Offenes Ladenetz verbindet Depot-Ladepunkte und öffentliche Schnelllader

Strom für E-Lkw: Ladepunkte rücken näher an die Route

Der Smatrics-EnBW-Ladepark in Regau verfügt über Ultraschnelllader für Lkws und Pkws.

Bild: SMATRICS EnBW
30.08.2026

Künftig soll schon bei der Routenplanung feststehen, wo elektrische Lastwagen laden können. Dafür verbinden Fryte und Smatrics Ladepunkte auf Betriebshöfen mit öffentlichen Schnellladesäulen in Deutschland und Österreich.

Fryte und Smatrics integrieren die Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw in die Routenplanung von Logistikunternehmen und gestalten sie in Zukunft reservierbar. Die Unternehmen verknüpfen die Depot- und die öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Lkw in Österreich und Deutschland. Wodurch ein offenes, betreiberübergreifendes Netzwerk für den elektrischen Güterverkehr entstehen soll.

Mehr Reichweite für Ladepunkte an Depots

Mit dem Smatrics Depot Club existiert bereits ein solches Netzwerk. Durch die Kooperation mit Fryte können Depotinhaber ihre Infrastruktur nun auch über die Grenzen des Smatrics Clubs hinaus anbieten. Fryte integriert die Standorte des Smatrics Depot Clubs sowie von Smatrics betriebene öffentliche Ladepunkte in die Routen- und Ladeplanung der Logistiker.

Mit Smatrics gewinnt Fryte einen Full-Service-Betreiber für die Planung, den Bau, den Betrieb und die Vermarktung von Schnellladeinfrastruktur, der auf über zehn Jahre Erfahrung in der Elektromobilität zurückgreift. Smatrics ist ein Tochterunternehmen von Verbund und EnBW Energie Baden-Württemberg und betreibt rund 20.000 Ladepunkte.

Depot und öffentliches Netz wachsen zusammen

Logistikunternehmen stehen für ihre Routenplanung nicht nur öffentliche Ladepunkte, sondern auch Ladepunkte an teilöffentlichen Depotstandorten zur Verfügung. Fryte macht beide Ebenen in der Routen- und Ladeplanung der Logistikerinnen und Logistikern sichtbar: Mitglieder des Depot Clubs stellen ihre Ladeinfrastruktur über Fryte zur Verfügung und Fahrerinnen und Fahrer sowie Disponent:innen finden passende Ladepunkte. Die Partnerschaft erweitert das betreiberübergreifende Fryte-Netzwerk somit um einen Full-Service-CPO, ohne ein geschlossenes System zu schaffen.

Das Depot als wirtschaftlicher Energiehub

Im Depot steht für Logistikunternehmen an erster Stelle, E-LKW bedarfsgerecht geladen und terminsicher bereitzustellen. Für Mitglieder des Depot Clubs schafft die Anbindung Sichtbarkeit und eröffnet das Potential einer besseren Auslastung der vorhandenen Infrastruktur. Damit kann sich Depot Ladeinfrastruktur schrittweise von einem reinen Kostenfaktor zu einem wirtschaftlichen Energiehub entwickeln.

Standardprotokolle als Basis für ein offenes E-Logistik-Ökosystem

Die technische Grundlage der Zusammenarbeit ist OCPI, ein offener und standardisierter Kommunikationsstandard im Bereich der Elektromobilität. Da beide Partner auf diesen Branchenstandard setzen, konnte die Integration der Ladepunkte rasch umgesetzt werden. In einem ersten Schritt wurden die Standorte in der Routenplanung sichtbar und nutzbar gemacht. Ab 2027 soll auch die Reservierung ausgewählter Ladepunkte möglich sein. Perspektivisch sollen die Reservierungsdaten zudem an das Energiemanagementsystem der Standorte übergeben werden, um die Netz- und Ladeprozesse zusätzlich abzusichern.

Partnerschaft zur gemeinsamen Lösung

Maximilian Zähringer, CEO von Fryte Mobility, erklärt: „Ladeinfrastruktur für E-Lkw funktioniert nur, wenn sie über Betreibergrenzen hinweg planbar ist – für die Disposition zählt nicht, wer den Ladepunkt betreibt, sondern dass er zur Route passt. Mit Smatrics öffnen wir den Zugang zu Ladepunkten vom Depot bis zur öffentlichen Schnellladesäule in Deutschland und Österreich. Die Reservierung ist der nächste Schritt, an dem wir gemeinsam arbeiten.“

Sita Meek, Head of Product bei Smatrics, ergänzt: „Viele unserer Depot-Kunden möchten ihre Ladeinfrastruktur zeitlich gezielt für die externe Nutzung öffnen, um ihre Auslastung zu maximieren. Gleichzeitig soll der Zugang aber nur bestimmten Nutzergruppen offenstehen und sich auf LKW konzentrieren. Durch die Kooperation mit Fryte verbessert sich die Sichtbarkeit und die Planbarkeit. Genau so muss ein offenes Peer-to-Peer-Ökosystem in der E-Logistik funktionieren.“

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