Lukas Pogoda, Produktmanager für Industrielle Kommunikation bei Pepperl+Fuchs, im Interview mit der A&D.

Bild: Pepperl+Fuchs

Interview über IO-Link Master mit OPC UA „Störungsfrei in die Cloud“

06.05.2020

Mit einem IO-Link Master mit integrierter OPC UA-Funktionalität ermöglicht Pepperl+Fuchs die direkte Kommunikation von Sensoren bis in die Cloud. Doch mit der neuen Lösung ist noch mehr möglich, wie Lukas Pogoda, Produktmanager für Industrielle Kommunikation bei Pepperl+Fuchs, im Gespräch mit A&D erläutert.

Können mit dem IO-Link-Master über OPC UA völlig unabhängig von der Steuerung, sicher und störungsfrei Sensordaten in Cloud-Applikationen eingelesen werden?

Ja, durch die MultiLink-Technologie können die Master parallel mehrere Kommunikationskanäle gleichzeitig mit Daten beliefern, ohne dass die Steuerungskommunikation davon beeinflusst wird. Insgesamt können neben der Steuerungskommunikation bis zu acht weitere Verbindungen zu Computer- oder Cloud-basierten Systemen aufgebaut werden. Bezüglich der Cyber-Security unterstützen die IO-Link Master der ICE2- und ICE3-Serie sowohl über Authentifizierungsmechanismen als auch über ein Zertifikatemanagement.

Eignet sich die Lösung auch ideal für Szenarien ohne klassische Steuerung, wo die Sensordaten nur noch direkt in der MES-, ERP- oder Cloud-Applikation benötigt werden?

Auch dies ist mit den IO-Link Mastern mit OPC UA-Schnittstelle möglich. Durch das komplett webbasierte Konfigurationskonzept können alle notwendigen Einstellungen des IO-Link Masters wie auch aller angeschlossenen IO-Link Devices über einen klassischen Webbrowser vorgenommen werden und im IO-Link Master gespeichert werden. Durch das optionale und kostenfreie Software-Tool PortVision können diese Einstellungen bei Bedarf auch ganz einfach auf weitere IO-Link Master im Netzwerk geklont werden.

Sind durch das webbasierte Konfigurationskonzept auch für Stand-Alone-Applikationen ohne übergeordnete Steuerung möglich?

Bei dieser Frage muss man etwas differenzieren. Prinzipiell sind durch das webbasierte Konfigurationskonzept und die OPC UA-Schnittstelle auch Applikationen ohne klassische SPS möglich. Da die IO-Link Master selbst aber keine Logikeinheit besitzen, über die Verknüpfungen zwischen Eingangssignalen und Ausgängen erzeugt werden können, benötigen sie eine höhere Instanz, in der die Anwendungs-Logik abgebildet wird. Da über OPC UA allerdings auch ein schreibender Zugriff auf die Module möglich ist, kann diese Logik einfach in kostengünstigen PCs verarbeitet werden.

Zum Start gibt es die IO-Link-Master mit OPC UA für Profinet sowie für EtherNet/IP. Planen Sie weitere Versionen?

Mit Profinet (ICE3) und EtherNet/IP (ICE2) unterstützen die IO-Link Master bereits heute die am weitesten verbreiteten Ethernet-basierten Feldbusprotokolle. Zusätzlich unterstützen die Master auch immer Modbus, OPC UA und MQTT. Hierdurch sind wir für den überwiegenden Teil der Applikationen gut gerüstet. Nichtsdestotrotz arbeiten wir kontinuierlich daran möglichst viele weitere Protokolle zu unterstützen. Demnach sind natürlich auch Kunden mit anderen Protokollen herzlichst eingeladen Kontakt mit uns aufzunehmen, um die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auszuloten.

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