch High-Tech-Mogulen wie dem Tesla-Chef Elon Musk. Mit Robotik-Experten teilt er die Horrorvorstellung von Kampfrobotern als autonomen Tötungsmaschinen.

Die dritte Revolution der Kriegsführung

Es ist lange nicht das erste Mal, dass darüber diskutiert wird, ob eine vollautonome Kriegsführung ethisch vertretbar ist. In dem offenen Brief, der auf der Seite des Instituts „Future of Life" veröffentlicht wurde, heißt es: Ist die Büchse der Pandora erst einmal geöffnet, lässt sie sich nicht wieder schließen. Nach den ersten beiden Revolutionen von Schwarzpulver und Atomwaffen seien autonome Waffen nicht weniger als die dritte Revolution der Kriegsführung.

Daher müsse die Politik schon jetzt ein Regelwerk für den Krieg 4.0 aufstellen. Die Vereinten Nationen sollen autonome Waffen mit auf die Liste der CCW setzen. In diesem „Übereinkommen über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen, die übermäßige Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken können“ werden beispielsweise auch Laserwaffen verboten.

Maschinen dürfen nicht über Leben und Tod bestimmen

Unbemannte und bewaffnete Kampfdrohnen sollen laut Elon Musk und den Roboter-Experten nur dann verboten werden, wenn auch ihre Entscheidung über den Einsatz der Waffen autonom ist. Bisher werden solche Handlungen auch in einer autonom fliegenden Drohne von Menschen gesteuert.

Die Experten fürchten, dass das Ausbleiben der menschlichen Entscheidung die Hemmschwelle senken könnte, einen Krieg zu führen. Ryan Gariepy, der Gründer von Clearpath Robotics, sagt: „Im Gegensatz zu anderen potenziellen Technologien der KI, die noch im Bereich der Science-Fiction bleiben, sind autonome Waffensysteme gerade jetzt auf der Entwicklungsspitze und haben ein sehr reales Potenzial, dem Unschuldigen erheblichen Schaden zuzufügen.“

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